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Elektroinstallation selber machen

13. August 2026 by Dein Elektriker

4.6/5 - (16 votes)

Elektroinstallation selber machen — was Heimwerker 2026 dürfen

Aktualisiert August 2026 — komplett neu aufgesetzt: § 13 NAV verständlich erklärt, die 60-70 % Eigenleistungs-Regel mit konkreter Ersparnis-Tabelle pro Aufgabe, Pfusch-Beispiele aus 30 Jahren Praxis, Übergangswiderstand als Brandursache Nr. 1, DIN-Höhen und Installationszonen, 10-Fragen-Leitfaden für das Gespräch mit dem Elektriker, komplette Werkzeug-Kaufliste für DIY-Bauherren, E-Check-Praxis, Balkonkraftwerk-Regeln nach Solarpaket I (2024), FAQ mit 12 Fragen und typische Fehler.

INHALTSVERZEICHNIS

Toggle
  • Elektroinstallation selber machen — was Heimwerker 2026 dürfen
    • Warum ist das Thema so heikel?
    • Rechtlicher Rahmen — § 13 NAV verständlich
    • Welche Fehler Laien am häufigsten machen
    • Aus meiner Praxis: Pfusch, den ich wirklich gesehen habe
    • Die unterschätzte Gefahr — der Übergangswiderstand
    • Was du selbst machen kannst — die 60 bis 70 Prozent
    • Was bei der Fachkraft bleibt
    • Willst du wirklich sicher und legal beim Neubau sparen?
    • Hauselektrik verstehen, planen & Geld sparen
    • Haftung und Versicherung — was du wissen musst
    • Höhen und Installationszonen einhalten
    • Leerrohre oder Direktverlegung — der wichtigste Praxis-Tipp
    • Die wichtigsten Schaltungen kennen
    • Wie du die Kosten aktiv beeinflusst
    • So sprichst du mit deinem Elektriker — 10-Fragen-Leitfaden
    • Werkzeug für DIY-Bauherren — die Kaufliste
    • Meine wichtigsten Praxis-Tipps aus 30 Jahren
    • Der E-Check — Sicherheit für Bestandsanlagen
    • Sonderfall Balkonkraftwerk — was du seit 2024 selbst darfst
    • Sechs typische Fehler bei der Eigenleistung
    • FAQ — die wichtigsten Fragen zur Eigenleistung
    • Verwandte Ratgeber auf dieser Seite
    • Fazit
    • Ähnliche Beiträge:

Kurz und knapp: Elektroinstallation komplett selber machen — das geht in Deutschland rechtlich nicht. Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) dürfen Arbeiten am festen Stromnetz nur durch eingetragene Elektrofachbetriebe ausgeführt werden. Aber: Rund 60 bis 70 Prozent aller Tätigkeiten bei einer Elektroinstallation sind einfache, handwerkliche Vorarbeiten, die ein geschickter Heimwerker im stromlosen Zustand und unter Aufsicht der Fachkraft übernehmen darf — und dabei je nach Objekt zwischen 3.000 und 8.000 Euro Arbeitskosten spart. Zu diesen erlaubten Vorarbeiten zählen Schlitze stemmen, Unterputz- und Hohlwanddosen setzen, Leerrohre verlegen, Kabel einziehen und Verteilergehäuse setzen. Was Sache der Fachkraft bleibt: Schaltungen verklemmen, Anschluss an Verteiler, Absicherung und die abschließende Inbetriebnahme mit Prüfprotokoll.

Der Schlüssel zum erfolgreichen Sparen ist ein früher und offener Dialog mit dem Elektrobetrieb — nicht die heimliche Bastelei. Wer sich an die Regeln hält, bekommt eine sichere Anlage, spart Geld und behält den Versicherungsschutz. Wer ohne Absprache dranklemmt, riskiert im besten Fall den Versicherungsschutz — im schlimmsten Fall Personen- und Sachschäden mit strafrechtlichen Konsequenzen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wo genau die Grenze verläuft, wie du das Gespräch mit deinem Elektriker führst, welches Werkzeug du wirklich brauchst und wie du realistisch tausende Euro sparst — ohne dich in Gefahr zu bringen.

Elektroinstallation selber machen — Klemmdosen im Rohbau vor dem Verputzen
Klemmdosen im Rohbau — die Vorarbeiten wie das Setzen und Verkabeln kannst du als Heimwerker selbst machen. Das Verklemmen und die Inbetriebnahme bleibt der Fachkraft.

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Rechtslage: Nach § 13 NAV sind Arbeiten am festen Netz eingetragenen Elektrofachbetrieben vorbehalten. Vorarbeiten im stromlosen Zustand und unter Aufsicht sind erlaubt.
  • Was du darfst: Schlitze stemmen, Dosen setzen, Leerrohre verlegen, Kabel einziehen, Verteiler setzen — rund 60-70 % aller Arbeiten.
  • Was der Fachkraft bleibt: Schaltungen verklemmen, Verteiler anschließen, Anlage in Betrieb nehmen und protokollieren.
  • Ersparnis: Bei einem Einfamilienhaus realistisch 3.000-8.000 € Arbeitskosten — je nach Umfang der Eigenleistung.
  • Wichtig: Immer vorher mit dem Elektrobetrieb sprechen. Nachträgliche Abnahme von Laienarbeit findet praktisch kein Betrieb.
  • Übergangswiderstand: Die häufigste Brandursache bei Laienpfusch — lockere Klemmstellen werden zu Heizungen in der Wand.
  • Höhen nach DIN 18015-2: Steckdosen 30 cm, Schalter 105 cm, Küchen-Arbeitsplatte 115 cm über OKFB.
  • Balkonkraftwerk: Seit Solarpaket I (2024) darfst du Anlagen bis 800 W Wechselrichterleistung über Schuko anschließen — mit vorheriger Prüfung der Steckdose.
  • Haftung: Wer ohne Absprache installiert, riskiert Versicherungsschutz und trägt bei Schäden persönliche Haftung.

Warum ist das Thema so heikel?

Wände streichen, Fußboden verlegen, Fliesen legen — vieles am Bau lässt sich mit handwerklichem Geschick selbst erledigen und spart bares Geld. Bei der Elektroinstallation ist das anders. Elektrizität verzeiht keine Fehler, und die Folgen zeigen sich oft erst Monate oder Jahre später — dann als Kabelbrand in der Wand oder als tödlicher Stromschlag am Handtuchheizkörper.

Trotzdem ist es nicht so, dass Heimwerker gar nichts machen dürfen. Rund 60 bis 70 Prozent aller Tätigkeiten bei einer Elektroinstallation sind einfache, mechanische Vorarbeiten, die im stromlosen Zustand ablaufen und keinerlei Elektrofachwissen verlangen — Schlitze stemmen, Dosen setzen, Rohre verlegen, Kabel einziehen. Wer diese Arbeiten unter Aufsicht der Elektrofachkraft übernimmt, kann tausende Euro sparen und trotzdem eine sichere, abgenommene Anlage haben.

Der Rest — Schaltungen verklemmen, Verteiler anschließen, Absicherung dimensionieren, Inbetriebnahme und Abnahme — bleibt Sache der Fachkraft. Nicht aus Bürokratie, sondern weil hier Fehler direkt sicherheitsrelevant sind.

Rechtlicher Rahmen — § 13 NAV verständlich

Das Elektrohandwerk ist in Deutschland meisterpflichtig und gehört zu den gefahrgeneigten Gewerken. Geregelt ist das in der Niederspannungsanschlussverordnung (§ 13 Abs. 2 NAV):

„Die Arbeiten dürfen außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden.“

Praktisch heißt das: Alles, was hinter dem Hausanschlusskasten liegt und am festen Netz hängt, darf nur ein eingetragener Elektrofachbetrieb ausführen, anschließen und in Betrieb nehmen. Das gilt für Neubau, Sanierung und Reparatur gleichermaßen — und auch für scheinbar simple Arbeiten wie den Tausch einer Steckdose oder das Setzen eines neuen Lichtschalters.

Wer sich nicht daran hält, geht ein doppeltes Risiko ein:

  • Rechtliche Konsequenzen bei Personen- oder Sachschäden — von Ordnungswidrigkeit bis strafrechtlicher Verfolgung wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Brandstiftung.
  • Verlust des Versicherungsschutzes: Haftpflicht- und Gebäudeversicherung können bei Schäden die Zahlung verweigern, weil grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

Was viele nicht wissen: Selbst wenn nichts passiert, ist eine ohne Fachkraft erstellte Anlage rechtlich „nicht abgenommen“. Das wird beim späteren Hausverkauf, bei Anmeldungen (Wallbox, PV, Wärmepumpe) oder bei jeder Schadensregulierung zum Problem.

Welche Fehler Laien am häufigsten machen

In 30 Jahren als Elektriker habe ich in Wohnungen und Häusern Installationen gesehen, bei denen einem die Haare zu Berge stehen. Häufig passiert nichts — aber wenn doch, sind die Folgen schwerwiegend. Die typischen Laienfehler:

  • Zu viele Steckdosen auf einem Stromkreis — führt zu Überlast, LS löst aus, im Extremfall thermische Belastung der Leitung.
  • Zu kleiner Kabelquerschnitt gewählt — die passenden Werte kannst du mit dem Kabelquerschnitt-Rechner überprüfen. Bei Wallbox oder Herd gehen viele Laien viel zu klein ran.
  • VDE-Vorschriften für den Anwendungsbereich ignoriert (Feuchtraum, Erdreich, Trockenbau, Zugentlastung) — die Regeln sind zwingend einzuhalten.
  • Alte Kabelfarben missdeutet: In Altbauten haben Adern oft andere Funktionen als heute. Grau kann Phase oder Neutralleiter sein, Rot kann Schalterrückleiter oder Phase sein. Vor jedem Anschluss mit dem Messgerät prüfen.
  • Klassische Nullung oder Fehler beim Potenzialausgleich in Altbauten aus den 60er/70er-Jahren — unbedingt prüfen und beheben lassen.
  • Keine Spannungsfreiheit geprüft mit dem zweipoligen Spannungsprüfer (nicht Phasenprüfer!) — die 5 Sicherheitsregeln ignoriert.
  • Adern durch Krallen verletzt: Beim Einbau einer Steckdose in die Unterputzdose wird die Ader durch die Befestigungskrallen beschädigt — Fehlerstrom oder Kurzschluss drohen. Besser mit Schrauben an den Domen der Dose befestigen.

🚫 Die Folgen können dramatisch sein: Lose Klemmstellen schmoren und führen zu Hitze und Brand. Falsch angeschlossene Geräte verhindern das Auslösen von FI-Schutzschalter oder Sicherungsautomat im Fehlerfall. Kurzschlüsse verursachen Brände. Im schlimmsten Fall: Personenschäden bis hin zum tödlichen Stromschlag. Elektrizität ist die Brandursache Nummer eins in Deutschland — rund ein Drittel aller Wohnungsbrände geht auf Elektrofehler zurück.

Aus meiner Praxis: Pfusch, den ich wirklich gesehen habe

Ein paar Beispiele aus 30 Jahren Baustellen-Realität, damit du dir vorstellen kannst, was in Wohnungen passieren kann, wenn Laien ohne Anleitung Hand anlegen:

  • Adern einfach verdrillt, ohne Klemme, ohne Dose: In einer Wohnung waren Leitungen einfach miteinander verdrillt und mit Isolierband umwickelt — nicht mal in einer Klemmdose. Zwei verschiedene Querschnitte (1,5 mm² mit 2,5 mm²) blind zusammengesteckt.
  • „Hauptsache, das Licht brennt“: Es wird angeklemmt, was gerade da ist oder passt — ohne Rücksicht auf Querschnitt, Farbcode oder Belastung.
  • Grün-gelb als Phase zweckentfremdet: Der absolute Klassiker und schlimmste Pfusch — Schutzleiter-Adern (PE) werden als stromführende Phase missbraucht, weil „grad keine andere Ader frei“ war.
  • Versteckte Abzweigdosen hinter Rigipswänden: Beliebt, weil optisch sauber. Aber wenn dann etwas nicht funktioniert, muss der Elektriker wie ein Detektiv Wände aufklopfen, um die Fehlerstelle zu finden. Kostet Zeit und Geld — komplett unnötig.
  • Leitungen krumm und quer verlegt, dann sofort verputzt oder tapeziert — niemand weiß mehr, wo Strom liegt. Bohren wird zum Glücksspiel, das schnell in der 230-V-Leitung endet.

⚡ Persönlich gesprochen: Was mich nach 30 Jahren am meisten ärgert, ist das „lockere Wochenend-Hobby“-Denken. Wer an einem Beruf herumpfuscht, in dem Fehler im schlimmsten Fall tödlich enden oder Häuser abbrennen lassen, hat das Thema nicht verstanden. Es geht nicht darum, ob das Licht heute brennt — es geht darum, dass es das in 20 Jahren noch sicher tut.

Die unterschätzte Gefahr — der Übergangswiderstand

Das ist die Gefahr, die Laien am meisten unterschätzen — weil sie unsichtbar ist und das Licht trotzdem brennt. Die Klemmenschraube ist etwas locker, aber der Draht steckt ja drin und leitet. Funktioniert doch?

🚫 So entsteht der Brand: Ist eine Klemmverbindung locker, korrodiert oder unsauber, verringert sich die Kontaktfläche der stromführenden Teile. Es entsteht ein hoher Übergangswiderstand. Fließt nun viel Strom (Staubsauger, Föhn, Wasserkocher), wirkt diese schlechte Kontaktstelle wie eine kleine Heizung. Sie wird heiß, das umliegende Material schmort, im Extremfall entsteht ein Kabelbrand in der Wand — ohne dass jemals eine Sicherung ausgelöst hätte. Genau das ist die häufigste Brandursache aus Elektrofehlern.

Warum die Sicherung nicht auslöst? Weil kein Kurzschluss vorliegt und der Strom im normalen Bereich bleibt — nur eben verteilt sich die Verlustleistung nicht mehr gleichmäßig über den ganzen Leiter, sondern konzentriert sich an der schlechten Klemmstelle. Deshalb ist jede einzelne Klemmstelle eine sicherheitskritische Stelle, die fest und sauber sein muss. Und genau deshalb ist das Verklemmen die Königsdisziplin, die der Fachkraft vorbehalten bleibt.

Was du selbst machen kannst — die 60 bis 70 Prozent

Die gute Nachricht: Ein großer Teil der Elektroinstallation sind einfache handwerkliche Tätigkeiten, die im stromlosen Zustand ausgeführt werden und bei denen du viel Geld sparen kannst — unter Anleitung und Überwachung deiner Elektrofachkraft:

  • Schlitze stemmen in Wand und Decke
  • Unterputzdosen und Hohlwanddosen setzen
  • Leerrohre und Kabel verlegen
  • Kabel in Leerrohre einziehen
  • Verteilergehäuse und Zählerschränke setzen (das Verklemmen macht die Fachkraft)
  • Montagearbeiten an Kabelkanälen, Schellen, Rohren, Klemmkästen
  • Aufputz-Geräte montieren (Anschluss durch Fachkraft)
  • Schwachstrom-Kabel verlegen: Netzwerk, Antenne, Sprechanlage — ohne Anschluss

Ersparnis pro Aufgabe — realistische Werte 2026

Hier eine ehrliche Kalkulation, wie viel du bei den einzelnen Tätigkeiten bei einem typischen Einfamilienhaus (130-150 m², mittlere Ausstattung) sparen kannst:

Eigenleistung Zeit Ersparnis 2026
Schlitze stemmen (komplettes EFH) 2-3 Wochenenden 1.200-1.800 €
80 Unterputz-/Hohlwanddosen setzen 1-2 Tage 400-700 €
Leerrohre verlegen (komplettes EFH) 1-2 Wochenenden 800-1.400 €
Kabel einziehen (Stark- und Schwachstrom) 2-4 Tage 600-1.200 €
Verteilergehäuse und Zählerschrank setzen 1 Tag 150-300 €
Netzwerk-, Antennen-, Sprechanlagenkabel 1-2 Tage 400-800 €
Aufputz-Geräte montieren (ohne Anschluss) 0,5-1 Tag 200-400 €
Gesamt-Ersparnis realistisch ca. 4-6 Wochen Aufwand 3.000-8.000 €

Die Zahlen basieren auf einem Stundenlohn von etwa 70-90 € bei einer Elektrofachkraft (Meister-Stundensätze 2026). Bei Ballungsräumen tendenziell oberes Ende, in ländlichen Regionen unteres Ende.

Was bei der Fachkraft bleibt

Diese Arbeiten gehören nicht in Laienhand — auch nicht mit guter Anleitung aus dem Internet:

  • Schaltungen verklemmen (Wechsel-, Kreuz-, Tasterschaltung, Kombi-Schaltungen)
  • Schalter und Steckdosen anschließen in den Gerätedosen
  • Lampen und Deckenauslässe anschließen
  • Verteiler verklemmen — Leitungsschutzschalter, FI-Schutzschalter, Hauptschalter, Nulltrenner
  • Planung der Anlage (Stromkreisaufteilung, Absicherung, Selektivität)
  • Materialauswahl (Querschnitte, Schutzarten IP, FI-Typen A/B, LS-Charakteristiken)
  • Inbetriebnahme und Abnahme mit Messprotokoll nach DIN VDE 0100-600
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und Beauftragung des Zählerwechsels
Eigenleistung bei der Elektroinstallation — 60-70% Heimwerker-Anteil und 30-40% Fachkraft-Anteil
Rund 60 bis 70 Prozent der Arbeit kannst du als Bauherr selbst übernehmen — der Rest bleibt bei der Elektrofachkraft.

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Haftung und Versicherung — was du wissen musst

Ein Grundsatz, den jeder Selbermacher verinnerlichen sollte: Wer Arbeiten ausführt, haftet auch dafür. Das gilt erst recht bei der Elektrik, weil hier Schäden besonders schnell groß werden können — vom Wohnungsbrand bis zum Personenschaden.

Ein Haftungsfall liegt vor, sobald ein Schaden eintritt und ein Zusammenhang zwischen unsachgemäßer Ausführung und Schaden hergestellt werden kann. Richtig heftig wird es, wenn durch die Pfuscharbeit ein Brand entsteht oder Menschen verletzt oder getötet werden — dann drohen zusätzlich zur zivilrechtlichen Haftung auch strafrechtliche Konsequenzen (fahrlässige Körperverletzung, fahrlässige Brandstiftung).

Auch die Haftpflicht- oder Gebäudeversicherung kann die Leistung verweigern, sobald sich herausstellt, dass die Installation nicht fachgerecht ausgeführt wurde — das gilt als grobe Fahrlässigkeit. Genau deshalb ist die Elektroinstallation in Deutschland ein meisterpflichtiges Gewerbe.

🚫 Findet niemand mehr einen Elektriker zur „Nachabnahme“? Stimmt — aus gutem Grund. Wer als Laie selbst installiert hat und im Nachhinein einen Fachbetrieb sucht, der das prüft und die Haftung übernimmt, wird in der Regel niemanden finden. Jede einzelne Klemmstelle müsste geprüft werden — das ist praktisch unmöglich. Deshalb: Vorher mit dem Fachbetrieb sprechen, gemeinsam arbeiten, Abnahme nach jeder Etappe — nicht hinterher.

Lampe fachgerecht anklemmen — Klemmstelle mit Wago-Klemme in der Verteilerdose
Fachgerechte Klemmstelle mit Wago-Klemme — der Anschluss ist Sache der Fachkraft, die Vorarbeiten (Kabelvorbereitung, Positionierung) übernimmt der Bauherr.

Höhen und Installationszonen einhalten

Wenn du Unterputzdosen setzt und Leitungen verlegst, musst du zwei Dinge beachten: die genormten Höhen nach DIN 18015-2 und die Installationszonen nach DIN 18015-3, in denen waagrecht und senkrecht verlegt werden darf.

Die wichtigsten Höhen (gemessen ab fertiger Fußbodenoberkante, mittig der Dose):

Anschluss Höhe (OKFB) Position
Schalter / Steckdose an der Tür 105 cm 15 cm neben Tür-/Fensterkante
Steckdose für Geräte allgemein 30 cm 15 cm neben Türkante oder frei im Raum
Abzweig-/Klemmdosen 30 cm unter fertiger Decke, mittig
Steckdose über Arbeitsfläche (Küche) 115 cm über fertigem Fußboden
Wandauslass Arbeitsleuchte / Dunstabzugshaube 135 / 165 cm über fertigem Fußboden

Bei Kombinationen aus 2, 3 oder mehr Gerätedosen gilt die Mitte der Kombination als Richthöhe. Details zum Setzen findest du unter Unterputzdose setzen.

Unterputzdose in Massivwand setzen mit Bohrkrone
Unterputzdose in Massivwand mit der Bohrkrone gesetzt — eine typische Vorarbeit, die du als Heimwerker selbst machen kannst.

Für Trockenbau- und Holzwände werden statt Unterputzdosen Hohlwanddosen verwendet, die mit dem Dosenbohrer ins Gipskarton gesetzt werden:

Hohlwanddose in Trockenbauwand setzen mit Dosenbohrer
Hohlwanddose in einer Trockenbauwand — sauber gebohrt und mit Krallen fixiert.

💡 Praxis-Tipp: Leitungen und Rohre immer waagrecht oder senkrecht verlegen, niemals diagonal — sonst weiß später niemand, wo sie verlaufen, und beim Bohren wird es gefährlich. Achte auf die genormten Installationszonen.

Installationszonen nach DIN 18015-3 für die Elektroinstallation im Wohnungsbau
Installationszonen nach DIN 18015-3 — waagrecht 15-45 cm und 100-115 cm über OKFB, senkrecht 10-30 cm neben Türen und Ecken.

Leerrohre oder Direktverlegung — der wichtigste Praxis-Tipp

Es gibt zwei Verlegearten für die Unterputz-Installation:

  • Installationsleitung direkt — NYM-J unter Putz, mit Schellen befestigt.
  • Verlegung in Leerrohren — das Kabel läuft in einem flexiblen Wellrohr.

Meine klare Empfehlung nach 30 Jahren Praxis: Die komplette Unterputz-Installation in Rohren ausführen. Die Vorteile:

  • Leitungen lassen sich später ohne Stemmarbeiten auswechseln oder ergänzen
  • Schäden (Bohrer-Treffer, Mäusefraß) sind einfacher zu beheben
  • Erweiterungen (Smart Home, zusätzliche Netzwerkkabel, Sauna, PV) lassen sich nachrüsten, ohne Wände aufzureißen
  • Kabel bleiben vor mechanischer Belastung und Feuchtigkeit besser geschützt

Details zur Verlegung findest du unter Kabel verlegen und Leerrohre in der Betondecke.

Die wichtigsten Schaltungen kennen

Auch wenn du das Verklemmen der Fachkraft überlässt: Die häufigsten Schaltungen solltest du kennen, damit du in der Planung mitreden kannst. Die gängigsten:

  • Ausschaltung — Licht von einer Stelle geschaltet
  • Wechselschaltung — Licht von zwei Stellen (Schlafzimmer Tür/Bett, Flur beide Enden)
  • Kreuzschaltung — Licht von drei oder mehr Stellen
  • Tasterschaltung mit Stromstoßrelais — beliebig viele Schaltstellen (Flur, Treppenhaus)
  • Serienschaltung — zwei Leuchten getrennt von einer Stelle geschaltet
Übersicht Lichtschalter und Schaltungen bei der Elektroinstallation im Wohnungsbau
Übersicht der wichtigsten Lichtschalter und Schaltungen im Wohnungsbau.
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Wie du die Kosten aktiv beeinflusst

Als Richtwert kalkulierst du für die Elektroinstallation 3-5 Prozent der gesamten Baukosten. Bei einem Einfamilienhaus für 400.000 € (ohne Grundstück) sind das also 12.000-20.000 € bei mittlerer Ausstattung. Nach oben gibt es keine Grenze: Mit elektrischen Jalousien, Smart Home, Videoüberwachung und Komfort-Schalterprogramm verdoppelt sich der Betrag schnell.

Wenn du die Kosten aktiv beeinflussen willst, gibt es vier Stellschrauben:

  1. Eigenleistung bei der Arbeitszeit — der wirksamste Hebel, wenn du handwerklich begabt bist.
  2. Materialeinkauf — online oft deutlich günstiger als beim Elektriker (vorher absprechen, ob er das Material einbaut).
  3. Ausstattungswert nach RAL-RG 678 — Mindest-, Standard- oder Komfortausstattung (siehe 15 Erkenntnisse).
  4. Zusatzausstattungen wie Smart Home, Jalousien, Kameras — jede Erweiterung kostet.
Kosten Elektroinstallation — die vier Stellschrauben für Bauherren
Die vier Stellschrauben für die Kosten deiner Elektroinstallation — Eigenleistung, Materialeinkauf, Ausstattungswert und Zusatzausstattungen.

So sprichst du mit deinem Elektriker — 10-Fragen-Leitfaden

Der Erfolg deiner Eigenleistung hängt zu 80 Prozent vom guten Gespräch mit deinem Elektrobetrieb ab. Hier die zehn Fragen, mit denen du das Gespräch strukturierst:

  1. „Akzeptieren Sie grundsätzlich Bauherren-Eigenleistung bei der Elektroinstallation?“ — der Türöffner. Betriebe, die nur „alles-aus-einer-Hand“ machen, scheiden aus.
  2. „Welche Vorarbeiten kann ich konkret übernehmen und was übernehmen Sie in jedem Fall?“ — konkrete Liste erstellen, was du machst.
  3. „Kalkulieren Sie den Zeitaufwand für meine Eigenleistung ehrlich und ziehen ihn vom Angebot ab?“ — sonst ist die Eigenleistung wertlos.
  4. „Wie oft kommen Sie zur Baustelle zur Zwischenkontrolle?“ — mindestens nach jedem Etappen-Schritt.
  5. „Machen Sie eine Etappenabnahme oder erst am Schluss die Gesamtabnahme?“ — Etappenabnahme ist deutlich sicherer.
  6. „Wer haftet, wenn während meiner Vorarbeiten etwas passiert?“ — klare Haftungsregelung schriftlich.
  7. „Darf ich das Material selbst einkaufen, wenn ich Ihre Materialliste befolge?“ — meist ja, oft mit kleinem Aufschlag als „Nichtabnahme“.
  8. „Welche Werkzeuge muss ich selbst mitbringen, welche stellen Sie?“ — Bohrhammer meist selbst, Messgeräte immer die Fachkraft.
  9. „Wie lange dauert das Projekt bei der geplanten Aufteilung realistisch?“ — Zeitplan schriftlich fixieren.
  10. „Wie sieht ein normaler Kommunikationsweg zwischen uns während der Bauphase aus?“ — WhatsApp mit Fotos hat sich in der Praxis bewährt.

⚡ Mein Geheimtipp aus 30 Jahren Praxis: Gute Elektrobetriebe sind meist ausgelastet und froh, wenn die unbeliebten, zeitintensiven Arbeiten (Schlitze stemmen, Rohre verlegen) vom Bauherrn übernommen werden. Sie können dann die anspruchsvollere Arbeit (Verteiler, Inbetriebnahme) übernehmen, die auch wertschöpfender ist. Suche gezielt einen Betrieb, der die Zusammenarbeit mit dem Bauherrn schätzt — oft sind das familiengeführte Meisterbetriebe mit 5-15 Mitarbeitern.

Werkzeug für DIY-Bauherren — die Kaufliste

Für die erlaubten Eigenleistungen brauchst du kein Elektriker-Vollsortiment, aber ein paar bewährte Werkzeuge sind essentiell:

Schlitzen und Wandarbeiten

  • Bohrhammer (SDS-plus, ab 800 W) — Bosch GBH 2-28 oder Makita HR2470 als bewährte Standards
  • Mauernutfräse für saubere Schlitze — Bosch GNF 20 CA oder Makita SG150 (leihen lohnt sich für einmaligen Neubau-Einsatz)
  • Bohrkronen-Set für Dosen (Ø 68 mm für Unterputzdosen, Ø 74 mm für Hohlwanddosen)
  • Staubsauger-Anschluss für die Fräse — spart Reinigungszeit
Bosch PRO 18V System Akku-Bohrhammer GBH 18V-22 X
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  • ONECHUCK – Nur ein Bohrfutter passend für SDS plus-, Rundschaft- und Sechskantbohrer für vielfältige Anwendungen
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  • Erhöhter Anwenderschutz vor versehentlichem Verklemmen dank KickBack Control
  • Mehr Löcher pro Akkuladung und konstante Abgabeleistung dank Motor mit konstanter Drehzahl
  • Lieferumfang: Karton;Tiefenanschlag (1 613 001 009);Zusatzhandgriff (1 619 P16 971)
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Dosen setzen und Kabel verlegen

  • Wasserwaage 40 cm und 60 cm — für exakte Dosen-Ausrichtung
  • Kabelabisolier-Werkzeug — Jokari Super 27 (Kabelmantel) und Knipex 12 62 180 (Aderisolation)
  • Einziehband für Leerrohre (10-25 m Länge, glasfaserverstärkt)
  • Kabelschellen und Nagelschellen für die Fixierung

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  • Mitgeliefertes Zubehör: 5 Zugköpfe mit Öse, Messing mit Gewinde M5, Ø 6 mm 1 Kabelziehstrumpf mit Drallausgleich für Kabel Ø 6-9 mm 2 Anfangshülsen 2.0 mit Außengewinde M5 3 Verbindungshülsen, Messing 1 Spezialkleber 1 Flexi-Sonde Ø 7 mm 1 Flexi-Sonde Ø 10 mm
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Prüfen und Messen (nur zusammen mit Fachkraft)

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Meine wichtigsten Praxis-Tipps aus 30 Jahren

Diese Empfehlungen habe ich in über 30 Jahren Baustellen-Praxis destilliert. Nimm sie ernst, sie sparen dir viele spätere Ärgernisse:

  • Jeder Raum mindestens eine eigene, separat abgesicherte Zuleitung — vermeidet Überlast bei mehreren gleichzeitig laufenden Geräten.
  • Jeder Großverbraucher (Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Mikrowelle, Gefrierschrank) bekommt eigene Zuleitung und Absicherung.
  • Unterputz-Installation komplett in Rohren — Auswechseln und Erweitern wird einfach.
  • Für Wohnzimmer, Gäste-, Kinderzimmer, Büro, Küche, Hobbyraum Antennen- und Netzwerkanschlüsse vorsehen, mit Doppelsteckdose daneben. Sternförmig zum Kommunikationsverteiler.
  • Genug Lampenauslassdosen mit Leerrohr zum Schalter pro Raum — auch wenn vorerst nicht gebraucht.
  • Überspannungs- und Blitzschutz — über 2 Millionen Blitze treffen Deutschland jährlich. Zusätzlich empfindliche Geräte (PC, Audio, TV) mit Mehrfachsteckdose mit Überspannungsschutz.
  • Ausreichend Lichtschalter und Steckdosen von Anfang an. An jedem Raumzugang ein Lichtschalter, im Schlafzimmer am Bett.
  • Ausstattungswert mit Architekt/Bauträger festlegen — macht Angebote vergleichbar.
  • Zähler- und Unterverteiler mit mindestens 30 Prozent Reserveplätzen für Erweiterungen dimensionieren.
  • Mindestens ein FI-Schutzschalter pro Stockwerk, im Bad zusätzlich ein eigener FI.
  • Brandschutzschalter (AFDD) in Schlafräumen und Fluchtwegen erwägen — erkennt gefährliche Fehlerlichtbögen, die FI und LS nicht erkennen.
  • Bei Kindern Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz.
  • Anschlüsse für Surround, Rollläden, Kameras, Smart Home — oder zumindest Leerrohre — vorsehen.
  • Bewegungsmelder in Flur, Treppenhaus, Eingang und Garten.
  • Rauchmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren — ist in allen 16 Bundesländern Pflicht.
  • Wo das Budget knapp ist: Leerrohre vorsehen. Sie sind die günstigste Versicherung gegen teure Nachrüstungen.

Der E-Check — Sicherheit für Bestandsanlagen

Was viele nicht wissen: Auch eine fachgerecht abgenommene Anlage altert. Klemmstellen lockern sich, FI-Schutzschalter werden träge, Leitungen werden brüchig. Im Schadensfall fragt die Versicherung als Erstes: „War Ihre Elektroanlage in Ordnung?“ Den Nachweis liefert der E-Check — die normgerechte Prüfung aller elektrischen Anlagen und Geräte im Haus nach VDE-Bestimmungen.

Bei der Prüfung erhältst du ein Prüfprotokoll und — wenn alles passt — die E-Check-Prüfplakette. Damit kannst du der Versicherung im Schadensfall den korrekten Zustand belegen. Ortsfeste Anlagen sollten im privaten Bereich etwa alle 4 Jahre geprüft werden, ortsveränderliche Geräte jährlich.

Die drei häufigsten Mängel beim E-Check

Aus meiner Praxis die drei häufigsten Mängel, die ein E-Check aufdeckt:

  1. Veraltete oder defekte FI-Schutzschalter (RCDs): Entweder fehlen sie für lebenswichtige Bereiche wie das Bad komplett (Altbau), oder sie lösen bei der Messung mit dem Prüfgerät viel zu spät oder gar nicht aus, weil die Mechanik über die Jahre verklebt ist. Nachrüsten kostet meist 120-220 € pro Kreis.
  2. Überlastete und verschmorte Klemmstellen: In Verteilerdosen finden sich oft nachträglich reingequetschte Kabel, die unter Last bereits braun gekokelt sind — ohne dass die Bewohner je etwas gemerkt haben.
  3. Fehlende Messnachweise und unklare Zuordnungen: Sicherungskästen, die nicht oder völlig falsch beschriftet sind, kombiniert mit gefährlichen Bastelarbeiten im Außenbereich oder Keller.

🚫 Praxis-Fall — warum der E-Check Leben rettet: In einer Mietwohnung aus den 80ern fand ich beim E-Check eine grün-gelbe Erdungsleitung, die als Phase geschaltet war. Der metallische Handtuchheizkörper im Bad stand permanent unter 230 Volt Netzspannung — ein einziger Griff hätte tödlich sein können. Niemand der Bewohner hatte etwas bemerkt, weil das Gerät ja „funktionierte“. Solche Bastelreste aus früheren Eigenarbeiten findet man nur beim systematischen Messen.

Sonderfall Balkonkraftwerk — was du seit 2024 selbst darfst

Eine wichtige Ausnahme von der strengen Fachkraft-Regel betrifft das Balkonkraftwerk (Steckersolargerät). Mit dem Solarpaket I (Mai 2024) hat der Gesetzgeber die Regeln deutlich erleichtert:

  • Anlagen bis 800 W Wechselrichterleistung (vorher 600 W) dürfen ohne Elektrofachkraft in Betrieb genommen werden.
  • Der Anschluss über eine normale Schuko-Steckdose ist gestattet, der spezielle Wieland-Stecker nicht mehr verpflichtend (manche Netzbetreiber empfehlen ihn weiter).
  • Die Anmeldung erfolgt vereinfacht nur noch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Eine Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig.
  • Auch alte rückwärtslaufende Ferraris-Zähler dürfen übergangsweise weiterbetrieben werden, bis der Netzbetreiber sie tauscht.

⚡ Trotzdem aufpassen: Auch wenn der Anschluss „nur“ über Schuko erfolgt — die Steckdose und der zugehörige Stromkreis müssen den Strom dauerhaft sicher führen können. Bei alten Hausinstallationen mit fragwürdigem Schutzleiter oder ohne FI lohnt es sich, die Steckdose vorher von einer Fachkraft prüfen zu lassen. Und nur ein Balkonkraftwerk pro Stromkreis betreiben.

Sechs typische Fehler bei der Eigenleistung

1. Ohne Absprache mit dem Elektriker starten
Der klassische Killer-Fehler. Du stemmst Schlitze, verlegst Kabel — und findest dann keinen Elektriker, der das abnimmt. Immer vorher mit dem Betrieb sprechen.

2. Zu wenig Zeit einplanen
Eigenleistung kostet Wochenenden. Wer nach der Arbeit noch Schlitze stemmt und Kabel zieht, ist am Ende ausgebrannt und macht Fehler. Realistisch 4-6 Wochenenden für ein EFH.

3. Falsches Material einkaufen
Baumarkt-NYM-J mit einfacher Isolation statt NYM-J 300/500V, falsche Leerrohr-Durchmesser (Ø 25 statt Ø 20), zu wenig Kabel-Länge bestellt. Materialliste immer mit dem Elektriker abstimmen.

4. Installationszonen ignorieren
Kabel diagonal durch die Wand gelegt — beim späteren Bohren wird es zum Roulette. Immer waagrecht und senkrecht, nach DIN 18015-3.

5. Falsche Höhen wählen
Steckdosen auf 40 cm oder 25 cm, Schalter auf 110 cm oder 100 cm — sieht später chaotisch aus und ist nicht normgerecht. Die DIN 18015-2-Werte sind kein Vorschlag, sondern Standard.

6. Dokumentation vergessen
Kabelwege nicht fotografiert vor dem Verputzen. Später weiß niemand mehr, wo Leitungen liegen. Immer vor jedem Etappenende Fotos machen — mit sichtbarem Maßband oder Referenzpunkt.

FAQ — die wichtigsten Fragen zur Eigenleistung

Darf ich als Laie überhaupt etwas an der Elektrik machen?
Vorarbeiten wie Schlitze stemmen, Dosen setzen, Rohre und Kabel verlegen, Leitungen einziehen sind im stromlosen Zustand erlaubt — sinnvoll nur unter Anweisung und Aufsicht einer Elektrofachkraft. Anschluss, Absicherung und Abnahme bleiben Sache der Fachkraft nach § 13 NAV.

Wer darf eine Elektroinstallation abnehmen?
Inbetriebnahme und Abnahme erfolgen nach DIN VDE 0100-600 durch eine ausgebildete Elektrofachkraft mit Eintragung im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers.

Was kostet die Abnahme bei der Elektroinstallation?
Im Einfamilienhaus rechnest du mit ab 200 € aufwärts, abhängig vom Umfang und den durchzuführenden Messungen.

Was kostet ein Elektriker pro Stunde 2026?
Eine ausgebildete Elektrofachkraft liegt 2026 meist zwischen 65 und 95 € pro Stunde — Geselle 50-75 €, Meister 70-100 €, Notdienst 120-180 €. Regional und je nach Nachfrage unterschiedlich. Details siehe Elektriker finden.

Wann muss ein alter Sicherungskasten erneuert werden?
Ist die Anlage älter als 40 Jahre, sollte trotz Bestandsschutz eine Erneuerung erwogen werden — Sicherheit hat Vorrang. Lass dich von einer Elektrofachkraft beraten und einen E-Check machen.

Wie lange halten elektrische Leitungen?
Richtwert: rund 40 Jahre. Danach werden die Ummantelungen brüchig — höheres Risiko für Kurzschluss, Kabelbrand und Stromschlag. Im Zweifel begutachten lassen.

Wann gilt man als Elektrofachkraft?
Wer aufgrund seiner Ausbildung, Kenntnisse, Erfahrung und Kenntnis der einschlägigen Normen die übertragenen Arbeiten beurteilen und Gefahren erkennen kann (Definition nach DIN VDE 1000-10). Ein Berufsabschluss allein reicht nicht, es muss auch die Eintragung im Installateurverzeichnis vorliegen.

Darf ich ein Balkonkraftwerk selbst anschließen?
Ja, seit dem Solarpaket I (2024) dürfen Steckersolargeräte bis 800 W Wechselrichterleistung über eine Schuko-Steckdose ohne Elektrofachkraft in Betrieb genommen werden. Anmeldung nur noch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Voraussetzung: Die Hausinstallation und Steckdose sind in einwandfreiem Zustand.

Wie oft sollte ich einen E-Check machen lassen?
Ortsfeste Anlagen im privaten Bereich etwa alle 4 Jahre, ortsveränderliche Geräte jährlich. Der E-Check ist kein Pflichttermin, aber im Schadensfall der einzige Nachweis gegenüber der Versicherung, dass deine Anlage in Ordnung war.

Kann ich als Bauherr Materialbeschaffung selbst machen?
Ja, das ist bei den meisten Elektrikern möglich, wenn du eine mit dem Betrieb abgestimmte Materialliste befolgst. Rechne aber mit einem Aufschlag auf die Arbeitsstunde als Ausgleich für die nicht mitgerechnete Handelsspanne (etwa 10-15 %). Details siehe Kosten Elektroinstallation.

Was passiert, wenn ich ohne Absprache selbst installiere und es passiert nichts?
Formal ist die Anlage „nicht abgenommen“. Bei Hausverkauf, Versicherungsanmeldung neuer Verbraucher (Wallbox, PV, Wärmepumpe) oder späteren Schadensfällen wird das zum Problem. Und dein Versicherungsschutz für die gesamte Immobilie ist theoretisch gefährdet.

Darf ich als gelernter Elektriker meine eigene Anlage installieren?
Als ausgebildete Elektrofachkraft technisch ja, aber die Abnahme sollte immer eine unabhängige, im Installateurverzeichnis eingetragene Fachkraft machen. Sonst hast du keinen unabhängigen Nachweis der Fachgerechtheit — was im Schadensfall schwer wiegt.

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Fazit

Elektroinstallation selbst zu machen heißt nicht „alles selbst“ — sondern das Richtige selbst. Wer Schlitze stemmt, Dosen setzt, Rohre und Kabel im stromlosen Zustand verlegt und das Ganze in der Unterputz-Installation komplett in Rohren ausführt, hat einen großen Teil der Arbeit erledigt und spart spürbar — realistisch 3.000 bis 8.000 € bei einem typischen Einfamilienhaus. Anschluss, Absicherung, Inbetriebnahme und Abnahme bleiben bei der Fachkraft. Das ist nicht nur rechtlich vorgeschrieben, sondern auch eine Frage der Sicherheit und des Versicherungsschutzes.

Mein Rat aus 30 Jahren Praxis: Sprich früh mit deinem Elektrobetrieb darüber, welche Vorarbeiten du selbst übernehmen willst. Suche gezielt einen Betrieb, der die Zusammenarbeit mit dem Bauherrn schätzt — die gibt es, und sie sind meist froh, wenn die unbeliebten, zeitintensiven Arbeiten von engagierten Bauherren übernommen werden. So bekommst du eine sichere, hochwertige Anlage — und sparst Geld, das du an anderer Stelle besser brauchen kannst.

Wer sich unsicher ist, welche Aufgaben er realistisch übernehmen kann und wie er das Gespräch mit dem Elektriker führt — mit welcher Argumentation, welcher Materialliste, welcher Etappenplanung — findet im Praxis-Ratgeber „Hauselektrik verstehen, planen & Geld sparen“ auf 297 Seiten das komplette Wissen inklusive kompletter Musterinstallation.

⚡ Haftungsausschluss: Dieser Ratgeber vermittelt Planungs- und Praxiswissen zur Eigenleistung bei der Elektroinstallation. Arbeiten am festen Stromnetz sind nach § 13 NAV und DIN VDE 0100 ausschließlich eingetragenen Elektrofachbetrieben vorbehalten und können bei unsachgemäßer Ausführung lebensgefährlich sein. Diese Anleitung ersetzt keine fachgerechte Installation und Abnahme durch einen Elektrofachbetrieb. Jegliche Umsetzung erfolgt auf eigene Verantwortung und Gefahr. Für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen. Im Zweifel: Elektrofachbetrieb beauftragen.

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