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Telefondose anklemmen

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Anleitung: Wie Sie eine Telefondose anklemmen (TAE-Dose anschließen)

 

Bei Neubauten wird der Telefonhausanschluss, inklusive mit der ersten Telefondose vom Netzbetreiber (meistens der Telekom) installiert.

Der Telefonhausanschluss ist bei Neubauten sehr häufig, neben den anderen Hausanschlüssen, wie Wasser und Strom, im Hausanschlussraum untergebracht. Dort ist die Zuleitung des Telefonanschlusses in einem Telefonanschlusskasten aufgelegt und der Deckel in der Regel verplombt.

Vom Telefonhausanschluss geht eine Telefonleitung zur ersten Telefonanschlussdose. Dies reicht jedoch oftmals nicht aus und es müssen weitere Telefondosen installiert werden.

 Erfahren Sie hier, wie Sie eine Telefondose anklemmen und wie Sie weitere Telefonanschlüsse installieren. 

Die TAE-Dose (Telekommunikations-Anschluss-Einheit) ist eine Anschlussdose für analoge Telefonanschlüsse. Sie wird auch für ISDN-Anschlüsse mit DSL-Splitter, NTBA oder Internetrouter verwendet. Dieser erste Anschuss im Gebäude reicht oft nicht aus. Deshalb müssen oft weitere TAE-Dosen installiert werden.

 Der Hausanschluss vom Netzbetreiber 

Bei neuen Anschlüssen wird in der Regel vom Netzbetreiber (Bsp.: Telekom) im Rahmen des Hausanschlusses die erste TAE-Anschlussdose (TAE steht für Teilnehmer Anschluss Einheit) beim Kunden installiert. Dies erfolgt üblicherweise über J-YY Kabel. Dies ist auch der Übergabepunkt zum Endkunden. Bis dort hin ist der Netzbetreiber zuständig und von diesem Punkt kann der Kunde sein eigenes Telefonnetz im Gebäude aufbauen.

Die sogenannte 1. TAE (auch Monopoldose) ist die erste Anschlussdose (aus Sicht des Netzbetreibers) in den Räumen des Teilnehmers und erfüllt besondere Aufgaben. Sie enthält einen nicht sichtbaren passiven Prüfabschluss (PPA) zu Messzwecken und dient als Netzabschluss. Deshalb darf sie nicht durch eine normale TAE-Dose oder einen DSL-Splitter ersetzt werden. Die 1. TAE ist eine spezielle NFN-Dose (auf- oder unterputz) mit der Aufschrift „1.“ und einem typischen, wulstigen Design. Der Anschluss erfolgt in Schneidklemm-Technik (LSA).Bis Mitte 1994 wurden als 1. TAE Standarddosen montiert, an die ein passiver Prüfabschluss (unter dem Deckel sichtbar) angeklemmt und ein Telekom-Aufkleber angebracht wurden. Eine Leitungsprüfung ist bei der IP-basierenden Telefonie über ein sogenanntes Signaturkabel zwischen TAE-Dose und Modem möglich (Quelle Wikipedia).

Das Telefonkabel:

Die üblichen Telefonkabel (Hausanschluss) des Netzbetreibers haben in der Regel 4 Adern mit Abschirmung. Sie bezeichnet man 1a, 1b, 2a und 2b. Die einzelnen Adern des Kabels sind sehr dünn und haben einen Querschnitt von 0,6 oder 0,8 mm².

Für einen normalen analogen Telefonanschluss braucht man jedoch nur zwei Drähte. Die Adern des Telefonkabels haben die Farbe rot mit schwarzem Strichcode. Diese haben folgende Bedeutung:

Die Telefonkabel*, aus dem normalen Handel (J-Y-ST-Y 2x2x0,6 Installationskabel), sind auch vieradrig mit Abschirmung. Rot, Schwarz, Weiß und Gelb. Jedoch sind jeweils zwei Drähte zusammengedrillt als Paare. Die Bedeutung hier:

Es gibt auch noch andere Telefonkabel* mit anderen Farben, jedoch sind die oben genannten, die meist verbreiteten Varianten.

Der Anschluss der TAE-Telefondose

TAE steht für Telekommunikation – Anschluß – Einheit

Es wird zwischen TAE-F und TAE-N Codierung bei den Dosen und Stecker unterschieden. “F” steht für Fernsprechen, wie analoge Telefone. “N” steht für Nicht-Fernsprechen wie Faxgeräte, Anrufbeantworter.

Durch die N und F Codierung ist es zum Beispiel nicht möglich, einen Anrufbeantworter mit N-Codierung in eine TAE-F-Dose zu stecken. Oft werden daher Anschlussdosen mit 3 Steckplätzen TAE-NFN verwendet. N (links und rechts) für Anrufbeantworter, Faxgerät. F (mittlere Buchse) für Telefon.

Die erste Telefondose (nach dem Hausanschlusskasten des Netzbetreibers) hat 6 nummerierte Anschlussklemmen (1 – 6). Entspricht gleich auch folgender Bezeichnung:

Die Nummern beginnen links mit der Ziffer 1 und enden rechts mit der Ziffer 6. Die erste Telefondose die vom Netzbetreiber installiert wird (Amtsleitung), hat einen sogenannten PPA installiert. Das ist ein Prüfanschluss der aus einen Widerstand und einer Diode besteht. Der Netzbetreiber kann dadurch den Anschluss von extern überprüfen. Bei Störungen ist dies oft sinnvoll und Fehler können eingegrenzt werden. Die Dose ist jedoch nach dem gleichen Prinzip angeschlossen. Bei älteren Anschlüssen ist der PPA an Klemme 6 der Dose befestigt. Dies dient jedoch nur zur Stabilisierung und hat sonst keinen Zweck.

 Vorbereitung des Anschlusses:  Den Mantel des Telefonkabel* (ca. 10 cm) mit einem scharfen Messer entfernen. Dazu vorsichtig den Kabelmantel einschneiden, jedoch aufpassen und nicht zu tief einschneiden, sonst wir die Ader beschädigt.

Den Mantel und die Abschirmung nun vorsichtig entfernen. Nun den Schirmdraht einfach um den Mantel wickeln (siehe Bild unten).

Benötigt werden in der Regel nur zwei Drähte. Diese werden an die Klemmen “1” und “2” der Telefonanschlussdose angeklemmt. Beim Anschlusskabel des Netzbetreibers sind dies die Adern “Rot” und “Rot mit schwarzem Strichcode (großer Abstand)”.

Bei einem üblichem J-Y-ST-Y 2x2x0,8 Installationskabel die Adern Rot und Schwarz oder auch Rot und Blau als jeweiliges Paar. Die benötigten Adern nun mit einer Abisolierzange vorsichtig ca. 8 mm abisolieren und wie beschrieben anschließen, indem man die abisolierte Ader in die Schraubklemme steckt und mit Gefühl festzieht.

 

 

Die Klemmen “3” oder “W” und “4” oder “E” sind für eine 2. Klingel oder für ältere Telefonanlagen nötig. Werden jedoch äußerst selten benötigt. Nun kann die TAE-Dose wieder in der Unterputzdose befestigt werden. Dies kann entweder mit den Spreizklemmen oder mit Befestigungsschrauben die an den vorgesehenen Domen der UP-Dose eingeschraubt werden. Abdeckung montieren – fertig. Nun kann das eigentliche Telefon in die mittlere Buchse des NFN-Telefondose angesteckt werden.

 

💡 Tipp: Es empfiehlt sich bei bei der Installation von einer neuen Telefondose gleich eine NFN-Dose auszuwählen. Somit kann man später ohne Probleme zum Beispiel ein Fax oder ein anderes Gerät angeschlossen werden. Da die NFN-Dose für weitere Geräteanschlüsse ausgelegt ist. 

 

Weitere Telefondosen anklemmen

Die Klemmen “5” oder “b2” und “6” oder “a2” sind für weitere TAE-Dosen. Falls also an einer anderen Stelle ein Telefonanschluss benötigt wird, einfach das abgehende Telefonkabel an die Klemmen 5 und 6 der ersten Anschlussdose anschließen. An der zweiten Telefondose diese Adern wieder an “1” und “2” klemmen (siehe Bild unten).

Wichtig: Wenn nun am zweiten Anschluss das Telefon betrieben werden soll, ist der erste Anschluss außer Betrieb. Durch Umstecken des Telefons funktioniert dieser jedoch weiterhin.

 

 Mehrere Telefone an eine Amtsleitung anschließen mittels “AMS” 

Wenn mehrere Telefone an einer Amtsleitung angeschlossene werden sollen, kann man dies mit einem “AMS” lösen bzw. umsetzen. Ein Automatischer Mehrfachschalter (AMS), ist eine Anschlussdose, mit der mehrere Telefone (bis zu 4 Stück) an eine einzige analoge Telefonanschlussleitung angeschlossen werden können.

Der AMS ist eine Weiterentwicklung der früheren automatischen Wechselschalter-Anschlussdosen. AMS-Anschlussdosen erlauben den Anschluss von zwei (AMS 1/2) bis vier (AMS 1/4) analogen Telefonen an eine Amtsleitung.

In der Praxis funktioniert es so: Bei einem ankommenden Ruf der Amtsleitung klingeln alle angeschlossenen Telefone. An dem Apparat, wo als erstes das Gespräch angenommen wird, landet auch das Gespräch. Die anderen Apparate sind dann stumm, auch das Mithören ist nicht möglich.

 TAE Dose und AMS anschließen 

Sollen nun zum Beispiel zwei Telefone an zwei Dosen betrieben werden (zwei Telefone klingeln gleichzeitig und derjenige der zuerst abnimmt hat das Gespräch), wird ein AMS installiert bzw. zwischen zwei TAE-Dosen geschalten. Dies ist ein automatisierter Mehrfachschalter. Der AMS wird zwischen zwei TAE-Dosen geschalten. Die Amtsleitung wird an der ersten TAE-Dose an Klemme 1 und 2 angeschlossen. Die abgehende Telefonleitung zum AMS wird an Klemme 5 und 6 angeschlossen. Der AMS hat von links nach rechts 8 Anschlussklemmen:

La – Lb – a1 – b1 – W – a2 – b2 – E

Die kommenden beiden Adern werden an den Klemmen La und Lb angeschlossen. Die abgehenden Adern zur zweiten TAE Anschlusseinheit, werden an den Klemmen a2 und b2 angeklemmt. An der zweiten TAE-Dose werden wieder die beiden kommenden Adern an den Klemmen 1 und 2 angeschlossen.

 

💡 Analog telefonieren ist auf dem Rückzug! Die Verkabelung nach der ersten Anschlussdose vom Netzbetreiber erfolgt in der Regel mit Schwachtsromkabel J-Y (ST) Y 2x2x0,8 Telefonkabel. Da heute das analog telefonieren immer weniger eine Rolle spielt und in Zukunft alles über die IP-Telefonie läuft, wird in Neubauten eine komplette Netzwerkverkabelung mit Netzwerkkabel durchgeführt.

 

Beim Anschuss eines DSL- oder ISDN-Anschlusses wird nach der ersten Anschlussdose der DSL Splitter, NTBA oder DSL Router per TAE Stecker (schwarzer flacher länglicher Stecker) in die Telefonanschlussdose gesteckt.

Wie heute eine leistungsstarke, moderne Multimedia-Verkabelung, für einen reibungsfreien Datenfluss in den eigenen vier Wänden umgesetzt wird, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 Weiter Telefondosen die in der Praxis häufig zum Einsatz kommen: 

Meistens kommt die TAE-NFN Telefondose* zum Einsatz (siehe Bild 1). Der Stecker des Telefons wir in der Mitte (F) eingesteckt. Links und rechts (N) können zum Beispiel Fax und Anrufbeantworter eingesteckt werden.

Die TAE-F Telefondose hat nur einen Steckanschluss für Telefon (F)

Die TAE-NFF Telefondose kommt zum Anschluss von zwei Telefonen mit zwei verschiedenen Rufnummern (F,F). An der linken Anschlussbuchse (N) kann noch ein Zusatzgerät, wie zum Beispiel ein Faxgerät angeschlossen werden.

TAE-FF Telefonanschlussdose für zwei Telefonanschlüsse mit zwei verschiedenen Rufnummern (F,F)

 

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