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Anleitung Planung Elektroinstallation

13. August 2026 by Dein Elektriker

4.6/5 - (26 votes)

Elektroinstallation planen 2026 — die komplette Anleitung für Bauherren

Aktualisiert November 2026 — komplett neu aufgesetzt und ergänzt um Sicherheits- und Komfort-Kapitel. Enthält: 8-Schritte-Anleitung zum Elektroplan, RAL-RG 678 Ausstattungswerte, Schaltsymbole, Steckdosen-Empfehlungen pro Raum, Raum-für-Raum-Guide mit 11 Räumen, kondensiertes Sicherheits-Kapitel (FI, AFDD, Überspannungsschutz, Rauchmelder, Kindersicherung), kondensiertes Komfort-Kapitel (Videosprechanlage, Rollläden, Bewegungsmelder, Netzwerk, Smart Home KNX/Loxone, Raumtemperaturregelung, Wallbox, Leerrohre), Zeitplan „wann was planen“, 10-Fragen-Leitfaden für das Elektriker-Gespräch, Energie-sparen-Strategie, FAQ mit 15 Fragen und typische Planungsfehler.

INHALTSVERZEICHNIS

Toggle
  • Elektroinstallation planen 2026 — die komplette Anleitung für Bauherren
    • Deine Rolle als Bauherr — was der Elektriker NICHT für dich planen kann
    • Wann mit der Planung anfangen?
    • Ausstattungswert nach RAL-RG 678 — was ist das?
    • Schritt für Schritt — so zeichnest du deinen Elektroplan
    • Die wichtigsten Schaltsymbole
    • Wie viele Steckdosen pro Raum? — die Praxis-Empfehlung
    • Raum für Raum — die Planungs-Grundlagen
    • Sichere Elektroinstallation planen — die wichtigsten Bausteine
    • Willst du eine komplette Musterinstallation zum Nachplanen?
    • Hauselektrik verstehen, planen & Geld sparen
    • Komfortinstallation — was wirklich täglich genutzt wird
    • Energie sparen durch clevere Planung
    • Wer macht’s? Eigenleistung und Fachkraft
    • So sprichst du mit deinem Elektriker — 10-Fragen-Leitfaden
    • Praxis-Tipps aus 30 Jahren Elektriker-Praxis
    • Häufige Fragen zur Planung (FAQ)
    • Verwandte Ratgeber auf dieser Seite
    • Fazit
    • Hör auf zu raten. Fang an zu wissen.
    • Ähnliche Beiträge:

Kurz und knapp: Als Bauherr entscheidet dein Elektroplan darüber, ob du dich in den nächsten 25 Jahren in deinem Haus wohlfühlst — oder ob du dich täglich über zu wenige Steckdosen, fehlende Netzwerkanschlüsse und Schalter an den falschen Stellen ärgerst. Wer passiv bleibt und alles dem Bauträger überlässt, bekommt eine Standardinstallation nach Mindestanforderung DIN 18015-2. Wer aktiv mitplant, bekommt genau die Elektrik, die zu seinem Leben passt. Der Weg dorthin ist überschaubar: Grundriss im Maßstab 1:50 nehmen, Möblierung einzeichnen, in acht Schritten Beleuchtung, Schalter, Steckdosen und Schwachstrom-Anschlüsse planen — Raum für Raum. Dabei drei Grundprinzipien beachten: mindestens Komfortausstattung (★★★ nach RAL-RG 678), großzügige Steckdosen-Anzahl (lieber 10 zu viele als 3 zu wenige) und überall Leerrohre für spätere Erweiterungen. Bei der Sicherheit gilt: eigener FI pro Stockwerk plus im Bad, Überspannungsschutz Typ 2 im Verteiler und Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz bei Kindern. Beim Komfort haben sich Videosprechanlage, elektrische Rollläden, Bewegungsmelder, strukturiertes Netzwerk und digitale Raumthermostate als tägliche Nutzer bewährt — Smart Home nur kabelgebunden über KNX oder Loxone, keine Funk-Insellösungen. Und der wichtigste Rat aus 30 Jahren Praxis: Fang früh an. Was im Plan steht, kostet wenig. Was in der Wand steckt, kostet ein Vielfaches beim Nachrüsten. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt vom ersten Grundrissplan bis zum fertigen, mit dem Elektriker abgestimmten Elektroplan.

Elektroinstallation planen — Grundrissplan mit eingezeichneten Schaltsymbolen und Möblierung
Der eigene Elektroplan auf Basis des Grundrisses — mit Möblierung, Schaltsymbolen und farblich getrennten Kategorien.

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Wann anfangen: so früh wie möglich — spätestens 3 Monate vor Baubeginn. Was im Plan steht, kostet wenig. Was in der Wand steckt, kostet Tausende beim Nachrüsten.
  • Ausstattungswert: mindestens Komfort (★★★ nach RAL-RG 678). Mindestausstattung führt zu jahrelangem Ärger.
  • Steckdosen: Wohnzimmer 8-12, Schlafzimmer 6-8, Küche 8-10 + eigene Kreise pro Großgerät, Kinderzimmer 6-8.
  • Sicherheit: mind. ein FI-Schutzschalter pro Stockwerk, eigener FI fürs Bad, Überspannungsschutz Typ 2 (Neubau-Pflicht seit 2016), Rauchmelder in Schlafräumen und Fluchtwegen.
  • Komfort: Videosprechanlage, elektrische Rollläden, Bewegungsmelder, strukturiertes Netzwerk, Wallbox-Vorbereitung — sind heute Standard, nicht Luxus.
  • Smart Home: wenn dann kabelgebunden (KNX oder Loxone), keine reinen Funk-Insellösungen.
  • Leerrohre: die billigste Zukunftsversicherung — in jeden Raum, zum Dach (PV), zur Garage (Wallbox), zu jedem Fenster (Alarm).
  • Zeit: plane 25 Jahre in die Zukunft. Was du heute nicht willst — mindestens als Leerrohr mit Leerdose vorsehen.

Deine Rolle als Bauherr — was der Elektriker NICHT für dich planen kann

Auch wenn ein Fachmann deinen Elektroplan erstellt: er weiß nicht, wie du wohnen wirst. Eine Standard-Elektroinstallation sieht Schalter an der Tür vor, Deckenleuchten in jedem Raum, Putzsteckdosen und ein paar Standardanschlüsse. Wo dein Bett steht, wo dein Schreibtisch, wo der Fernseher, wie deine Waschküche organisiert ist — das kannst nur du sagen.

Dazu musst du kein Fachmann sein. Du musst einen Grundriss lesen können, die wichtigsten Schaltsymbole erkennen und deine Wünsche einzeichnen. Der Rest ergibt sich im Gespräch mit deiner Elektrofachfirma oder deinem Architekten. Das Prinzip ist immer gleich: Was du selbst durchdacht und auf Papier gebracht hast, bekommst du auch genau so. Was du nicht ansprichst, gibt es später nicht — oder nur gegen teures Geld nach.

Wann mit der Planung anfangen?

Die kurze Antwort: so früh wie irgend möglich. Idealerweise, bevor der Rohbau steht. Konkret sinnvoll ist folgender Zeitplan:

Zeitpunkt Was jetzt planen
6-12 Monate vor Baubeginn Ausstattungswert festlegen, groben Elektroplan skizzieren, Elektriker-Angebote einholen, Küchenplaner beauftragen
3-6 Monate vor Baubeginn Detailplan Raum für Raum, Schalter- und Steckdosen-Positionen, Netzwerk-Konzept, Beleuchtungskonzept, Smart-Home-Grundsatzentscheidung
1-3 Monate vor Elektro-Rohinstallation Finaler Elektroplan mit dem Elektriker abstimmen, Materialliste erstellen, Küchenplan liegt bemaßt vor, Kraft-Anschlüsse (Wallbox, Sauna, PV) definiert
Während Rohinstallation Baubegleitung: Höhen kontrollieren, Positionen prüfen, letzte Änderungen VOR dem Verputzen
Nach Verputzen Nur noch Feininstallation (Schalter, Steckdosen, Leuchten). Grundlegende Änderungen kosten jetzt das 5-10-fache.

⚡ Praxis-Tipp aus 30 Jahren: Wer erst 4 Wochen vor Rohbauinstallation anfängt zu planen, hat schon verloren. Der Elektriker braucht Zeit für Materialbestellung (aktuell 4-8 Wochen bei Verteilerkomponenten), die Küchenplanung braucht 2-3 Monate Vorlauf, und du selbst brauchst Zeit, um über deine Wohn-Gewohnheiten wirklich nachzudenken.

Ausstattungswert nach RAL-RG 678 — was ist das?

Bei der Grundausstattung gibt es drei Stufen nach DIN 18015-2, ergänzt um Komfort-Funktionen nach DIN 18015-4 als „Plus“-Variante — zusammengefasst in der RAL-RG 678 mit Sterne-Kennzeichnung:

Ausstattungswert Sterne Qualität
1 ★ Mindestausstattung nach DIN 18015-2 — NICHT empfehlenswert
2 ★★ Standardausstattung
3 ★★★ Komfortausstattung — meine Praxis-Empfehlung
1+ / 2+ / 3+ ★ / ★★ / ★★★ plus + Gebäudesystemtechnik (Funktionsbereiche nach DIN 18015-4)

Ein „Funktionsbereich“ meint zum Beispiel elektrische Jalousiesteuerung, Rauchmelder, Alarmanlage oder Smart-Home-Anbindung. Für die meisten Einfamilienhäuser 2026 ist Ausstattungswert 2+ oder 3+ der richtige Maßstab. Wer heute Mindestausstattung wählt, wird sich in fünf Jahren ärgern — und die Nachrüstung kostet dann das Vielfache der Ersparnis.

Schritt für Schritt — so zeichnest du deinen Elektroplan

Nimm einen Grundrissplan im Maßstab 1:50, der die Grundmauern, Fenster und Türen (mit Aufgeh-Richtung) sowie die wichtigsten Möbel zeigt. So gehst du vor:

  1. Grundrissplan vorbereiten — Räume und Möblierung einzeichnen: Bett, Schreibtisch, Sofa, Fernseher, Waschmaschine, Trockner, Küchengeräte, Esstisch. Du kannst nur planen, was du dir räumlich vorstellst.
  2. Beleuchtung einzeichnen — Decken- und Wandleuchten in jedem Raum. Denke an mehrere Beleuchtungsgruppen pro Raum (Grundlicht + Akzente).
  3. Lichtschalter einzeichnen — Schaltstellen an Türen, am Bett, im Treppenhaus oben und unten. Wechsel- und Kreuzschaltungen für flexible Bedienung.
  4. Steckdosen einzeichnen — allgemein und für konkrete Geräte. Lieber 20 % mehr als zu wenig.
  5. Schwachstrom-Anschlüsse einzeichnen — Datendosen (LAN), Antennenanschlüsse, Telefonanschluss, Türsprechanlage.
  6. Funktionsbereiche ergänzen — Rauchmelder, Raumthermostate, Jalousieschalter, Dimmer, Bewegungsmelder, Alarmanlage.
  7. Zukunfts-Wünsche als Leerrohr-Anschlüsse einzeichnen — für Smart Home, Sauna, zusätzliche Kameras, spätere Wallbox.
  8. Küche separat — die Anschlüsse plant der Küchenplaner in einem eigenen, bemaßten Plan. Frühzeitig mit dem Elektroplan abgleichen.

💡 Praxis-Tipp — Farbcode für den Plan: Verwende für die Symbole verschiedene Farben — Steckdosen blau, Schalter und Lampen rot, Netzwerk und Antenne violett, Telefon grün, sonstige Schwachstrom-Anlagen braun, Kraftanschlüsse gelb, Sonderanschlüsse orange. So bleibt dein Plan auch nach Stunden Arbeit lesbar und der Elektriker versteht ihn auf Anhieb.

Die wichtigsten Schaltsymbole

Damit du deinen Plan zeichnen kannst, brauchst du die gängigen Schaltsymbole. Sie sind normiert und allgemein verständlich — jeder Elektriker erkennt sie sofort. Für Sondersymbole (z. B. der Plus-Ausstattung) trägst du eigene Zeichen oder Hinweise ein, etwa für Leerrohre, die du erst später nutzen willst.

Schaltzeichen und Symbole bei der Elektroinstallation nach DIN — Steckdosen, Schalter, Leuchten, Netzwerkdosen
Die genormten Schaltsymbole nach DIN für die Elektroinstallation — Steckdosen, Schalter, Leuchten, Schwachstrom-Anschlüsse.

Wie viele Steckdosen pro Raum? — die Praxis-Empfehlung

Hier eine Übersicht aus 30 Jahren Praxis: Wie viele Steckdosen solltest du pro Raum in einem Einfamilienhaus von etwa 140 m² einplanen? Spare hier nicht. Was im Plan steht, kostet wenig. Nachrüstungen kosten viel — und Kabelsalat aus Mehrfachsteckdosen ist ein Ärgernis, das dich täglich begleitet.

Raum Empfohlene Anzahl Steckdosen
Küche 8-10 (plus eigene Stromkreise pro Großgerät)
Wohnzimmer 8-12
Esszimmer 5-7
Schlafzimmer 6-8 (inkl. Doppelsteckdose pro Bettseite)
Kinderzimmer 6-8
Büro / Arbeitszimmer 6-8
Bad 4 (am Spiegel + Putzsteckdose)
WC 1
Flur 2 (Putz + Doppelsteckdose für Router)
Hauswirtschaftsraum 6 (plus eigene Stromkreise für Waschmaschine, Trockner)
Hobbyraum 4-6

🚫 Häufiger Fehler: Bauträger bieten in günstigen Standardhäusern oft nur 3-5 Steckdosen in Kinderzimmern an. Das ist deutlich zu wenig — plane mindestens das Doppelte. Und denke daran: Pro Stromkreis nicht mehr als 4-6 Steckdosen, sonst droht Überlastung.

Raum für Raum — die Planungs-Grundlagen

Jetzt geht es konkret an die einzelnen Räume. Für jeden Raum zeige ich dir die Standardausführung und Zusatz-Überlegungen. Für die tiefere Detail-Planung verlinke ich zu meinen ausführlichen Raum-Ratgebern.

Schlafzimmer, Kinderzimmer, Gästezimmer

Standard: Hauptbeleuchtung von Tür UND Bett schaltbar (Wechselschaltung). Beide Bettseiten je eine Wandleuchte als Leseleuchte mit eigenem Schalter und mindestens eine Doppelsteckdose. An der Tür Arbeitssteckdose, dazu Netzwerk- und Antennenanschluss. Rauchmelder (in allen 16 Bundesländern Pflicht).

Zusätzlich sinnvoll: Dimmbares Licht, indirekte Beleuchtung (LED-Strips), Unterputzradio am Bett, elektrische Rollläden, Raumtemperaturregelung. Im Kinderzimmer: Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz (Kindersicherung), Doppelsteckdose am Schreibtisch mit LAN.

Details: Elektroinstallation Schlafzimmer, Kinderzimmer & Gästezimmer.

Elektroinstallation Wohnzimmer Wohnwand Wohnzimmer

Standard: Mindestens drei Beleuchtungsgruppen von verschiedenen Stellen schaltbar (Tür/Sitzgruppe). Am Fernseher-Standort mindestens drei Steckdosen und ein Antennenanschluss. Mindestens zwei Netzwerkanschlüsse am TV. Lautsprecheranschlüsse für die HiFi-Anlage. Rauchmelder.

Zusätzlich sinnvoll: Indirekte Beleuchtung (Fernsehlicht), Schrankwandbeleuchtung, dimmbare Gruppen, elektrische Rollläden bei großen Fensterflächen, Blumenfenster-Beleuchtung.

Details: Elektroinstallation Wohnzimmer.

Küche und Esszimmer

Standard: Pro Großgerät ein eigener Stromkreis mit separat abgesicherter Steckdose: Elektroherd (400 V, dreiphasig), Geschirrspüler, Mikrowelle, Kühl-/Gefrierschrank, Dunstabzugshaube, Warmwassergerät. Je nach Küchengröße 6-15 Arbeitssteckdosen (max. 4-6 pro Stromkreis). Putzsteckdose an der Tür, in der Essecke nochmal drei Steckdosen. Arbeitsplatzbeleuchtung über Arbeitsfläche, Hitze- oder Rauchmelder.

Zusätzlich sinnvoll: Telefon-/Antennenanschluss, Lautsprecher aus dem Wohnzimmer, Unterputzradio in 2-fach UP-Dose.

Details: Elektroinstallation Küche & Esszimmer.

Bad und WC

Standard: Mindestens zwei Beleuchtungsgruppen (Deckenleuchte + Spiegel), drei Steckdosen am Spiegel. Eigener FI-Schutzschalter Pflicht, definierte Schutzbereiche und Schutzarten beachten nach DIN VDE 0100-701. Erdung der Bad-/Duschwanne.

Zusätzlich sinnvoll: Elektrischer Handtuchtrockner, Unterputzradio (außerhalb Schutzbereich), Whirlpool-Anschluss, Raumtemperaturregelung mit digitalem Thermostat.

Details: Elektroinstallation Bad und Badbeleuchtung.

Badbeleuchtung
Flur, Eingang, Treppenhaus

Standard: An jeder Tür im Flur ein Taster für die Beleuchtung (Tasterschaltung mit Stromstoßrelais bei mehreren Schaltstellen). Im Treppenhaus oben UND unten ein Schalter. Putzsteckdosen, Doppelsteckdose für Router/Repeater, mehrere LAN-Anschlüsse. Türsprechanlage (idealerweise mit Video). Rauchmelder im Fluchtweg (Pflicht).

Zusätzlich sinnvoll: Treppenstufenbeleuchtung mit Bewegungsmelder, LED-Orientierungslicht, Unterverteiler je Stockwerk.

Details: Elektroinstallation Flur & Treppenhaus.

Hauswirtschaftsraum und Waschküche

Standard: Eigene, separat abgesicherte Steckdosen für Waschmaschine, Trockner und Bügeleisen. Weitere Steckdosen für Staubsauger und Nähmaschine. Helle Arbeitsbereich-Beleuchtung.

Zusätzlich sinnvoll: Tischleuchte im Arbeitsbereich, Antennen-/Telefon-/Netzwerkanschluss, Unterputzradio, Raumtemperaturregelung.

Büro und Arbeitszimmer

Standard: Zwei Schalter oder Serienschaltung an der Tür für Raum- und Arbeitsplatzbeleuchtung. Am Schreibtisch mindestens fünf Steckdosen und ein Internet-/Telefonanschluss. Überspannungsschutz für PC und Peripherie. Mehrere Netzwerkanschlüsse.

Zusätzlich sinnvoll: Weitere Steckdosen für Drucker, Monitor, Ladegeräte. Elektrische Jalousien, Raumtemperaturregelung, Rauchmelder.

Keller

Standard: Je nach Nutzung (Lager, Werkstatt, Sauna, Partyraum, Gästezimmer) entsprechende Steckdosen, Telefon- und Antennenanschluss oder wenigstens Leerrohre. Kraftanschluss für Sauna und Werkstatt (Drehstrom 400 V). Eigene Stromkreise und FI für Werkstatt. Rauchmelder.

Zusätzlich sinnvoll: Bewegungsmelder in Kellerflur und Treppenhaus, Hauptverteiler, Kommunikationsverteiler.

Details: Elektroinstallation Keller.

Terrasse, Garten, Garage

Standard Terrasse/Garten: Terrassenbeleuchtung an der Tür über einen Kontroll-Ausschalter schaltbar. Spritzwassergeschützte Steckdosen (mindestens IP44) für Grill und Rasenmäher. Im Garten Stehleuchten oder Wandleuchten — sinnvoll mit Bewegungsmeldern. Eigener Stromkreis mit FI-Schutzschalter. Erdkabel zu Energiesäulen, Teich, Gartenhaus.

Standard Garage: Helle Allgemeinbeleuchtung, mehrere Steckdosen, Garagentor-Anschluss. Bei Bedarf Wallbox für das E-Auto — heute fast Standard. Eigener Stromkreis mit passender Absicherung.

Details: Außenbereich, Garage, Wallbox Installation und Erdkabel verlegen.

Sichere Elektroinstallation planen — die wichtigsten Bausteine

Strom ist im Haushalt allgegenwärtig — und gefährlich, wenn etwas schiefläuft. In Deutschland passieren jährlich rund 3.800 Stromunfälle, etwa 600 Menschen sterben bei Wohnungsbränden, oft ausgelöst durch elektrische Fehler. Mit den richtigen Sicherheitsmaßnahmen bei der Planung lassen sich diese Risiken erheblich reduzieren.

Jeder Raum einen eigenen Stromkreis

Der Grundpfeiler einer sicheren Elektroinstallation: Jeder Raum bekommt mindestens einen eigenen, separat abgesicherten Stromkreis. Durch die ständig wachsende Zahl an elektrischen Geräten werden alte Installationen mit nur zwei oder drei Stromkreisen hoffnungslos überlastet. Folgen: starke Erwärmung der Leitungen, schmorende Klemmkontakte, Brandgefahr.

Großverbraucher gehören grundsätzlich auf eigene Stromkreise mit eigener Zuleitung und Absicherung: Elektroherd (400 V), Geschirrspüler, Mikrowelle, Waschmaschine, Trockner, Kühl-/Gefrierschrank, Heizung/Wärmepumpe, Sauna, Wallbox.

FI-Schutzschalter — der Lebensretter

Der wichtigste Sicherheitsbaustein in jeder modernen Elektroinstallation ist der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD). Er erkennt schon kleinste Fehlerströme im Milliampere-Bereich und schaltet die Anlage innerhalb von Millisekunden ab. Schon Ströme ab etwa 30 mA können beim Menschen lebensgefährlich sein — der FI greift hier zuverlässig ein.

🚫 Der wichtigste Merksatz aus meiner Praxis:
Der FI-Schutzschalter rettet Leben. Der Leitungsschutzschalter (LS) schützt das Haus.

Das ist der Unterschied, den viele nicht verstehen. Der LS erkennt Kurzschluss und Überlast und schützt die Leitung vor Brand. Der FI erkennt Fehlerstrom über den Menschen und schützt vor Stromschlag. Beides ist nötig, das eine ersetzt das andere nicht.

Meine FI-Planungs-Empfehlung:

  • Mindestens ein FI pro Stockwerk
  • Eigener FI fürs Bad (wegen Feuchtigkeit besonders kritisch)
  • Eigener FI für den Außenbereich (Garten, Terrasse, Garage)
  • Eigener FI für Werkstatt / Hobbyraum
  • FI-LS-Kombischalter (RCBO) sind eine elegante Lösung — FI und Leitungsschutz in einem Gerät

Der FI hat eine Test-Taste — sie sollte ein- bis zweimal pro Jahr gedrückt werden, um die Mechanik zu prüfen. Details: FI-Schutzschalter nachrüsten.

Brandschutzschalter (AFDD) — was die Norm sagt

Eine relativ neue Schutzeinrichtung ist der Brandschutzschalter (AFDD — Arc Fault Detection Device). Er erkennt Fehlerlichtbögen in der Leitung, die weder FI noch LS erkennen — etwa durch lockere Klemmstellen, gequetschte Kabel oder gealterte Isolierungen. Die DIN VDE 0100-420 sieht den Einsatz vor allem in Räumen mit erhöhter Brandgefahr, Schlafräumen in Kitas und Pflegeeinrichtungen sowie Holz- und Strohbauten vor.

Im privaten Wohnungsbau ist der AFDD nicht zwingend Pflicht, kann aber als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme in Schlafräumen und Fluchtwegen sinnvoll sein. Preis: 60-120 € pro Gerät.

ÜberspannungschutzÜberspannungs- und Blitzschutz

In Deutschland schlagen pro Jahr über 2 Millionen Blitze ein. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines direkten Treffers gering ist, können indirekte Überspannungen empfindliche Elektronik im ganzen Haus zerstören — PC, TV, HiFi, Router, Smart Home. Schäden schnell in den Tausenden.

Eine durchdachte Schutzlösung besteht aus drei Stufen:

  • Typ 1 (Blitzstromableiter): Hauptverteiler, schützt vor direkten Blitzeinschlägen
  • Typ 2 (Überspannungsableiter): Haupt- oder Unterverteiler, schützt vor indirekten Überspannungen. Seit Oktober 2016 in Neubauten Pflicht nach DIN VDE 0100-443/-534.
  • Typ 3 (Endgeräteschutz): direkt vor empfindlichen Geräten — PC, TV, HiFi

💡 Meine Praxis-Empfehlung: Überspannungsschutz im Verteiler PLUS Steckdosen mit integriertem Überspannungsschutz direkt vor teuren Geräten. Mehrfachsteckdosen mit Typ-3-Überspannungsschutz kosten 20-50 € — im Vergleich zum drohenden Schaden Pflicht-Investition. Details: Überspannungsschutz für PV-Anlagen.

Rauchmelder und Steckdosen mit Kindersicherung

Etwa 600 Menschen sterben in Deutschland jährlich bei Wohnungsbränden — die meisten nicht durch das Feuer, sondern durch Rauchgase im Schlaf. Die Installation von Rauchmeldern ist in allen 16 Bundesländern Pflicht — Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure als Rettungsweg.

Sinnvoll zusätzlich: Wohnzimmer, Büro, Treppenhaus. In der Küche keinen Rauchmelder (Fehlauslösungen durch Kochdämpfe), sondern Hitzemelder. Vernetze die Melder untereinander (Funk oder Kabel) — im Brandfall lösen alle gleichzeitig aus.

Bei Kindern im Haushalt gehören Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz zur Pflichtausstattung. Fest eingebaute Variante ist der Nachrüst-Lösung mit Kunststoffeinsätzen deutlich vorzuziehen — einmal installiert, dauerhaft sicher.

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Komfortinstallation — was wirklich täglich genutzt wird

Komfortinstallation ist nicht „alles, was geht“ — sondern das, was wirklich jeden Tag genutzt wird. Bevor du etwas einplanst, frag dich: Werde ich das in 10 Jahren noch nutzen? Was wirklich täglich genutzt wird, lohnt sich. Was nach dem ersten halben Jahr aus der Mode gerät, war Geld zum Fenster raus. Hier die Komfort-Bausteine, die sich aus meiner Erfahrung in 30 Jahren Praxis bewährt haben.

Videosprechanlage — einer der lohnendsten Komfort-Bausteine

Die klassische Klingel mit Summer ist out. Heute gehört eine Video-Sprechanlage zur Standard-Komfortausstattung — und wird wirklich jeden Tag genutzt. Du siehst, wer vor der Tür steht, kannst öffnen ohne aufzustehen, und hast über App-Anbindung den Eingang auch von unterwegs im Blick. Setze auf eine kabelgebundene Anlage — deutlich zuverlässiger als reine Funk-Systeme. Im Rohbau eine entsprechende Leitung zur Haustür vorsehen.

Rolladensteuerung Elektrische Rollläden — einzeln oder zentral?

Elektrische Rollläden sind kein Luxus mehr, sondern beim Neubau praktisch Standard. Die Frage ist nur: einzeln per Schalter oder zentral gesteuert?

  • Jalousieschalter pro Fenster: Einfach, günstig, robust. Zwei nebeneinanderliegende Fenster kannst du auf einen Schalter zusammenlegen.
  • Zentrale Rollladensteuerung: Wochenprogramm, Wind-/Helligkeitssensor, Anwesenheitssimulation im Urlaub. Aufwendiger, teurer — lohnt sich vor allem bei Smart Home.

Wichtig: Bei Neubau/Umbau auf kabelgebundene Lösungen setzen, nicht auf Funk. Funk-Lösungen nur bei reiner Nachrüstung. Details: Rolladensteuerung.

Bewegungsmelder — Komfort, Sicherheit und Energiesparen

Eines der besten Preis-Leistungs-Features. Sinnvolle Einsatzorte: Eingang außen, Flur, Treppenhaus, Gäste-WC, Garage, Garten. Sensibilität und Nachlaufzeit einstellbar wählen. Details: Dämmerungsschalter.

Strukturierte Netzwerkverkabelung — heute Pflicht, nicht Komfort

Was früher Komfort war, ist heute Standard: eine strukturierte Netzwerkverkabelung mit zentralem Kommunikationsverteiler. Sternförmig werden Leitungen für Netzwerk, Telefon, Antenne und Sprechanlage in alle Räume geführt. Faustregel: 2 LAN am TV, 2 am Schreibtisch, 1 pro Kinderzimmer, 1 im Schlafzimmer, 1 im Flur für Repeater. Wo heute kein Anschluss nötig: mindestens ein Leerrohr zum Kommunikationsverteiler. Details: Netzwerk installieren.

Heimnetzwerk aufbauen, einrichten und prüfen - der große Ratgeber
Smart Home — wenn, dann richtig

Smart Home ist die Königsklasse. Aber: Hier wird viel Geld in Systeme gesteckt, die nach 3 Jahren nicht mehr supportet werden. Aus meiner Sicht klar:

⚡ Meine Praxis-Empfehlung zu Smart Home: Wenn du dich für Smart Home entscheidest, dann nicht über Funk — sondern kabelgebunden über KNX oder Loxone. Beide sind etablierte, herstellerunabhängige Systeme, die auch in 20 Jahren noch funktionieren. Reine Funk-Systeme sind günstig im Einstieg, aber langfristig riskant (Hersteller-Insolvenz, App-Einstellung, Funk-Probleme im Stahlbeton).

Sinnvoll bei Smart Home: Jalousiesteuerung zentral mit Zeitprogramm, Heizungssteuerung mit digitalen Thermostaten, Videoüberwachung außen, Anwesenheitssimulation. Wenn Smart Home, dann früh planen — alle Leitungen müssen im Rohbau zum zentralen Punkt gezogen sein.

Digitale Raumtemperaturregelung

Eine der wirkungsvollsten Komfort- und Energiespar-Maßnahmen: digitale Raumthermostate in jedem Zimmer. Genauere Regelung als analoge Drehthermostate, Zeitprogramm pro Raum, bei Fußbodenheizung Stellantriebe am Heizkreisverteiler. Investition amortisiert sich in wenigen Jahren über Heizkostenersparnis.

Wallbox-Vorbereitung — auch ohne aktuelles E-Auto

Auch wenn du heute kein E-Auto hast: Eine Wallbox-Vorbereitung kostet im Rohbau wenig und spart später Tausende. Das heißt: ein Leerrohr vom Zählerschrank zur Garage/zum Carport, dazu ein Reserveplatz im Verteiler für die spätere Absicherung. Details: Wallbox Installation.

Leerrohre — die billigste Zukunftsversicherung

Wenn du eine einzige Komfort-Investition tätigen solltest, dann diese: Großzügig Leerrohre vorsehen. Sie kosten im Rohbau ein paar hundert Euro, ersparen aber später Tausende. Sinnvolle Stellen: vom Verteiler zu jedem Stockwerk, vom Kommunikationsverteiler in jeden Raum, zur Garage (Wallbox), zu möglichen Kamera-Standorten, zur Sauna, an Fenster/Türen für Alarmkontakte. Details: Leerrohre in der Betondecke.

Energie sparen durch clevere Planung

Mit dem kräftigen Anstieg der Energiepreise lohnt es sich, beim Planen an bewussten Energieeinsatz zu denken. Aus 30 Jahren Praxis die wirkungsvollsten Maßnahmen:

  • Kontrollschalter gegen Stand-by: Steckdosen für Fernseher, Stereoanlage und Spielekonsole werden über einen Kontrollschalter an der Wohnzimmertür geschaltet. Meine Berechnung: 200-300 € Stromkosten pro Jahr allein durch Stand-by im Haushalt.
  • Bewegungsmelder in Flur, Treppenhaus, Eingang, Toilette und Garten.
  • Einzelraumregelung der Heizung über Raumthermostate, bei Fußbodenheizung mit elektrischen Stellantrieben.
  • Fensterkontakte, die die Heizung beim Öffnen automatisch herunterfahren.
  • Zeitschaltuhren, die das Bad nur zu bestimmten Zeiten heizen.
  • LED-Beleuchtung mit gezielten Beleuchtungsgruppen statt einer großen Deckenleuchte.
  • Smart-Home-Steuerung kombiniert mehrere dieser Maßnahmen zentral steuerbar.

💡 Faustregel: Bei jeder Maßnahme die Installationskosten gegen die Einsparung über Jahrzehnte rechnen. Eine Maßnahme, die 200 € kostet und 50 € pro Jahr spart, hat sich nach 4 Jahren amortisiert — und spart danach 20 Jahre lang Geld.

Wer macht’s? Eigenleistung und Fachkraft

Vorarbeiten wie Schlitze stemmen, Dosen setzen, Rohre und Kabel verlegen, Leitungen einziehen kannst du als geschickter Heimwerker im stromlosen Zustand selbst übernehmen und so viel Geld sparen. Anschluss, Absicherung, Inbetriebnahme und Abnahme bleiben Sache der Elektrofachkraft. Wo genau die Grenze verläuft und welche Fehler du unbedingt vermeiden musst, liest du unter Elektroinstallation selber machen.

Kosten Elektroinstallation

So sprichst du mit deinem Elektriker — 10-Fragen-Leitfaden

Der Erfolg deiner Planung hängt zu 80 Prozent vom guten Gespräch mit deiner Elektrofachfirma ab. Hier die zehn Fragen, mit denen du das erste Gespräch strukturierst:

  1. „Welcher Ausstattungswert nach RAL-RG 678 ist Ihre Standard-Empfehlung — und was kostet Aufwertung um eine Stufe?“ — der Preisanker für alles Weitere.
  2. „Wie viele Stromkreise sind für mein EFH sinnvoll und wie sieht Ihre Aufteilung auf FI-Schutzschalter aus?“ — zeigt das Sicherheitsverständnis.
  3. „Welche Leerrohre planen Sie standardmäßig ein — vom Hauptverteiler zu Unterverteilern, Dach und Keller?“ — Zukunftssicherheit für PV, Wallbox, Smart Home.
  4. „Wie ist Ihre Empfehlung zu Überspannungsschutz Typ 1, 2 und 3?“ — Typ 2 seit 2016 Neubau-Pflicht, Typ 3 ist die Praxis-Ergänzung.
  5. „Welches Schalterprogramm empfehlen Sie und in welchen Ausführungen?“ — Design-Entscheidung, die sich über 30 Jahre bewährt.
  6. „Wie sieht Ihr Konzept für das strukturierte Netzwerk aus — Kommunikationsverteiler, LAN-Dosen, Patchfeld?“ — WLAN-Ergänzung, nicht -Ersatz.
  7. „Was ist Ihr Angebot zu Türsprechanlage — kabelgebunden oder Funk, welche Marke?“ — heute Standard.
  8. „Wie kalkulieren Sie mit meiner Eigenleistung — welche Vorarbeiten kann ich übernehmen und wie zieht das vom Angebot ab?“ — konkrete Ersparnis.
  9. „Wann kommen Sie zur Zwischenkontrolle und wie sieht die Etappenabnahme aus?“ — Qualitätssicherung.
  10. „Was ist im Angebot NICHT enthalten und muss ich zusätzlich einplanen?“ — verhindert Nachtrags-Überraschungen.

Praxis-Tipps aus 30 Jahren Elektriker-Praxis

  • Putzsteckdose an der Eingangstür jedes Raumes, unterhalb der Lichtschalter — sehr praktisch und zweckgebunden.
  • Sauna oder Werkstatt geplant? Kraftanschluss oder Leerrohr vom Verteiler vorsehen.
  • Verteilerreserve: Zähler- und Unterverteiler mit mindestens 30 Prozent freien Plätzen dimensionieren.
  • Bei Kostendruck: Statt zu sparen lieber Leerrohre vorsehen. Smart Home, Kameras, Sauna, zusätzliche Leuchten — alles später nachrüstbar.
  • Küchenplan früh — der Küchenplaner braucht 2-3 Monate Vorlauf und muss mit dem Elektriker abgestimmt sein.
  • Fotos vor dem Verputzen — jeder Kabelweg mit Maßband dokumentiert. Das rettet dich bei jedem späteren Bohrloch.
  • Materialliste absprechen — was du selbst online kaufen kannst und was der Elektriker liefert.

Häufige Fragen zur Planung (FAQ)

Wann muss ich mit der Elektroplanung beginnen?
So früh wie möglich — idealerweise 6-12 Monate vor Baubeginn. Was im Plan steht, lässt sich leicht ändern; was schon in der Wand steckt, nur teuer.

Welcher Ausstattungswert ist für ein Einfamilienhaus sinnvoll?
Für die meisten Bauherren ist Standard oder Komfort (★★ oder ★★★) der richtige Maßstab, idealerweise mit „plus“ (Vorbereitung für Gebäudesystemtechnik). Mindestausstattung ist heute nicht mehr zeitgemäß.

Wie viele Steckdosen pro Raum sind sinnvoll?
Faustregel: lieber zu viele als zu wenige. Wohnzimmer 8-12, Schlafzimmer 6-8 (mit Doppelsteckdose pro Bettseite), Küche 6-15 Arbeitssteckdosen plus eigene Geräteanschlüsse.

Was ist der Unterschied zwischen Standard- und Komfortausstattung?
Standard (★★) entspricht der heutigen üblichen Ausstattung. Komfort (★★★) bedeutet mehr Anschlüsse, getrennte Beleuchtungsgruppen, Dimmer, mehr Netzwerkanschlüsse und vorbereitete Erweiterungen.

Brauche ich Leerrohre, wenn ich Smart Home erst später möchte?
Ja, unbedingt. Leerrohre mit Leerdosen kosten in der Rohinstallation wenig und ersparen später teure Stemmarbeiten. Die günstigste Zukunftsversicherung.

Kann ich den Elektroplan selbst zeichnen?
Den ersten Wurf ja — mit Grundrissplan 1:50 und den Schaltsymbolen. Die finale Planung mit Stromkreisaufteilung, Querschnitten und Absicherungen erstellt die Elektrofachkraft.

Welche Räume brauchen ihren eigenen Stromkreis?
Mindestens: Küche (mehrere Kreise), Bad (mit eigenem FI), Waschmaschine, Trockner, jeder Großverbraucher (Herd, Geschirrspüler, Mikrowelle, Gefrierschrank, Werkstatt, Wallbox). Pro Stockwerk mindestens ein FI-Schutzschalter.

Was ist der Unterschied zwischen FI und LS?
Der FI-Schutzschalter erkennt Fehlerströme über den Menschen und schaltet in Millisekunden ab — er rettet Leben. Der Leitungsschutzschalter (LS) erkennt Kurzschluss und Überlast und schützt das Haus vor Brand. Beides ist nötig, das eine ersetzt das andere nicht.

Brauche ich einen Brandschutzschalter (AFDD)?
Im privaten Wohnungsbau nicht zwingend Pflicht, in bestimmten Bereichen schon (Kitas, Pflegeheime, Räume mit erhöhter Brandgefahr). Als zusätzliche Sicherheit in Schlafräumen und Fluchtwegen sinnvoll — persönliche Entscheidung.

Welches Smart-Home-System ist 2026 empfehlenswert?
Aus meiner Sicht: KNX oder Loxone — beide kabelgebunden, etablierte Standards, langfristig stabil. Funk-Systeme nur in Ausnahmen, etwa beim Nachrüsten ohne Stemmarbeiten.

Sollen Rollläden zentral oder einzeln gesteuert werden?
Beides funktioniert. Einzeln mit Jalousieschalter ist einfach und günstig. Zentralsteuerung bietet Wochenprogramm und Wind-/Helligkeitsautomatik — lohnt sich bei Smart Home.

Wie kann ich beim Planen schon Energie sparen?
Kontrollschalter für Stand-by-Steckdosen (spart 200-300 € im Jahr), Bewegungsmelder in Flur und Treppenhaus, Raumthermostate pro Zimmer, Fensterkontakte für die Heizung, LED-Beleuchtung mit gezielten Gruppen.

Was kostet eine komplette Elektroinstallation im EFH 2026?
Richtwert: 3-5 Prozent der Baukosten. Bei einem 600.000-€-EFH also 18.000-30.000 € bei mittlerer Ausstattung. Details unter Kosten Elektroinstallation.

Was passiert, wenn ich den Ausstattungswert später erhöhen will?
Nach dem Rohbau ist eine echte Aufstufung praktisch unmöglich ohne massive Stemmarbeiten. Deshalb: Leerrohre einplanen. Damit hältst du dir Optionen offen, ohne heute alles zu installieren.

Kann ich die Materialbeschaffung selbst machen?
Ja, das ist bei den meisten Elektrikern möglich, wenn du eine abgestimmte Materialliste befolgst. Rechne mit einem Aufschlag von 10-15 % auf die Arbeitsstunde als Ausgleich. Ersparnis: online oft 25-38 % günstiger als beim Elektriker.

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Fazit

Eine gute Elektroinstallation entsteht im Kopf des Bauherrn — nicht beim Elektriker. Wer früh anfängt zu planen, seine Möblierung in den Grundriss zeichnet, die Schaltsymbole versteht und Raum für Raum durchgeht, bekommt am Ende genau die Installation, die zu seinem Leben passt. Großzügig planen, an die Zukunft denken, Leerrohre vorsehen — das sind die Erfolgsfaktoren.

Bei Sicherheit nicht sparen: mindestens ein FI pro Stockwerk, eigener FI fürs Bad, Überspannungsschutz Typ 2 als Standard, Rauchmelder in Schlafräumen und Fluchtwegen, Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz bei Kindern. Beim Komfort auf die Dinge konzentrieren, die täglich genutzt werden: Videosprechanlage, elektrische Rollläden, Bewegungsmelder, strukturiertes Netzwerk und gute Heizungsregelung.

Mein Rat aus 30 Jahren Praxis: Misch als Bauherr aktiv mit. Sprich mit deiner Elektrofachfirma, nicht nur mit dem Bauträger. Was du selbst durchdacht und auf Papier gebracht hast, bekommst du auch genau so. Was du nicht ansprichst, gibt es später nicht — oder nur gegen teures Geld nach.

Wer den kompletten Planungs-Prozess Schritt für Schritt an einer Musterinstallation nachvollziehen möchte — inklusive Verlegeplan, Verkabelungsschema und Raum-für-Raum-Checkliste zum Ausdrucken — findet das im Praxis-Ratgeber „Hauselektrik verstehen, planen & Geld sparen“ auf 297 Seiten.

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⚡ Haftungsausschluss: Dieser Ratgeber vermittelt Planungs- und Praxiswissen zur Elektroinstallation. Arbeiten am festen Stromnetz sind nach § 13 NAV und DIN VDE 0100 ausschließlich eingetragenen Elektrofachbetrieben vorbehalten und können bei unsachgemäßer Ausführung lebensgefährlich sein. Diese Anleitung ersetzt keine fachgerechte Installation und Abnahme durch einen Elektrofachbetrieb. Jegliche Umsetzung erfolgt auf eigene Verantwortung und Gefahr. Für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen. Im Zweifel: Elektrofachbetrieb beauftragen.

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