KNX-Bussystem Teil 2

Wann macht eine Installation mit dem KNX-Bussystem Sinn?

 

Wann macht eine Installation mit dem KNX-Bussystem Sinn? Bei der Antwort auf diese wichtige Frage spielen die spezifischen Anforderungen eine Rolle, die an das jeweilige Gebäude und die gewünschten Funktionalitäten gestellt werden. Welche Möglichkeiten zum Steuern der elektronischen Verbraucher in einem Gebäude vorhanden sind, hängen von der Art und Weise der Elektroinstallation ab.

1:1 Verbindungen zwischen Schalter und Verbraucher und Parallelschaltungen für eine festverbundene Verbrauchergruppe zählen zu den einfachsten Anforderungen. In diesen Fällen lässt sich eine Verbrauchergruppe mit nur einem Schalter bedienen. Das Schalten einer ganzen Verbrauchergruppe über mehrere Schaltstellen in einem oder mehreren Räumen ist etwas anspruchsvoller.

Gibt es keine speziellen Anforderungen im Hinblick auf die Regelung und Steuerung der Klimaanlage, der Beleuchtung und der Beschattung, dann reicht ein konventionelles System immer noch aus. Eine klassische Elektroinstallation wird in diesem Fall mit einer Wechsel- oder einer Kreuzschaltung realisiert. Ein intelligentes und sonst sehr vorteilhaftes KNX-Bussystem wäre im direkten Vergleich zu einem konventionellen System deutlich teurer.

KNX-Bussystem

In welchen Fällen ist ein intelligenter KNX-Bus erforderlich?

In der heutigen Zeit gib es sehr hohe Anforderungen im Hinblick auf den Komfort, die Flexibilität und natürlich auch an die Energieeffizienz. Im Hinblick auf diese hohen Anforderungen stellt sich die Frage, ob ein konventionelles System ausreicht oder zu schnell an seine Grenzen stößt. In sehr vielen Gebäuden, wie zum Beispiel in Schule und Universitäten muss ein zentraler Ausschalter für die gesamte Beleuchtung vorhanden sein. Der Hausmeister oder eine andere befugte Person kann dadurch sicherstellen, dass außerhalb der Öffnungszeiten kein Licht mehr brennt. Ohne einen zentralen Ausschalter müsste der Hausmeister jeden Raum kontrollieren und dies wäre viel zu aufwendig. Mit einem KNX-Bussystem lässt sich ein zentrales Ausschaltsystem realisieren.

Ein weiteres Beispiel, bei dem ein konventionelles System nicht ausreicht: Der Gebäudebesitzer stellt einige Zeit nach der Fertigstellung fest, dass in einem oder mehreren Räumen noch Schalter und Sensoren fehlen. Natürlich möchte er diese nachträglich installieren, doch dies wäre mit einem klassischen System ein Problem. Bei einer Erweiterung werden der Aufwand und die Kosten bei konventionellen Installationen schnell zu hoch. Bei einem intelligenten KNX-Bus ist dies nicht der Fall. Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele, die für den Einsatz von einem modernen KNX-Bussystem sprechen. Immer wenn raumübergreifende Funktionalitäten benötigt werden, kommen konventionelle Systeme an ihre Grenzen.

Über eine schematische Darstellung werden die raumgebundenen und die raumübergreifenden Funktionen miteinander verglichen. Durch die Darstellung lässt sich ganz einfach verdeutlichen, in welchen Fällen klassische Systeme ausreichen und wann ein intelligentes KNX-Bussystem Sinn macht. Werden nur raumbezogene Grundfunktionen benötigt, dann ist eine klassische Installation durchaus akzeptabel. Sobald jedoch zentrale Funktionen benötigt werden, ist hat der moderne KNX-Bus eine wesentlich bessere Kosten/Nutzen Relation.

 

Die raumbezogenen Grundfunktionen im direkten Vergleich

Das Beispiel zeigt typische raumbezogene Funktionen. Der Stromkreis 1 wird zum Beispiel dafür genutzt, um mittels dem Taster T1 eine Leuchten-Gruppe L1 und L2 gleichzeitig zu schalten. Der zweite Stromkreis steuert über den Taster J1 den Rollladenmotor M1. Der dritte Stromkreis wird ausschließlich für die Leuchte L3 benötigt. Diese lässt sich mit den zwei Bedienstellen T2 und T3 schalten. Für die Leitungsverbindungen zwischen den Schaltern und Verbrauchern ist kein hoher Installationsaufwand vonnöten, da sich alle Komponenten in einem Raum befinden. Erfolgt die Installation gemäß den modernen KNX-Grundlagen, dann ist der Installationsaufwand für die Grundfunktionen in etwa gleich. Auch die Länge der Installationswege und die Anzahl der Leitungen sind ähnlich. Jeder Verbraucher ist direkt mit den KNX-Schaltaktoren-Ausgangskanälen verbunden und alle Taster sind mit dem KNX-Bus verkabelt. Die KNX-Bussystem-Geräte und deren Programmierung verursachen einen zusätzlichen Kostenaufwand und deshalb ist das moderne System in diesem Beispiel zu teuer.

 

Die raumübergreifenden Funktionen im Vergleich

Wird in einem Gebäude nicht nur eine raumbezogene Funktionalität in mehreren Räumen benötigt, dann steigt der Zeit- und Kostenaufwand bei einer klassischen Installation deutlich. Möchte man zum Beispiel alle leuchten in einem Gebäude mit nur einem Programm oder Taster ausschalten, dann muss die ganze konventionelle Installation verändert werden. Dies verursacht hohe Kosten. Je mehr Räume sich in einem Gebäude befinden, desto komplizierter wird die Installation. Bei einer Installation gemäß den KNX-Grundlagen ist der Aufwand im direkten Vergleich deutlich geringer. Die zusätzlichen Taster müssen nur programmiert und an den KNX-Bus angeschlossen werden.

 

Das KNX-Bussystem ist sinnvoll und vorteilhaft

Je mehr zentrale Funktionen für den effizienten Betrieb eines Gebäudes vonnöten sind, desto vorteilhafter ist das KNX-Bussystem. Viele moderne Funktionen können mit einer konventionellen Installation überhaupt nicht mehr realisiert werden. Beispiele dafür gibt es zur Genüge:

– die Beleuchtung soll automatisch nach einem bestimmten Zeitprofil ausgeschaltet werden

– Jalousien sollen bei zu starker Sonneneinstrahlung ausgefahren werden

– die Verbraucherzustände müssen zentral abgefragt werden

– die Gebäudetechnik muss per Fernzugriff zugänglich sein

– gebäudeübergreifende Regelungen und Steuerungen

 

Ein KNX-Bus macht aber nicht nur in größeren Gebäuden bzw. in Unternehmen Sinn, sondern ist auch in kleineren Zweckgebäuden oder in Wohnhäusern von Vorteil. Durch den KNX-Bus spart der Anwender nicht nur Zeit und Geld, sondern profitiert auch von einer höheren Wohn- und Arbeitsqualität.

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