Elektroinstallation selber machen – was darf ich, was bleibt der Fachkraft?
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 – auf aktuellen Stand gebracht.
Wände streichen, Fußboden verlegen, Fliesen legen – vieles am Bau lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick selbst erledigen und spart richtig Geld. Bei der Elektroinstallation ist das nicht ganz so einfach: Hier können schon Kleinigkeiten gravierende Folgen haben – von Kabelbrand bis zum tödlichen Stromschlag. Trotzdem ist es nicht so, dass Sie als Heimwerker gar nichts machen dürfen. 60 bis 70 % der Tätigkeiten bei der Elektroinstallation sind einfache handwerkliche Arbeiten, die ein begabter Selbermacher übernehmen kann – wenn er weiß, wo die Grenze verläuft.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen aus über 30 Jahren Elektriker-Praxis, was Sie bei der Elektroinstallation selbst machen können, wo es rechtlich heikel wird, welche Fehler Laien am häufigsten machen – und wie Sie durch gezielte Eigenleistung viel Geld sparen, ohne Ihre Sicherheit zu gefährden.
Rechtlicher Rahmen: § 13 NAV
Das Elektrohandwerk ist in Deutschland meisterpflichtig und gehört zu den gefahrengeneigten Gewerken. Geregelt ist das in der Niederspannungsanschlussverordnung (§ 13 NAV): Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter dem Hausanschlusskasten dürfen nur von einem im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenen Installationsunternehmen ausgeführt werden.
Wer sich nicht daran hält, geht ein doppeltes Risiko ein: Bei Personen- oder Sachschäden kann es rechtliche Konsequenzen geben, und die Versicherung kann die Zahlung verweigern, weil grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Was viele nicht wissen: Auch wenn nichts passiert, ist die Anlage rechtlich „nicht abgenommen“ – das wird beim nächsten Verkauf oder bei einer Schadensregulierung zum Problem.
Welche Fehler Laien am häufigsten machen
Als Elektriker habe ich in vielen Anlagen Installationen gesehen, bei denen einem die Haare zu Berge stehen. Häufig passiert nichts – aber wenn doch, sind die Folgen schwerwiegend. Die typischen Laienfehler:
- Zu viele Steckdosen auf einem Stromkreis – führt zu Überlastung.
- Zu kleiner Kabelquerschnitt gewählt – ermitteln Sie den passenden Wert mit dem Kabelquerschnitt-Rechner.
- Falsche VDE-Vorschriften für Bereich oder Anwendung (Feuchtraum, Erdreich, Trockenbau, Zugentlastung) ignoriert. Die Vorschriften sind zwingend einzuhalten.
- Alte Kabelfarben missdeutet: In Altbauten haben Adern oft andere Funktionen als heute üblich. Vor jedem Anschluss mit dem Messgerät prüfen, was welche Ader ist.
- Klassische Nullung oder Fehler beim Potenzialausgleich/Erdung in Altbauten – unbedingt prüfen und beheben lassen.
- Keine Spannungsfreiheit geprüft mit dem zweipoligen Spannungsprüfer (kein Phasenprüfer!) – die 5 Sicherheitsregeln nicht beachtet.
- Adern durch Krallen verletzt: Beim Einbau einer Steckdose in die Unterputzdose wird die Ader durch die Befestigungskrallen beschädigt – Fehlerstrom oder Kurzschluss drohen. Besser an den Domen der Dose mit Schrauben befestigen.
Aus meiner Praxis: Pfusch, den ich wirklich gesehen habe
In über 30 Jahren als Elektriker habe ich in Wohnungen Dinge gesehen, bei denen einem schlecht wird. Eine kleine Auswahl, damit Sie sich vorstellen können, was wirklich passiert, wenn Laien ohne Anleitung Hand anlegen:
- Adern einfach verdrillt, ohne Klemme, ohne Dose: In einer Wohnung waren Leitungen einfach miteinander verdrillt und mit Isolierband umwickelt – nicht mal in einer Klemmdose. Zwei verschiedene Querschnitte (1,5 mm² mit 2,5 mm²) blind zusammengesteckt.
- Hauptsache, das Licht brennt: Es wird angeklemmt, was gerade da ist oder passt – ohne Rücksicht auf Querschnitt, Farbcode oder Belastung.
- Grün-gelb als Phase zweckentfremdet: Der absolute Klassiker und der schlimmste Pfusch: Schutzleiter-Adern (PE) werden als stromführende Phase missbraucht, weil „grad keine andere Ader frei“ war.
- Versteckte Abzweigdosen hinter Rigipswänden: Beliebt – aber wenn dann etwas nicht funktioniert, muss der Elektriker wie ein Detektiv Wände aufklopfen, um die Fehlerstelle zu finden. Das kostet Sie Zeit und Geld und ist komplett unnötig.
- Leitungen krumm und quer verlegt, dann sofort verputzt oder tapeziert – niemand weiß mehr, wo Strom liegt. Bohren wird zum Glücksspiel.
Die unterschätzte Gefahr: der Übergangswiderstand
Das ist die Gefahr, die Laien am meisten unterschätzen – weil sie unsichtbar ist und das Licht trotzdem brennt. Die Klemmenschraube ist etwas locker, aber der Draht steckt ja drin und leitet. Funktioniert doch?
Was Sie selbst machen können – die 60-70 %
Die gute Nachricht: Ein großer Teil der Elektroinstallation sind einfache handwerkliche Tätigkeiten, die im stromlosen Zustand ausgeführt werden und bei denen Sie viel Geld sparen können:
- Schlitze stemmen in Wand und Decke
- Unterputzdosen und Hohlwanddosen setzen
- Leerrohre und Kabel verlegen
- Kabel in Leerrohre einziehen
- Verteilergehäuse und Zählerschränke setzen (das Verklemmen macht die Fachkraft)
- Montagearbeiten an Kabelkanälen, Schellen, Rohren, Klemmkästen
- Aufputz-Geräte montieren (Anschluss durch Fachkraft)
Etwa 50 % der Arbeiten bei der Elektroinstallation sind solche einfachen Tätigkeiten, die ein geschickter Heimwerker selbst erledigen kann – immer unter Anleitung und Überwachung der Elektrofachkraft. Das ist kein „darf man halt“, sondern aus meiner Sicht die einzige sinnvolle Form der Eigenleistung bei Elektroarbeiten.
Was bei der Fachkraft bleibt
Folgende Arbeiten gehören nicht in Laienhand:
- Schaltungen verklemmen (Wechsel-, Kreuz-, Tasterschaltung etc.)
- Schalter und Steckdosen anschließen
- Lampen anschließen
- Verteiler verklemmen (Leitungsschutzschalter, FI-Schutzschalter)
- Planung der gesamten Anlage
- Die Materialauswahl (Querschnitte, Schutzarten, Komponenten)
- Inbetriebnahme und Abnahme der Anlage
Haftung & Versicherung – was Selbermacher wissen müssen
Ein Grundsatz, den jeder Selbermacher verinnerlichen sollte: Wer Arbeiten ausführt, haftet auch dafür. Das gilt erst recht bei der Elektrik, weil hier Schäden besonders schnell groß werden können.
Ein Haftungsfall liegt vor, sobald ein Schaden eintritt und ein Zusammenhang zwischen unsachgemäßer Ausführung und Schaden hergestellt werden kann. Richtig heftig wird es, wenn durch die Pfuscharbeit ein Brand entsteht oder Menschen verletzt oder getötet werden.
Auch die Haftpflicht- oder Gebäudeversicherung kann die Leistung verweigern, sobald sich herausstellt, dass die Installation nicht fachgerecht ausgeführt wurde – das gilt als grobe Fahrlässigkeit. Genau deshalb ist die Elektroinstallation in Deutschland ein meisterpflichtiges Gewerbe.
Höhen und Installationszonen einhalten
Wenn Sie Unterputzdosen setzen und Leitungen verlegen, müssen Sie zwei Dinge beachten: die genormten Höhen (DIN 18015-2) und die Installationszonen, in denen waagrecht und senkrecht verlegt werden darf.
Die wichtigsten Höhen (gemessen ab fertiger Fußbodenoberkante, mittig der Dose):
| Anschluss | Höhe | Position |
|---|---|---|
| Schalter / Steckdose an der Tür | 105 cm | 15 cm neben Tür-/Fensterkante |
| Steckdose für Geräte allgemein | 30 cm | 15 cm neben Türkante oder frei im Raum |
| Abzweig-/Klemmdosen | 30 cm | unter fertiger Decke, mittig |
| Steckdose über Arbeitsfläche (Küche) | 115 cm | über fertigem Fußboden |
| Wandauslass Arbeitsleuchte / Dunstabzugshaube | 135 / 165 cm | über fertigem Fußboden |
Bei Kombinationen aus 2, 3 oder mehr Gerätedosen gilt die Mitte der Kombination als Richthöhe. Mehr zum Setzen unter Unterputzdose setzen.
Für Trockenbau- und Holzwände werden statt Unterputzdosen Hohlwanddosen verwendet, die mit dem Dosenbohrer ins Gipskarton gesetzt werden:
Leitungen in Leerrohren oder direkt verlegen?
Es gibt zwei Verlegearten:
- Installationsleitung direkt – etwa NYM-J unter Putz, mit Schellen befestigt.
- Verlegung in Leerrohren – das Kabel läuft im Rohr.
Meine klare Empfehlung: Die komplette Unterputz-Installation in Rohren ausführen. Vorteile: Leitungen lassen sich später ohne Stemmarbeiten auswechseln oder ergänzen, Schäden sind einfacher zu beheben, und Erweiterungen (Smart Home, Netzwerk, Sauna) lassen sich nachrüsten, ohne Wände aufzureißen. Mehr unter Kabel verlegen.
Installationszonen nach DIN 18015-3 (Bildquelle: Wikipedia)
Die wichtigsten Schaltungen kennen
Auch wenn Sie das Verklemmen der Fachkraft überlassen: Sie sollten die häufigsten Schaltungen kennen, damit Sie in der Planung mitreden können. Die gängigsten:
- Ausschaltung – Licht von einer Stelle
- Wechselschaltung – Licht von zwei Stellen (z. B. Schlafzimmer Tür/Bett)
- Kreuzschaltung – Licht von drei oder mehr Stellen
- Tasterschaltung mit Stromstoßrelais – beliebig viele Schaltstellen (Flur, Treppenhaus)
- Serienschaltung – zwei Leuchten getrennt von einer Stelle
Wie Sie die Kosten beeinflussen können
Als Richtwert kalkulieren Sie für die Elektroinstallation 3–5 % der gesamten Baukosten. Bei einem Einfamilienhaus für 400.000 € (ohne Grundstück) sind das also 12.000–20.000 € bei mittlerer Ausstattung. Nach oben gibt es keine Grenze: Mit elektrischen Jalousien überall, Smart Home, Videoüberwachung und Komfort-Schalterprogramm verdoppelt sich der Betrag schnell.
Wenn Sie die Kosten aktiv beeinflussen wollen, gibt es vier Stellschrauben:
- Eigenleistung bei der Arbeitszeit – die wirksamste Hebel, wenn Sie handwerklich begabt sind.
- Materialeinkauf – online oft deutlich günstiger als beim Elektriker (vorher absprechen, ob er es einbaut).
- Ausstattungswert nach RAL-RG 678 – Mindest-, Standard- oder Komfortausstattung (siehe 15 Erkenntnisse).
- Zusatzausstattungen wie Smart Home, Jalousien, Kameras – jede Erweiterung kostet.
Meine wichtigsten Praxistipps
Aus über 30 Jahren Praxis habe ich diese Empfehlungen für eine richtig gute Elektroinstallation:
- Jeder Raum mindestens eine eigene, separat abgesicherte Zuleitung – vermeidet Überlast.
- Jeder Großverbraucher (Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Mikrowelle, Gefrierschrank) bekommt eigene Zuleitung und Absicherung.
- Unterputz-Installation in Rohren – Auswechseln und Erweitern wird einfach.
- Für Wohnzimmer, Gäste-, Kinderzimmer, Büro, Küche, Hobbyraum Antennen- und Netzwerkanschlüsse vorsehen, mit Doppelsteckdose daneben. Sternförmig zum Kommunikationsverteiler.
- Genug Lampenauslassdosen mit Leerrohr zum Schalter pro Raum – auch wenn vorerst nicht gebraucht.
- Überspannungs- und Blitzschutz – über 2 Mio. Blitze treffen Deutschland jährlich. Empfindliche Geräte (PC, Audio, TV) zusätzlich mit Mehrfachsteckdose mit Überspannungsschutz.
- Ausreichend Lichtschalter und Steckdosen von Anfang an. An jedem Raumzugang ein Lichtschalter, im Schlafzimmer am Bett.
- Ausstattungswert mit Architekt/Bauträger festlegen – macht Angebote vergleichbar.
- Zähler- und Unterverteiler mit mind. 30 % Reserveplätzen für Erweiterungen dimensionieren.
- Mindestens ein FI-Schutzschalter pro Stockwerk, im Bad zusätzlich ein eigener FI.
- Brandschutzschalter (AFDD) in Schlafräumen und Fluchtwegen erwägen – erkennt gefährliche Fehlerlichtbögen, die FI und LS nicht erkennen.
- Bei Kindern Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz.
- Anschlüsse für Surround, Rollläden, Kameras, Smart Home oder zumindest Leerrohre vorsehen.
- Bewegungsmelder in Flur, Treppenhaus, Eingang und Garten.
- Video-Sprechanlage für den Eingang.
- Unterputzradios in Bad, Schlafzimmer, Küche – platzsparend.
- Rauchmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren – ist in allen 16 Bundesländern Pflicht.
- Einzelraum-Thermostate für individuelle Raumtemperatur – spart Energie.
- Elektrische Jalousiensteuerung, zentral oder einzeln.
- Überwachungskameras für den Außenbereich.
- Wo das Budget knapp ist: Leerrohre vorsehen. Sie sind die günstigste Versicherung gegen teure Nachrüstungen.
Der E-Check – Sicherheit für Bestandsanlagen
Was viele nicht wissen: Auch eine fachgerecht abgenommene Anlage altert. Klemmstellen lockern sich, FI-Schutzschalter werden träge, Leitungen werden brüchig. Im Schadensfall fragt die Versicherung als Erstes: „War Ihre Elektroanlage in Ordnung?“ Den Nachweis liefert der E-Check – die normgerechte Prüfung aller elektrischen Anlagen und Geräte im Haus nach VDE-Bestimmungen.
Bei der Prüfung erhalten Sie ein Prüfprotokoll und – wenn alles passt – die E-Check-Prüfplakette. Damit können Sie der Versicherung im Schadensfall den korrekten Zustand belegen. Ortsfeste Anlagen sollten im privaten Bereich etwa alle 4 Jahre geprüft werden, ortsveränderliche Geräte jährlich.
Was ich beim E-Check am häufigsten finde
Aus meiner Praxis die drei häufigsten Mängel, die ein E-Check aufdeckt:
- Veraltete oder defekte FI-Schutzschalter (RCDs): Entweder fehlen sie für lebenswichtige Bereiche wie das Bad komplett (Altbau), oder sie lösen bei der Messung mit dem Prüfgerät viel zu spät oder gar nicht aus, weil die Mechanik über die Jahre verklebt ist.
- Überlastete und verschmorte Klemmstellen: In Verteilerdosen finden sich oft nachträglich reingequetschte Kabel, die unter Last bereits braun gekokelt sind – ohne dass die Bewohner je etwas gemerkt haben.
- Fehlende Messnachweise und unklare Zuordnungen: Sicherungskästen, die nicht oder völlig falsch beschriftet sind, kombiniert mit gefährlichen Bastelarbeiten im Außenbereich oder Keller.
Sonderfall Balkonkraftwerk – was Sie seit 2024 selbst dürfen
Eine Ausnahme von der strengen Fachkraft-Regel betrifft das Balkonkraftwerk (Steckersolargerät). Mit dem Solarpaket I (Mai 2024) hat der Gesetzgeber die Regeln deutlich erleichtert:
- Anlagen bis 800 W Wechselrichterleistung (vorher 600 W) dürfen ohne Elektrofachkraft in Betrieb genommen werden.
- Der Anschluss über eine normale Schuko-Steckdose ist gestattet, der spezielle Wieland-Stecker nicht mehr verpflichtend (auch wenn manche Netzbetreiber ihn weiter empfehlen).
- Die Anmeldung erfolgt vereinfacht nur noch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Eine Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig.
- Auch alte rückwärtslaufende Ferraris-Zähler dürfen übergangsweise weiterbetrieben werden, bis der Netzbetreiber sie tauscht.
Häufige Fragen zur Elektroinstallation in Eigenleistung (FAQ)
Darf ich als Laie überhaupt etwas an der Elektrik machen?
Vorarbeiten wie Schlitze stemmen, Dosen setzen, Rohre und Kabel verlegen, Leitungen einziehen sind im stromlosen Zustand erlaubt – sinnvoll nur unter Anweisung und Aufsicht einer Elektrofachkraft. Anschluss, Absicherung und Abnahme bleiben Sache der Fachkraft (§ 13 NAV).
Wer darf eine Elektroinstallation abnehmen?
Inbetriebnahme und Abnahme erfolgen laut DIN VDE 0701-0702 durch eine ausgebildete Elektrofachkraft mit Eintragung im Installateurverzeichnis des Energieversorgers.
Was kostet die Abnahme bei der Elektroinstallation?
Im Einfamilienhaus rechnen Sie mit ab 200 € aufwärts, abhängig vom Umfang.
Was kostet ein Elektriker pro Stunde?
Eine ausgebildete Elektrofachkraft liegt 2026 meist zwischen 60 und 100 € pro Stunde – je nach Region, Erfahrung und Nachfrage. Tendenz weiter steigend.
Wann muss ein alter Sicherungskasten erneuert werden?
Ist die Anlage älter als 40 Jahre, sollte trotz Bestandsschutz eine Erneuerung erwogen werden – Sicherheit hat Vorrang. Lassen Sie sich von einer Elektrofachkraft beraten.
Wie lange halten elektrische Leitungen?
Richtwert: rund 40 Jahre. Danach werden die Ummantelungen brüchig – höheres Risiko für Kurzschluss, Kabelbrand und Stromschlag. Im Zweifel begutachten lassen.
Wann gilt man als Elektrofachkraft?
Wer aufgrund seiner Ausbildung, Kenntnisse, Erfahrung und Kenntnis der einschlägigen Normen die übertragenen Arbeiten beurteilen und Gefahren erkennen kann.
Darf ich ein Balkonkraftwerk selbst anschließen?
Ja, seit dem Solarpaket I (2024) dürfen Steckersolargeräte bis 800 W Wechselrichterleistung über eine Schuko-Steckdose ohne Elektrofachkraft in Betrieb genommen werden. Anmeldung nur noch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Voraussetzung: Die Hausinstallation und Steckdose sind in einwandfreiem Zustand.
Wie oft sollte ich einen E-Check machen lassen?
Ortsfeste Anlagen im privaten Bereich etwa alle 4 Jahre, ortsveränderliche Geräte jährlich. Der E-Check ist kein Pflichttermin, aber im Schadensfall der einzige Nachweis gegenüber der Versicherung, dass Ihre Anlage in Ordnung war.
Fazit
Elektroinstallation selbst zu machen heißt nicht „alles selbst“ – sondern das Richtige selbst. Wer Schlitze stemmt, Dosen setzt, Rohre und Kabel im stromlosen Zustand verlegt und das Ganze in der Unterputz-Installation komplett in Rohren ausführt, hat einen großen Teil der Arbeit erledigt und spart spürbar. Anschluss, Absicherung, Inbetriebnahme und Abnahme bleiben bei der Fachkraft – das ist nicht nur rechtlich vorgeschrieben, sondern auch eine Frage der Sicherheit und der Versicherung.
Mein Rat aus 30 Jahren Praxis: Sprechen Sie früh mit Ihrem Elektrobetrieb darüber, welche Vorarbeiten Sie selbst übernehmen wollen. Suchen Sie sich gezielt einen Betrieb, der die Zusammenarbeit mit dem Bauherrn schätzt – die gibt es, und sie sind meist froh, wenn die unbeliebten Arbeiten von engagierten Bauherren übernommen werden. So bekommen Sie eine sichere, hochwertige Anlage – und sparen Geld, das Sie an anderer Stelle besser brauchen können.
⚠ Rechtlicher Hinweis und Haftungsausschluss
Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größter Sorgfalt aus über 30 Jahren Berufserfahrung erstellt und dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Eine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit kann nicht übernommen werden.
Arbeiten an elektrischen Anlagen sind nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) und DIN VDE 0100 ausschließlich eingetragenen Elektrofachkräften vorbehalten und können bei unsachgemäßer Ausführung lebensgefährlich sein. Diese Anleitung ersetzt keine fachgerechte Installation durch einen Elektrofachbetrieb.
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