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Allstromsensitiver FI Typ B: Der richtige Schutz für PV, Wallbox und moderne Geräte

12. Juni 2026 by Dein Elektriker

3.7/5 - (3 votes)

Allstromsensitiver FI Typ B — der richtige Schutz für Wallbox, PV und Wärmepumpe

Aktualisiert Juni 2026 · Mit ausführlicher Erklärung des Erblindungs-Effekts von Typ A, Vergleichstabelle A/F/B, VDE 0100-722 für Wallboxen, der günstigen Typ B-EV Variante, Wallbox-Ausnahmen mit interner DC-Erkennung, Selektivität und Preisen 2026.

INHALTSVERZEICHNIS

Toggle
  • Allstromsensitiver FI Typ B — der richtige Schutz für Wallbox, PV und Wärmepumpe
    • Was ist ein allstromsensitiver FI Typ B?
    • Warum reicht Typ A oft nicht mehr? — Der Erblindungs-Effekt
    • Typ A vs. Typ F vs. Typ B — die Vergleichstabelle
    • Wo Typ B Pflicht ist — die VDE 0100-722 und andere Normen
    • Die wichtige Wallbox-Ausnahme: interne DC-Erkennung
    • Typ B-EV — die günstige Alternative für E-Auto-Ladung
    • Photovoltaik-Anlagen und der Typ B
    • Wärmepumpe und andere Frequenzumrichter
    • Selektivität — der Typ S vor dem Typ B
    • RCM als Alternative — Fehlerstrom-Monitoring statt Abschaltung
    • FI/LS-Kombischalter mit Typ B
    • Willst du deine Elektroinstallation zukunftssicher planen?
    • Hauselektrik verstehen, planen & Geld sparen
    • Die 5 typischen Fehler bei Auswahl und Einbau
    • FAQ — häufige Fragen zum FI Typ B
    • Verwandte Artikel
    • Fazit
    • Ähnliche Beiträge:

Kurz und knapp: Der allstromsensitiver FI Typ B (RCD Typ B) erkennt alle Fehlerstromarten — Wechselstrom, pulsierenden Gleichstrom UND glatten Gleichstrom — und schützt so auch bei modernen Geräten mit Frequenzumrichtern zuverlässig. Standard-Typ-A-Schalter dagegen können durch glatte Gleichfehlerströme in einen „Erblindungs-Zustand“ geraten und im Fehlerfall gar nicht mehr auslösen. Deshalb ist Typ B bei Wallboxen ohne interne DC-Fehlerstromerkennung (VDE 0100-722), Photovoltaik-Anlagen mit trafolosem Wechselrichter und großen Frequenzumrichtern Pflicht. Bei Wallboxen mit integrierter DC-Erkennung (heute Standard bei fast allen Marken-Modellen) reicht dagegen ein Typ A. Preislich liegen Typ B bei 200–400 €, deutlich über den 60–100 € für Typ A — der Unterschied lohnt sich, wo er Pflicht ist. Für die Wallbox gibt es außerdem den günstigeren Typ B-EV (rund 150 €), der speziell für die Ladung von E-Autos entwickelt wurde.

Allstromsensitiver FI Typ B Schutzschalter für PV, Wallbox und moderne Geräte
Der allstromsensitive FI Typ B — Pflicht bei Wallbox, PV und modernen Frequenzumrichtern.

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Typ B erkennt alle Fehlerströme: Wechsel, pulsierend, glatt DC und bis 2 kHz hochfrequent
  • Erblindungs-Effekt: Glatter DC-Fehlerstrom kann Typ A magnetisch sättigen — löst dann nicht mehr aus
  • Pflicht nach VDE 0100-722: Wallbox ohne interne DC-Erkennung, PV mit trafolosem Wechselrichter, große Frequenzumrichter
  • Ausnahme Wallbox: Bei integrierter DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) reicht Typ A
  • Typ B-EV: Günstigere Variante speziell für E-Auto-Ladung — rund 150 € statt 300+ €
  • Preise 2026: Typ A 60–100 €, Typ F 100–150 €, Typ B-EV ca. 150 €, voller Typ B 200–400 €
  • Nicht die einzige Lösung: RCM (Fehlerstrom-Monitoring) ist bei manchen Wallboxen die Alternative

Was ist ein allstromsensitiver FI Typ B?

Der FI Typ B (auch RCD Typ B, für Residual Current Device) ist ein Fehlerstromschutzschalter, der auf alle Arten von Fehlerströmen reagiert:

  • Sinusförmige Wechselfehlerströme (klassischer AC-Fehler)
  • Pulsierende Gleichfehlerströme (z.B. aus Halbleiter-Gleichrichtern in einfachen Geräten)
  • Glatte Gleichfehlerströme (aus modernen Frequenzumrichtern und PV-Wechselrichtern)
  • Hochfrequente Fehlerströme bis 2 kHz (aus schaltenden Umrichtern)

Damit ist er im Vergleich zum Standard-Typ-A der umfassendste Personenschutz-Schalter im Hausbereich. Sein Aufbau ist deutlich aufwendiger — er hat mehrere Sensoren und eine elektronische Auswertung, während Typ A nur einen einfachen Summenstromwandler mit magnetischem Auslöser hat.

Warum reicht Typ A oft nicht mehr? — Der Erblindungs-Effekt

Der klassische FI Typ A wurde für eine Zeit entwickelt, in der elektrische Geräte fast ausschließlich mit Wechselstrom oder pulsierenden Gleichströmen (Halbwellen-Gleichrichter) arbeiteten. Moderne Geräte mit Frequenzumrichtern (Wärmepumpen, PV-Wechselrichter, Wallboxen für E-Autos) erzeugen jedoch glatte Gleichfehlerströme. Im Fehlerfall — etwa bei einem Isolationsschaden im Umrichter — können diese Gleichströme direkt ins Erdungssystem fließen.

Das Problem: Ein glatter Gleichstrom fließt konstant durch den Summenstromwandler des Typ A. Dieser Wandler funktioniert aber nur bei sich ändernden Strömen (Wechselfeldern) — bei konstantem Gleichstrom baut sich im Eisenkern eine dauerhafte magnetische Sättigung auf. Ergebnis: Der Wandler wird „erblindet“ und kann selbst einen echten Wechselstrom-Fehler dahinter nicht mehr erkennen. Der FI löst nicht aus, obwohl ein potenziell tödlicher Fehler vorliegt.

🚫 Das Kern-Problem: Der Typ A schützt dich nicht mehr, sobald ein glatter Gleichfehlerstrom im gleichen Kreis auftritt — auch nicht bei anderen Verbrauchern hinter dem gleichen FI. Ein einziger Fehler im Wechselrichter deiner PV-Anlage kann alle nachgeschalteten Wechselstromkreise „schutzlos“ machen. Deshalb der Typ B: Er erkennt die Gleichfehlerströme selbst und löst zuverlässig aus.

Typ A vs. Typ F vs. Typ B — die Vergleichstabelle

Fehlerstromart Typ A Typ F Typ B
Sinusförmiger Wechselstrom (50 Hz) ✅ ✅ ✅
Pulsierender Gleichstrom ✅ ✅ ✅
Mischfrequenzen (bis 1 kHz) ❌ ✅ ✅
Glatter Gleichstrom (DC) ❌ (Erblindung!) ❌ (bis 10 mA nur) ✅
Hochfrequente Ströme bis 2 kHz ❌ Bedingt ✅
Typische Anwendung Standard-Haushalt Waschmaschine, Trockner, kleine FU Wallbox, PV, Wärmepumpe
Preis 2026 60–100 € 100–150 € 200–400 €

Für die reine Definition der drei Grundtypen mit Grundlagen aller RCD-Klassen findest du mehr im HUB-Artikel FI und LS-Schalter verstehen — welche Typen gibt es.

Übersicht FI-Schutzschalter Typen A, F und B im direkten Vergleich
Übersicht: Welcher FI-Schutzschalter passt zu welcher Anwendung?

Wo Typ B Pflicht ist — die VDE 0100-722 und andere Normen

Die wichtigste Norm für die Wallbox-Installation ist die DIN VDE 0100-722 (Elektrische Anlagen für Elektrofahrzeuge). Sie schreibt vor:

  • Jeder Ladepunkt braucht einen eigenen FI-Schutzschalter (kein gemeinsamer FI für mehrere Ladepunkte)
  • Der FI muss glatte Gleichfehlerströme über 6 mA erkennen — sonst kann ein Fehler im Fahrzeug-Onboard-Charger den vorgeschalteten Typ A blenden
  • Zwei zulässige Lösungen: Entweder ein FI Typ B (der Gleichfehlerströme direkt erkennt) — oder ein Typ A mit einer Wallbox, die eine interne DC-Fehlerstromerkennung ab 6 mA hat

Weitere Anwendungen mit Typ-B-Pflicht:

  • Photovoltaik-Anlagen mit trafolosem Wechselrichter und AC-seitigem FI (heute der Standard)
  • Größere Frequenzumrichter (Wärmepumpen, Klimaanlagen, industrielle Antriebe) laut Herstellervorschrift
  • USV-Anlagen mit Doppelwandler-Technik
  • Große E-Bike-Ladestationen in gewerblichen Umgebungen

Die wichtige Wallbox-Ausnahme: interne DC-Erkennung

Fast alle namhaften Wallbox-Hersteller (KEBA, ABL, Heidelberg, Alfen, go-eCharger, Wallbe, MENNEKES) bauen heute eine integrierte DC-Fehlerstromerkennung ab 6 mA in ihre Wallboxen ein. Das ist nicht dasselbe wie ein FI Typ B — es ist ein internes Überwachungsmodul, das bei Gleichfehlerstrom über 6 mA die Ladung sofort unterbricht.

Die praktische Konsequenz: Bei diesen Wallboxen erlaubt die VDE 0100-722 ausdrücklich einen einfachen FI Typ A vor der Wallbox — der viel teurere Typ B ist nicht nötig. Ersparnis: 150 bis 300 Euro pro Ladepunkt.

⚡ Wichtig beim Wallbox-Kauf: Im Datenblatt der Wallbox nach „DC-Fehlerstromerkennung 6 mA“ oder „integrierte Gleichfehlerstromüberwachung“ suchen. Steht das drin: Typ A reicht. Fehlt es (oder ist es explizit ausgeschlossen): Typ B nötig. Bei preisgünstigen No-Name-Wallboxen aus dem Netz oft nicht klar — dann besser Typ B einbauen als hoffen.

Typ B-EV — die günstige Alternative für E-Auto-Ladung

Wenn tatsächlich ein Typ B nötig ist, gibt es eine spezielle Variante speziell für Wallboxen: den FI Typ B-EV (auch Typ B+ oder Typ EV genannt). Er hat die volle Erkennung von Wechsel- und Gleichfehlerströmen, ist aber nur für eine einzelne Ladeanwendung spezifiziert und daher deutlich günstiger:

  • Standard Typ B (4-polig, 40 A): 240–380 €
  • Typ B-EV (4-polig, 40 A): 130–180 €

Für die private Wallbox ist der Typ B-EV die wirtschaftlichere Wahl — er erfüllt die VDE 0100-722 für Ladepunkte, kostet aber nur einen Bruchteil des vollen Typ B. Voraussetzung: er darf ausschließlich für die Wallbox verwendet werden, nicht für gemischte Verbraucher.


ABB F204 B-40/0.03-L FI-Schutzschalter Typ B 4-Polig 40A 30mA

ABB F204 B-40/0.03-L FI-Schutzschalter Typ B, 4-polig, 40 A / 30 mA*

  • Erkennt sinusförmige Wechsel-, pulsierende Gleich- und glatte Gleichfehlerströme sowie hochfrequente Fehlerströme bis 2 kHz
  • Allstromsensitiver Schutz für Personen und Anlagen — auch bei komplexen Fehlerstromverläufen
  • 4-polige Bauweise: Für dreiphasige Systeme mit Neutralleiter — ideal für Wallbox, PV, E-Mobilität, Frequenzumrichter
  • Sicher & normgerecht: Gemäß DIN VDE 0100-410 und IEC/EN 61008
  • Kompakte 4-TE-Bauform, Schutzart IP20

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Photovoltaik-Anlagen und der Typ B

Bei modernen PV-Anlagen mit trafolosem Wechselrichter (heute Standard bei fast allen Herstellern wie SMA, Fronius, Kostal, Huawei) besteht eine direkte galvanische Verbindung zwischen DC-Seite (Solarmodule) und AC-Seite (Hausnetz). Bei einem Isolationsfehler auf der DC-Seite kann ein glatter Gleichfehlerstrom in das Hausnetz eindringen — genau der Fall, der Typ A blenden würde.

Was in der Praxis 2026 gilt:

  • Wechselrichter mit integrierter Fehlerstromüberwachung: Viele moderne Wechselrichter haben eine interne DC-Fehlerstromerkennung (RCMU). Dann darf der vorgeschaltete AC-FI ein Typ A sein
  • Wechselrichter ohne interne Überwachung: Typ B Pflicht
  • Batteriespeicher (Hausbatterie): Bei Kombinationen aus Wechselrichter und Speicher (Hybrid-System) meist Typ B empfohlen — Herstellerangaben prüfen

Die richtige Wahl trifft immer der planende Elektriker, gemeinsam mit dem Wechselrichter-Datenblatt und der aktuellen Norm.

Wärmepumpe und andere Frequenzumrichter

Wärmepumpen mit modernen Inverter-Verdichtern arbeiten mit Frequenzumrichter-Technik. Das bedeutet, sie können im Fehlerfall glatte Gleichfehlerströme erzeugen. Die praktische Situation:

  • Kleine Split-Klimaanlagen und Wärmepumpen bis ca. 3 kW: Meist reicht Typ F, weil die Umrichter-Ströme klein sind
  • Größere Wärmepumpen ab 5 kW: Herstellervorschrift beachten — oft Typ B oder Typ B-EV vorgeschrieben
  • Große gewerbliche Anlagen: Immer Typ B

Wichtig: Beim Herstellungsdatenblatt der Wärmepumpe wird oft explizit der RCD-Typ genannt, den der Hersteller fordert. Diese Vorgabe ist bindend — auch wenn die VDE hier keine strenge Anforderung stellt.

Selektivität — der Typ S vor dem Typ B

In größeren Anlagen (Photovoltaik mit Speicher, mehrere Wallboxen, Werkstatt) kommt oft eine selektive Aufteilung ins Spiel. Prinzip: Vor dem eigentlichen Typ B im Endstromkreis sitzt ein Typ S (selektiver RCD, meist 100–300 mA, mit Auslöseverzögerung), der als Hauptsicherung dient. Vorteil: Löst am Endstromkreis ein Fehler aus, geht nur dieser Kreis stromlos — nicht die ganze Anlage.

Der Typ S ist immer trägem Charakter (verzögert um 40–500 ms), damit der nachgeschaltete Typ B zuerst auslöst. Diese Kombination ist Standard bei Gewerbebauten und größeren PV-Anlagen mit Speicher.

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  • Der Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter), Typ A, 4-polig, bietet mit 6 Kiloampere Kurzschluss-Stromfestigkeit, 40 Ampere Nennstrom-Belastbarkeit und einer Fehlerstromerkennung von 30 Milliampere umfassenden Schutz gegen Erdschlussfehler. Geeignet für Wechselstrom-Geräte, gewährleistet dieser RCD-Schalter sichere Abschaltung bei Fehlerströmen, um den Personenschutz zu verbessern. Optimal für Installationen in Wohn- und Geschäftsgebäude.
  • Polart 3P+N, Nennstrom 40 A, Bemessungsfehlerstrom Idn 30 mA, Schließ- und Abschaltvermögen Idm 1,50 kA, Bemessungskurzschlussstrom Inc nach EN61008-1 6 kA, Nennstrom bei -25...+70°C 40 A, Nominales Drehmoment aller Klemmen 2,80 Nm, Bemessungsbetriebsspannung Ue 230 - 400 V, Versorgungsspannungsart AC, Isolationsspannung Ui 500 V, Stoßspannungsfestigkeit 4000 V, Max. Betriebsspannung 440 V, Frequenz 50 - 50 Hz.
  • Anzahl Module 4, Geeignet für DIN Schiene Ja, Typ des Fehlerstromschutzes A, IP-Klasse (Ingress Protection) IP20, Anschlussquerschnitt des Eingangs und Ausgangs mit Schrauben massiv = 1-25 mm², flexibel = 1-16 mm², Gesamtverlustleistung unter Nennstrom 6,50 W, Anschlussart QuickConnect (Schraubtechnik), Abmessungen (H x B x T) = 83 x 70 x 70 mm, Installation erfordert Elektro-Fachkraft.
69,95 EUR
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Weitere Informationen zur Aktualität der angezeigten Preise finden sie hier.

RCM als Alternative — Fehlerstrom-Monitoring statt Abschaltung

Eine noch nicht sehr verbreitete, aber technisch interessante Alternative ist das RCM (Residual Current Monitor). Es misst Fehlerströme wie ein FI, aber statt automatisch abzuschalten, meldet es Fehler an eine Anzeige- oder Leittechnik-Einheit. In Gewerbebauten mit hoher Verfügbarkeitsanforderung (Rechenzentren, Fertigung) wird das RCM oft parallel zum Typ B eingesetzt: Der Typ B schaltet im Notfall, das RCM protokolliert langsam ansteigende Isolationsfehler und ermöglicht so eine geplante Wartung, bevor der FI auslöst.

Im privaten Bereich ist RCM praktisch nicht anzutreffen — hier reicht der Typ B allein.

FI/LS-Kombischalter mit Typ B

Für einzelne Endstromkreise gibt es FI/LS-Kombigeräte (RCBO) auch als Typ-B-Ausführung. Vorteil: Personenschutz und Leitungsschutz in einem Gerät, jeder Stromkreis einzeln überwacht. Nachteil: Deutlich teurer als getrennte Lösung. Details zu den klassischen RCBOs findest du im Ratgeber Leitungsschutzschalter — Charakteristik und Nennstrom.

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Die 5 typischen Fehler bei Auswahl und Einbau

1. Typ A vor Wallbox ohne interne DC-Erkennung
Der klassische Fehler bei No-Name-Wallboxen aus dem Netz. Wenn im Datenblatt kein DC-Fehlerstrom-Schutz erwähnt ist, muss ein Typ B vor. Typ A ist hier nicht normkonform.

2. Ein Typ B für mehrere Verbraucher
Wenn du einen Typ B kaufst, willst du ihn oft „für alles“ verwenden. Falsch: Typ B ist teuer, sollte nur die Verbraucher schützen, die ihn tatsächlich brauchen. Rest weiter über günstigere Typen A absichern.

3. Typ B-EV für gemischte Verbraucher
Der Typ B-EV ist speziell für Wallbox — nicht für gemischte Verbraucher. Wenn du hinter dem Typ B-EV noch die Waschmaschine, Gartensteckdosen oder anderes anschließt, ist die Norm-Konformität nicht gegeben.

4. Kein PE-Verbund oder Erdungsanlage vergessen
Auch der teuerste Typ B nützt nichts, wenn die Erdungsanlage im Haus nicht sauber funktioniert. Vor jedem Einbau eines Typ B eine Prüfung der Erdungsanlage durch den Elektriker durchführen lassen.

5. Prüfknopf-Prüfung vergessen
Jeder FI (auch Typ B) hat einen Prüfknopf, der monatlich betätigt werden sollte. Damit stellt du sicher, dass die Mechanik nicht festsitzt. Bei Typ B besonders wichtig, weil die Elektronik komplexer ist als bei Typ A.

FAQ — häufige Fragen zum FI Typ B

Wann brauche ich einen FI Typ B?
Bei Wallboxen ohne interne DC-Fehlerstromerkennung, PV-Anlagen mit trafolosem Wechselrichter (ohne interne RCMU), größeren Frequenzumrichtern (Wärmepumpen laut Herstellerangabe) und speziellen industriellen Anwendungen.

Was ist der Erblindungs-Effekt bei Typ A?
Ein glatter Gleichfehlerstrom sättigt den Summenstromwandler magnetisch — der Typ A wird „blind“ und kann anschließend auch echte Wechselstrom-Fehler nicht mehr erkennen. Deshalb ist bei modernen Geräten mit DC-Anteil Typ B nötig.

Was ist der Unterschied zwischen Typ B und Typ B-EV?
Der Typ B-EV (auch Typ B+ genannt) ist eine für die E-Auto-Ladung optimierte Variante des Typ B. Er kann alle Fehlerströme des Typ B erkennen, ist aber preislich deutlich günstiger — dafür nur für Wallbox-Anwendung spezifiziert.

Wie viel kostet ein FI Typ B?
2026 liegen die Preise für 4-polige Modelle mit 40 A / 30 mA zwischen 200 und 400 €. Typ B-EV Varianten deutlich günstiger (130–180 €). Zum Vergleich: Typ A 60–100 €, Typ F 100–150 €.

Braucht meine Wallbox einen FI Typ B?
Prüf das Datenblatt: Steht dort „integrierte DC-Fehlerstromerkennung ab 6 mA“ (oder ähnlich), reicht ein Typ A. Fehlt der Hinweis oder ist explizit „kein DC-Fehlerstromschutz“ angegeben, brauchst du Typ B oder Typ B-EV.

Was schreibt die VDE 0100-722 vor?
Jeder Wallbox-Ladepunkt braucht einen eigenen FI. Bei fehlender interner DC-Erkennung muss dieser FI Gleichfehlerströme über 6 mA erkennen — also Typ B oder Typ B-EV.

Kann ich einen Typ B nachrüsten?
Ja, ein bestehender Typ A kann jederzeit gegen einen Typ B getauscht werden — der Platz im Verteiler (mindestens 4 TE) muss vorhanden sein. Arbeit durch Elektriker: 30–60 Minuten.

Reicht ein Typ F für die Wärmepumpe?
Bei kleinen Split-Klimaanlagen und Wärmepumpen bis ca. 3 kW oft ja. Bei größeren Modellen: Herstellervorschrift beachten. Oft wird Typ B vorgeschrieben.

Was ist ein RCM?
Residual Current Monitor — ein Messgerät, das Fehlerströme erkennt, aber nicht automatisch abschaltet, sondern meldet. In Gewerbe und Industrie parallel zum FI Typ B eingesetzt, im privaten Bereich unüblich.

Muss ich den Typ B regelmäßig prüfen?
Ja, wie jeden FI: monatlich den Prüfknopf betätigen. Alle 4 Jahre eine Messung durch den Elektriker (DGUV V3 im Gewerbe Pflicht, im privaten Bereich empfohlen).

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Fazit

Der allstromsensitiver FI Typ B ist der umfassendste Personenschutz-Schalter für den modernen Haushalt. Er ist immer dann Pflicht, wenn im Fehlerfall glatte Gleichfehlerströme auftreten können — vor allem bei Wallboxen ohne interne DC-Erkennung, PV-Anlagen mit trafolosem Wechselrichter und größeren Wärmepumpen mit Frequenzumrichter.

Die zwei wichtigsten Praxis-Erkenntnisse: Erstens — die meisten modernen Marken-Wallboxen haben eine integrierte DC-Fehlerstromerkennung ab 6 mA und brauchen daher keinen teuren Typ B. Ein Blick ins Datenblatt vor dem Kauf spart 150 bis 300 Euro. Zweitens — wenn tatsächlich Typ B nötig ist und du nur eine Wallbox schützen willst, ist der Typ B-EV die deutlich günstigere Wahl (130–180 € statt 240–380 €).

Für alles andere im Standardhaushalt reicht der klassische FI Typ A. Nur weil der Typ B „mehr Sicherheit“ verspricht, ist er nicht überall die bessere Wahl — er ist eine spezielle Antwort auf eine spezielle Frage. Die richtige Antwort für deine Anlage liefert der planende Elektriker mit Blick auf Norm und Herstellerdatenblatt.

⚡ Haftungsausschluss: Der Einbau und Anschluss von FI-Schutzschaltern jeder Art ist eine Arbeit an der festen elektrischen Anlage. Nach § 13 NAV darf das nur ein im Installateurverzeichnis eingetragener Elektrofachbetrieb ausführen. Die Auswahl des richtigen FI-Typs für die konkrete Anwendung liegt in der Verantwortung des planenden Elektrikers und richtet sich nach VDE 0100-410, VDE 0100-722 und den Herstellervorgaben der angeschlossenen Verbraucher. Wende dich für Installation und Auslegung an einen qualifizierten Elektriker in deiner Nähe.

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