Charakteristik wählen — B für Wohnraum, C für Motor/LED-Gruppen, D für Schweißgerät
FI-Typ festlegen — Typ A im Haushalt, Typ B für Wallbox ohne DC-Erkennung
Selektivität zur Vorsicherung prüfen — SLS 35A → max. B20A nachgeschaltetDas Wichtigste in Kürze
Die Sicherung schützt die Leitung, nicht das angeschlossene Gerät
Der Leitungsquerschnitt bestimmt die maximale Sicherungsgröße — nie andersherum
Im Wohnhaus ist die B-Charakteristik Standard (B10A, B16A, B20A)
Alle Steckdosen bis 32A brauchen seit 2007 einen FI-Schutzschalter 30mA
Für Wallbox und PV ist meist FI Typ A EV, F oder B nötig
Bei Zählervorsicherung 35A SLS darf nachgeschaltet max. B20A hängen (Selektivität)
Die endgültige Auslegung bei Neubau und Erweiterung macht die Elektrofachkraft
Was heißt eigentlich „die richtige Sicherung“?
Viele denken: Sicherung = schützt mein Gerät. Das ist falsch. Die Sicherung schützt in erster Linie die Leitung in der Wand. Wenn ein Fehler auftritt, soll sie verhindern, dass das Kupferkabel überhitzt und einen Hausbrand auslöst.
Das heißt umgekehrt: Du kannst nicht einfach eine größere Sicherung einbauen, nur weil deine aktuelle „immer rausfliegt“. Eine zu große Sicherung lässt die Leitung glühen, bevor sie abschaltet — klassische Brandursache.
Die „richtige“ Sicherung ist deshalb immer die, die zum schwächsten Glied in der Kette passt. Und das schwächste Glied ist meist die Leitung mit dem kleinsten Querschnitt im Stromkreis.
Der 7-Schritte-Entscheidungs-Baum
Egal welchen Verbraucher du absichern willst — vom LED-Spot bis zur Wallbox — die Entscheidung läuft immer über diese sieben Schritte. In der richtigen Reihenfolge:
Welche Verlegeart? VDE 0298-4 Reduktionsfaktoren beachten
Welche Charakteristik? B, C oder D je nach Einschaltverhalten
FI-Pflicht und FI-Typ? A, F, B oder B+ je Einsatzort und Verbraucher
Selektivität? Zur vorgeschalteten SLS oder Hauptsicherung
Jetzt gehen wir jeden Schritt einzeln durch — mit Rechenbeispielen und Praxis-Werten aus dem Wohnbau.
Schritt 1: Welcher Verbraucher-Typ liegt vor?
Verbraucher verhalten sich beim Einschalten unterschiedlich. Das entscheidet später über die Charakteristik der Sicherung.
Ohmsche Verbraucher — Heizstäbe, Glühlampen, Herd, Backofen, Durchlauferhitzer, Toaster. Ziehen beim Einschalten etwa den Nennstrom. Charakteristik B passt immer.
Induktive Verbraucher — Motoren, Kompressoren, Pumpen, Transformatoren, Werkstattmaschinen. Ziehen beim Anlauf das 5- bis 7-fache des Nennstroms für Sekundenbruchteile. Hier brauchst du oft Charakteristik C.
Elektronische Verbraucher — LED-Treiber, Schaltnetzteile, Wechselrichter, Server. Haben sehr kurze, aber hohe Einschaltstromspitzen (bis zum 60-fachen Nennstrom für Mikrosekunden). Bei mehreren LED-Treibern in einem Kreis wird C-Charakteristik nötig.
ℹ️ Faustregel aus der Praxis: Wenn du nicht weißt, ob B oder C — nimm B. Fliegt sie beim Einschalten raus, tausch gegen C. Umgekehrt ist nicht erlaubt: Mit C-Charakteristik übersiehst du Fehler, die B noch melden würde.
Schritt 2: Nennstrom aus der Leistung berechnen
Du hast einen Verbraucher mit bekannter Wattzahl? Dann rechnest du so:
Einphasig (230 V): I = P ÷ 230V
2.000 W Staubsauger → 2000 ÷ 230 = 8,7 A → B10A reicht, Standard B16A
3.500 W Durchlauferhitzer klein → 3500 ÷ 230 = 15,2 A → B16A, Grenzfall
4.000 W Herdplatte → 4000 ÷ 230 = 17,4 A → B16A zu klein, Herd 3-phasig anschließen
Dreiphasig (400 V): I = P ÷ (400V × 1,732)
11.000 W Wallbox → 11000 ÷ 692 = 15,9 A je Phase → B16A je Phase
22.000 W Wallbox → 22000 ÷ 692 = 31,8 A je Phase → B32A je Phase
21.000 W Durchlauferhitzer → 21000 ÷ 692 = 30,3 A je Phase → B32A je Phase
⚠️ Reserve einplanen: Rechnest du 15,2 A, nimmst du nicht automatisch B16A. Du prüfst zuerst, ob der Verbraucher auch im Dauerbetrieb unter 16A bleibt. Durchlauferhitzer mit 3,5 kW ziehen bei kaltem Wasser mehr — hier besser 3-phasig oder größeren Querschnitt.
Schritt 3: Welcher Querschnitt liegt (oder kommt) in der Wand?
Das ist der entscheidende Punkt. Die Sicherung muss zur Leitung passen — sonst brennt die Leitung durch, bevor die Sicherung schaltet.
NYM-Querschnitt
Max. Nennstrom (Verlegeart B2)
Typische Sicherung
Einsatz
1,5 mm²
16 A
B10A, B13A, B16A
Beleuchtung, Steckdosen Wohnraum
2,5 mm²
20-25 A
B16A, B20A, B25A
Steckdosen Küche, Herd, Wallbox 11kW
4 mm²
27-34 A
B25A, B32A
Großgeräte, Zuleitung UV
6 mm²
36-43 A
B32A, B40A
Durchlauferhitzer, Wallbox 22kW
10 mm²
50-60 A
B50A, B63A
Unterverteiler-Zuleitung
16 mm²
66-80 A
B63A, D80
Hauptleitung ins Haus
Mehr Details zum Querschnitt und zur Berechnung findest du im Spezial-Artikel Kabelquerschnitt berechnen.
🚫 Niemals: Sicherung „ein Stück größer“ einbauen
Wenn der FI oder LS „immer rausfliegt“, ist das ein Signal — kein Grund zum Hochrüsten. Wer eine 1,5 mm²-Leitung mit B25A absichert, baut sich einen Hausbrand ein. Die Sicherungsgröße folgt immer dem Querschnitt, nie dem Wunsch.
Leitungsschutzschalter/ Sicherung
Schritt 4: Welche Verlegeart hast du?
Die Werte in der Tabelle oben gelten für die Standard-Verlegeart im Wohnbau (B2 — Mantelleitung unter Putz im Mauerwerk). Bei anderen Verlegearten gelten Reduktionsfaktoren laut VDE 0298-4.
Verlegeart
Beschreibung
Reduktion
A1
Aderleitung in Rohr in wärmedämmender Wand
ca. 20 % weniger
A2
Mantelleitung in Rohr in wärmedämmender Wand
ca. 25 % weniger
B1
Aderleitung in Rohr auf oder in Wand
ca. 10 % weniger
B2
Mantelleitung in Rohr auf/in Wand
Standardwert (0 %)
C
Mantelleitung direkt auf Wand oder im Mauerwerk
+ ca. 10 %
E
Mantelleitung frei in Luft
+ ca. 20 %
Hinzu kommen Reduktionsfaktoren für Häufung (mehrere belastete Leitungen im Rohr) und Umgebungstemperatur (ab 30 °C aufwärts weniger belastbar — relevant im Dachboden).
ℹ️ Praxis-Realität: Im normalen Wohnbau mit Mantelleitung im Mauerwerk kannst du mit den Tabellenwerten oben rechnen. Kritisch wird es bei nachträglichen Dämmungen, mehreren Leitungen im Leerrohr, Dachgeschoss oder Fußbodenheizung — da brauchst du die vollständige VDE 0298-4-Rechnung oder einen Elektriker.
Schritt 5: Welche Auslöse-Charakteristik — B, C oder D?
Die Charakteristik beschreibt, wie schnell der LS-Schalter bei Überstrom auslöst. Buchstabe + Nennstrom gehören zusammen — ein „B16A“ löst bei anderen Werten aus als ein „C16A“.
Charakteristik
Schnellauslösung bei
Einsatzbereich
B
3-5 × Nennstrom
Wohnraum, Steckdosen, Licht, Herd — Standard
C
5-10 × Nennstrom
Motoren, Pumpen, mehrere LED-Treiber, Transformatoren
Seit 2007 schreibt die VDE 0100-410 vor: Alle Steckdosen bis 32A im Wohnbereich müssen über einen FI-Schutzschalter 30mA laufen. Bei Neubau gilt das für praktisch alle Endstromkreise. Die Frage ist also meist nicht ob, sondern welcher FI-Typ.
FI-Typ
Erkennt
Einsatz
AC
Nur Wechselstromfehler
In Deutschland nicht mehr zulässig
A
AC + pulsierender Gleichstrom
Standard Haushalt, Steckdosen, Licht
F
A + Mischfrequenzen
Waschmaschinen mit Inverter, Frequenzumrichter
B
F + glatter Gleichstrom
Wallbox ohne DC-Erkennung, PV-Wechselrichter
B+
B + Frequenzbereich erweitert
Brandschutz-relevante Bereiche
Typ A EV
A + 6mA DC-Erkennung
Wallbox mit integrierter DC-Erkennung (günstige Alternative zu B)
In jedem Haus gibt es eine Hierarchie: Hausanschluss-Sicherung (NH), Zählervorsicherung (SLS), dann die LS-Schalter im Verteiler. Kommt es zu einem Fehler, soll immer nur der naheste LS auslösen — nicht gleich das ganze Haus dunkel werden.
Dafür muss zwischen zwei hintereinandergeschalteten Sicherungen genug „Abstand“ sein. Faustregel: Faktor 1 zu 1,6.
Vorsicherung
Maximal nachgeschaltet (B-Charakteristik)
SLS 25A
B16A
SLS 35A (Standard EFH)
B20A, besser B16A
SLS 50A
B32A
SLS 63A
B40A
ℹ️ SLS vs. normale Sicherung: Ein SLS-Schalter (selektiver Leitungsschutzschalter) ist genau dafür gebaut — er löst später aus als nachgeschaltete LS. Mit zwei normalen LS hintereinander ist Selektivität schwieriger zu erreichen.
Die große Entscheidungs-Tabelle — 20 häufige Anwendungen
Hier bekommst du für die wichtigsten Alltags-Situationen die fertige Antwort. Alle Werte für Standard-Verlegung im Wohnhaus:
FI:Typ A reicht NICHT. Entweder Typ B (teuer, 300-500€) oder Typ A EV (günstiger, 150€) wenn die Wallbox eine integrierte 6mA-DC-Erkennung mitbringt
Pflicht: Anmeldung beim Netzbetreiber
⚠️ Häufigster Fehler: Wallbox mit normalem Typ A FI absichern. Bei Gleichstromfehler kann der FI „erblinden“ und löst nicht mehr aus — Lebensgefahr. Immer prüfen: hat die Wallbox DC-Erkennung integriert (dann Typ A EV reicht), oder nicht (dann Typ B zwingend).
Praxis-Beispiel 4: Werkstatt mit Kompressor und Drehmaschine
Werkstatt im Keller mit Kompressor (1,5 kW), kleiner Drehbank und Standbohrmaschine.
Querschnitt: 2,5 mm², bei 3-phasigen Maschinen 5×2,5 mm²
LS-Schalter: C16A oder C20A — nicht B! Die Einschaltströme der Motoren würden B zu oft auslösen
FI: 30 mA Typ F (wegen möglicher Frequenzumrichter in modernen Maschinen)
Steckdosen: CEE 400V 16A rot für Drehstrom-Maschinen
Praxis-Beispiel 5: Lichtstromkreis mit 20 LED-Spots
Ein moderner Beleuchtungskreis mit vielen LED-Spots (je 7W). Einschaltstromspitzen der elektronischen Treiber summieren sich.
Querschnitt: 1,5 mm²
LS-Schalter: Bei bis zu 10 Spots noch B10A. Ab 15-20 Spots besser C16A, sonst fliegt der LS beim Einschalten
FI: 30 mA Typ A
Alternative: Einschaltstrombegrenzer vor den Treibern einbauen
Praxis-Beispiel 6: Badezimmer-Steckdose und Beleuchtung
Badezimmer ist besonders geregelt (DIN VDE 0100-701) wegen der Zonen 0, 1, 2 um Dusche und Badewanne.
Querschnitt: 1,5 mm²
LS-Schalter: B16A für Steckdose, B10A für Licht
FI: 30 mA Typ A — zwingend für alle Steckdosen und Leuchten im Bad
Zonen: Steckdose nur außerhalb Zone 2 (mind. 60 cm von Dusche/Wanne), Licht in Zone 1 nur Schutzkleinspannung
Praxis-Beispiel 7: Außensteckdose für Rasenmäher und Kettensäge
Standard-Außensteckdose an der Hauswand für Gartengeräte.
Querschnitt: 1,5 mm², Zuleitung über Innenraum
LS-Schalter: B16A
FI: 30 mA Typ A — zwingend für Steckdosen im Außenbereich
Steckdose: IP44 mit Klappdeckel, besser IP54 bei Spritzwasser
Spannungsfall bei langen Leitungen
Bei langen Zuleitungen (ab ca. 20 m) wird der Spannungsfall relevant. Die VDE 0100-520 schreibt vor: Zwischen Zähler und Verbraucher max. 3 % für Beleuchtung, max. 5 % für andere Verbraucher.
Faustregel 1-phasig 230V, B16A, NYM-J 3-adrig:
1,5 mm² → bis ca. 15 m unkritisch
2,5 mm² → bis ca. 25 m unkritisch
4 mm² → bis ca. 40 m unkritisch
6 mm² → bis ca. 60 m unkritisch
Für Gartenhaus, Ferienhaus-Zuleitung oder lange Garagen-Strecken immer den Spannungsfall nachrechnen — nicht nur den Querschnitt nach Nennstrom auslegen. Bei zu großem Spannungsfall glühen Lampen schwach und Motoren laufen heiß an.
Kurzschlussschaltvermögen: 6 kA oder 10 kA?
Jeder LS-Schalter hat ein maximales Kurzschlussschaltvermögen (Icn), aufgedruckt in einem Rechteck — meist 6000 oder 10000.
6 kA — Standard für Einfamilienhaus, reicht praktisch immer bei normaler Entfernung zum Trafo
10 kA — Pflicht in Gewerbegebäuden, in direkter Trafonähe oder bei kurzen Zuleitungen vom Transformator
15 kA, 25 kA — Industriebereich
Im normalen Wohnbau ist 6 kA ausreichend. Wer sich unsicher ist, nimmt 10 kA — die Mehrkosten liegen bei ein paar Euro pro LS.
Hauptsicherung und Zählervorsicherung — was gibt der Netzbetreiber vor?
Vor dem Zähler sitzt die NH-Sicherung (Niederspannungs-Hochleistung) oder der SLS-Schalter als selektiver Vorzähler. Diese Werte legt nicht der Elektriker, sondern der Netzbetreiber fest — je nach Anschlussleistung des Hauses.
Standard EFH ohne Wärmepumpe/Wallbox: 35 A SLS, 3-phasig = max. 24 kW Anschlussleistung
EFH mit Wallbox 11 kW + Wärmepumpe: oft 50 A SLS = max. 34 kW
EFH mit 22-kW-Wallbox: meist 63 A SLS, Netzbetreiber muss zustimmen
Wenn du planst zu erweitern (Wallbox, Wärmepumpe), unbedingt vorab beim Netzbetreiber die Anschlussleistung prüfen lassen — ggf. muss der SLS getauscht werden.
7 typische Fehler aus 30 Jahren Praxis
Sicherung „ein Stück größer“ eingebaut, weil sie fliegt. Klassischer Hausbrand-Auslöser. Erst Ursache suchen (Überlast? Kurzschluss? FI-Fehler?), nie hochrüsten.
Falsche Charakteristik gewählt. B für Werkstatt-Motor funktioniert nicht. C für Wohnraum-Standard ist überdimensioniert und verschiebt Fehler.
Typ A bei Wallbox eingebaut. Lebensgefahr durch FI-Erblindung. Immer Typ B oder Typ A EV mit DC-Erkennung.
Steckdosenkreis mit 2,5 mm² und B25A abgesichert. Steckdosen sind bauartbedingt nur bis 16A zugelassen — auch mit größerem Querschnitt bleibt B16A Pflicht.
Selektivität ignoriert. B32A nach SLS 35A — bei jedem größeren Fehler fliegt die ganze Wohnung dunkel statt nur ein Kreis.
FI für zu viele Stromkreise. Ein FI für das ganze Haus — fällt der aus, ist alles dunkel. Besser: Gruppen-FIs oder RCBOs.
Spannungsfall bei Außenleitungen vergessen. 50m Zuleitung Gartenhaus mit 1,5 mm² — die LED-Lampe leuchtet, der Rasenmäher läuft nicht mehr an.
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FAQ — häufig gestellte Fragen
Kann ich eine 10A-Sicherung durch 16A ersetzen, wenn sie oft fliegt?
Nein. Die Sicherungsgröße richtet sich nach dem Leitungsquerschnitt, nicht nach dem Komfortwunsch. Fliegt die Sicherung, suchst du die Ursache (Überlast, Kurzschluss, defektes Gerät). Hochrüsten gefährdet die Leitung.
Woran erkenne ich die Charakteristik meines LS-Schalters?
Auf der Front steht die Charakteristik + Nennstrom, zum Beispiel „B16″ oder „C20″. Bei alten LS steht nur die Zahl — dann ist es meist B.
Brauche ich einen FI für die Beleuchtung?
Im Neubau seit 2018 ja — DIN VDE 0100-410 fordert FI 30mA auch für Lichtstromkreise. Im Altbau nicht zwingend, aber dringend empfohlen.
Was ist der Unterschied zwischen RCBO und FI+LS getrennt?
RCBO ist beides in einem Gehäuse (FI + LS kombiniert). Vorteil: Jeder Kreis einzeln geschützt, kein Dominoeffekt wenn ein Fehler auftritt. Nachteil: teurer als klassische Lösung mit Gruppen-FI.
Wie viele Stromkreise darf ein 30mA-FI absichern?
Keine feste Zahl, aber in der Praxis maximal 6-8 LS pro FI. Grund: Jeder Verbraucher hat kleine Leckströme (max. 30 % des FI-Nennfehlerstroms sollten im Normalbetrieb nicht erreicht werden).
Muss der Herd einen eigenen FI haben?
Nein, kein eigener FI nötig. Aber: Der FI muss den Herd-Kreis mit abdecken. Typ A reicht normalerweise, bei Induktionsherd besser Typ F.
Reicht ein Typ-A-FI für die Waschmaschine?
Bei alten Maschinen ja. Bei modernen Inverter-Waschmaschinen besser Typ F — der erkennt auch Mischfrequenzen aus dem Umrichter.
Welche Sicherung für PV-Anlage mit Batteriespeicher?
AC-seitig: B16A oder B20A je Wechselrichter-Leistung, FI Typ B. DC-seitig: Strangsicherungen nach Hersteller-Vorgabe plus DC-Freischalter.
Was passiert wenn ich die Zählervorsicherung austausche?
Darfst du nicht — die ist plombiert und gehört dem Netzbetreiber. Änderung immer über Elektriker beantragen, der den Antrag beim Netzbetreiber stellt.
Reicht 6kA Kurzschlussschaltvermögen im Einfamilienhaus?
In 95% der Fälle ja. Nur in direkter Trafonähe (unter 50m zum Ortstrafo) oder bei besonders kurzen Zuleitungen kann 10kA nötig werden. Im Zweifel vom Netzbetreiber den Kurzschlussstrom am Hausanschluss erfragen.
Darf ich im Verteiler Sicherungen selbst tauschen?
Schmelzsicherungen (D01, D02) ja, wenn der Vorzähler-Bereich plombiert bleibt. LS-Schalter nein — das ist Arbeit am festen Netz nach § 13 NAV und gehört zur Elektrofachkraft.
Was heißt die Zahl im Rechteck auf meinem LS (zB 6000)?
Das ist das Kurzschlussschaltvermögen (Icn) in Ampere. 6000 = 6kA. Standard im Wohnbau.
Fazit
Die „richtige“ Sicherung findest du nicht in einer Tabelle, sondern über einen klaren Entscheidungsweg: erst der Verbraucher, dann der Nennstrom, dann die Leitung, dann die Charakteristik, dann der FI-Typ, dann die Selektivität. In der Mega-Tabelle oben hast du die Antwort für die 20 häufigsten Fälle direkt.
Was du nie machst: eine Sicherung „ein Stück größer“ einbauen, weil die alte „immer fliegt“. Das ist Brandursache Nummer eins. Fliegt eine Sicherung, hat sie ihren Job gemacht — die Ursache liegt dahinter.
⚠️ Haftungsausschluss: Dieser Ratgeber ersetzt keine Beratung durch eine Elektrofachkraft. Die endgültige Auslegung und Installation von Sicherungen im festen Netz (nach dem Zähler) ist nach § 13 NAV eingetragenen Elektrofachbetrieben vorbehalten. Alle Angaben sorgfältig recherchiert, ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit im Einzelfall. Normänderungen und spezielle Einsatzsituationen können abweichende Auslegungen erfordern.