Elektroinstallation Neubau – die komplette Planungs-Übersicht vom Elektriker
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 – auf aktuellen Stand gebracht.
Sie planen einen Neubau und wollen die Elektroinstallation von Anfang an richtig aufsetzen? Aus über 30 Jahren Elektriker-Praxis kann ich nur dringend raten: Sparen Sie nicht an der Elektroinstallation. Was Sie heute beim Hausbau vergessen oder unterdimensionieren, kostet Sie später ein Vielfaches an Nachrüstung. In diesem Ratgeber gebe ich Ihnen den kompletten Überblick: Planung, Sicherheit, Energieeffizienz, Licht und Beleuchtung, Smart Home, Multimedia, Türkommunikation – plus die bewährte 13-Schritte-Checkliste für die Unterputz-Installation zum Selbermachen.
⚡ Das Wichtigste in Kürze:
- Die Planung der Elektroinstallation sollte mindestens 6 Monate vor Baubeginn beginnen – nicht erst, wenn die Wände stehen.
- Sieben Themenbereiche müssen abgedeckt werden: Planung, Sicherheit, Energieeffizienz, Beleuchtung, Smart Home, Multimedia, Türkommunikation.
- Orientierung gibt die RAL-RG 678 mit ihren Ausstattungswerten – Empfehlung „Ausstattungswert 2plus“ als zukunftsfähiger Standard.
- Leerrohre sind das Zauberwort – sie ermöglichen spätere Nachrüstungen ohne Stemmarbeiten.
- Geschickte Heimwerker können viele Arbeiten selbst übernehmen und so 4.000–6.000 € sparen – die 13-Schritte-Checkliste zeigt wie.
- Sämtliche Anschlussarbeiten an 230 V sind nach § 13 NAV der Elektrofachkraft vorbehalten.
- Im Bestandsgebäude finden Sie die passenden Hinweise unter Elektroinstallation Altbau.
Warum die Elektroinstallation im Neubau so wichtig ist
Die Elektroinstallation ist eines der Gewerke beim Hausbau, bei dem Sie sich später am wenigsten verzeihen können. Während Tapeten und Bodenbeläge alle 10–20 Jahre erneuert werden, soll die Elektroanlage 30–40 Jahre und länger zuverlässig funktionieren. Was Sie heute beim Neubau falsch oder zu knapp planen, schleppt Sie als Problem über Jahrzehnte mit sich – oder kostet Sie bei späteren Nachrüstungen ein Vielfaches.
Eine gute Elektroinstallation beginnt mit der sorgfältigen Setzung der Klemmdosen und der Verlegung der Leerrohre.
Typische Fehler aus 30 Jahren Praxis, die ich immer wieder sehe:
- Zu wenige Steckdosen – die alte Faustregel „3 pro Raum“ ist heute Steinzeit
- Schalter an falschen Stellen – hinter Möbeln, ungünstig zur Tür
- Vergessene Netzwerkanschlüsse – WLAN ist nett, Kabel ist verlässlicher
- Keine Leerrohre – jede spätere Nachrüstung wird zur Stemmarbeit
- Wallbox vergessen – auch wenn Sie heute kein E-Auto haben
- Photovoltaik nicht mitgedacht – fehlende Vorbereitung im Zählerschrank
- Standard-Schalterprogramm vom Bauträger – billig, aber später teurer Austausch
Wer dagegen aktiv mitplant, bekommt genau die Elektrik, die zu seinem Leben passt. Eine gute Elektroinstallation entsteht im Kopf des Bauherrn – nicht beim Elektriker.
1. Planung – die wichtigste Phase
Die Planung der Elektroinstallation gehört zu den absoluten Grundlagen jedes Neubaus. Sie entscheidet darüber, ob Sie später zufrieden in Ihrem Haus leben oder Tag für Tag mit Ihren Versäumnissen konfrontiert werden.
Was zur Planung gehört
- Möblierung in den Grundriss zeichnen – Sie können nur planen, was Sie sich räumlich vorstellen
- Steckdosen-Anzahl je Raum festlegen – heute besser zu viele als zu wenige
- Schalterpositionen – am Eingang, neben dem Bett, an der Couch
- Lampenauslässe – nicht nur die historische „eine Deckenlampe pro Raum“
- Stromkreis-Aufteilung – Küche, Bad, Großverbraucher getrennt
- Leerrohre einplanen – für alles, was später kommen könnte
- Installationszonen einhalten – nach DIN 18015-3
RAL-RG 678 als Orientierung
Die RAL-RG 678 definiert sechs Ausstattungswerte für Wohngebäude:
- Ausstattungswert 1 – Mindestausstattung (NICHT empfehlenswert)
- Ausstattungswert 2 – Standard
- Ausstattungswert 3 – Komfort
- Jeweils auch als „plus“-Variante mit Erweiterungen
Aus meiner Praxis empfehle ich Ausstattungswert 2plus als zukunftsfähigen Standard. Wer Mindestausstattung wählt, wird sich später ärgern – aber dann ist die Nachrüstung deutlich teurer. Was die Elektroinstallation genau kostet und wo Sie sparen können, lesen Sie unter Kosten Elektroinstallation.
Die 15 wichtigsten Erkenntnisse, die jeder Bauherr vor Baubeginn hinterfragen sollte, finden Sie unter 15 wichtige Erkenntnisse für Bauherren.
2. Sicherheit – die heutigen Pflichten
Die Sicherheit der Elektroanlage ist nicht verhandelbar – sie schützt Sie, Ihre Familie und das Gebäude. Im Neubau gelten heute klare Pflichten:
Pflicht-Schutzeinrichtungen
- FI-Schutzschalter (RCD) mit 30 mA für alle Steckdosen-Endstromkreise bis 32 A
- Eigener FI für das Badezimmer – Pflicht seit 2007
- Leitungsschutzschalter (LS) pro Stromkreis
- Überspannungsschutz Typ 2 (oder Typ 1+2 bei Blitzschutz) im Hauptverteiler
- Mindestens ein FI pro Stockwerk – damit nicht bei einem Fehler das ganze Haus dunkel wird
Was zusätzlich Sinn macht
- FI/LS-Kombinationen für sensible Bereiche (Kinderzimmer, Computer-Arbeitsplatz, Serverräume)
- Rauchmelder mit Vernetzung – in allen Schlafräumen und Fluren Pflicht, vernetzt bietet maximalen Schutz
- Schutzleiter durchgehend – die heutigen TN-S- oder TN-C-S-Systeme
- Potentialausgleich in Bad und Hausanschlussraum
3. Energieeffizienz – heute unverzichtbar
Energieeffizienz ist heute nicht mehr nur eine Frage der Stromrechnung, sondern auch der Wertsteigerung der Immobilie und des Beitrags zum Klimaschutz. Im Neubau sollten Sie folgende Punkte einplanen:
Was zur energieeffizienten Elektroinstallation gehört
- LED-Beleuchtung als Standard – spart 80 % gegenüber Halogen
- Bewegungsmelder in Flur, Treppenhaus, Garage – schalten Licht nur bei Bedarf
- Präsenzmelder in Büros und ähnlichen Räumen – mit Konstantlichtregelung
- Smart-Home-Steuerung für Heizung, Lüftung, Klima (sofern eingebaut)
- Kontrollschalter für Stand-by-Steckdosen (am Eingang des Wohnzimmers spart 200–300 €/Jahr)
- Photovoltaik-Vorbereitung – Leerrohr zum Dach, Platzreserve im Zählerschrank
- Stromspeicher-Vorbereitung – auch wenn jetzt noch nicht geplant
- Wallbox-Anschluss für Elektroauto – mindestens Leerrohr legen, besser direkt Kabel ziehen
Konkrete Empfehlungen
- Wenn Sie eine Photovoltaikanlage planen oder zukünftig nachrüsten möchten, finden Sie alle wichtigen Infos unter Photovoltaikanlagen.
- Wer eine Wallbox installieren möchte, sollte die Vorbereitung jetzt schon einplanen.
- Konkretes Sparpotenzial durch Bewegungsmelder lesen Sie unter Bewegungsmelder sparen Energie.
4. Licht und Beleuchtung
Eine durchdachte Beleuchtungsplanung ist der Schlüssel zu einer wohnlichen Atmosphäre – und gleichzeitig ein Bereich, in dem viele Bauherren zu kurz greifen. Standard-Bauträger setzen oft nur eine Deckenleuchte pro Raum vor – das ist viel zu wenig.
Was zur guten Beleuchtungsplanung gehört
- Grundbeleuchtung – meist Deckenleuchten oder Spots
- Akzentbeleuchtung – Wandleuchten, Spots auf Bilder oder Möbel
- Arbeitsplatzlicht – über Küchenarbeitsplatte, Schreibtisch, Spiegel
- Ambientebeleuchtung – Stehlampen, indirekte Beleuchtung
- Dimmbare Stromkreise – für flexible Lichtszenen
- Drei Lichtquellen pro Raum – Faustregel für gute Atmosphäre
- Außenbeleuchtung – Hauseingang, Garten, Carport
Wichtige Schaltarten kennen
Bei den Schaltungen gibt es mehrere wichtige Varianten. Für jeden Anwendungsfall gibt es die passende Lösung:
- Ausschaltung – die einfachste Variante (ein Ort, ein Schalter)
- Wechselschaltung – zwei Schalter steuern eine Lampe (z. B. Treppenhaus)
- Kreuzschaltung – drei oder mehr Schalter steuern eine Lampe
- Sparwechselschaltung – Wechselschaltung mit Steckdose
- Tasterschaltung – beliebig viele Taster steuern eine Lampe
- Serienschaltung – zwei Lampen mit einem Doppelschalter
Eine Übersicht aller Schaltarten finden Sie unter Schaltungen bei der Elektroinstallation. Spezialthema Beleuchtung im Wohnzimmer finden Sie unter Wohnzimmer Beleuchtung.
5. Smart Home – wenn schon, dann richtig vorbereiten
Smart Home ist im Neubau einer der größten Trends – aber auch eines der Themen, bei dem Bauherren am häufigsten am falschen Ende sparen. Wer im Rohbau nicht die richtigen Vorbereitungen trifft, kann später entweder nur mit Funklösungen arbeiten oder mit erheblichen Nachrüstkosten leben.
Welche Smart-Home-Varianten gibt es?
- Bus-Systeme – KNX und Loxone als professionelle Komplettlösungen mit eigener Verkabelung. Höchster Komfort, höchste Kosten, höchste Zukunftssicherheit.
- Hybrid-Systeme – Funk-Aktoren in vorhandenen Schalterdosen (Shelly, Bosch Smart Home). Gute Lösung für sukzessive Erweiterung.
- Reine Funklösungen – komplett kabellos, einfache Nachrüstung. Sicherheit und Reichweite oft eingeschränkt.
Was Sie im Neubau auf jeden Fall einplanen sollten
- Tiefe Schalterdosen oder Elektronikdosen – Platz für spätere Aktoren
- Bus-Leerrohr parallel zur Stromleitung – auch wenn Sie noch keine Bus-Geräte einbauen
- Sensoren-Leitungen – für Wetterstation, Helligkeitssensoren, Bewegungsmelder
- Zentrale Stelle für Server – Technikraum mit Netzanschluss und Belüftung
- Steuerleitungen zur Heizung – Raumthermostate, Fußbodenheizung
- Rolladensteuerung mit zentraler Steuerung – siehe Rolladensteuerung
6. Multimedia – Netzwerk, TV und Audio
Auch wenn WLAN heute Standard ist – die Multimedia-Verkabelung im Neubau bleibt entscheidend für zuverlässige Datenübertragung, Smart-TV und Streaming. Wer hier spart, ärgert sich über jeden Streaming-Stau und jeden Netzwerk-Ausfall.
Was zur Multimedia-Ausstattung gehört
- Strukturierte Netzwerkverkabelung CAT 7 – in jedem Raum mindestens eine, im Wohnzimmer und Arbeitszimmer mehrere
- Patch-Panel im Technikraum – zentrale Anlaufstelle aller Datenleitungen
- SAT-Antennenanlage mit Multischalter – oder Kabel-TV/IPTV je nach Region
- WLAN-Access-Points mit POE-Versorgung – über Patchkabel statt extra Stromleitung
- Lautsprecher-Verkabelung für Multiroom-Audio (z. B. Sonos, Denon)
- HDMI-Leerrohr hinter dem TV – für versteckte Verkabelung zu Receiver/Konsole
Wichtige Praxis-Tipps
- Im Wohnzimmer mehrere Netzwerkdosen – nicht nur am TV, sondern auch am Schreibtisch oder neben der Couch
- Im Schlafzimmer mindestens eine Netzwerkdose – für Streaming-Geräte
- SAT-Anlage mit Quad- oder Quattro-LNB für mehrere Empfangsgeräte – mehr unter SAT-LNB Ratgeber
- Glasfaser-Hausanschluss – bei Verfügbarkeit immer mitmachen, auch wenn aktuell nur Kupfer reicht
7. Türkommunikation – Klingel, Sprechen, Sehen
Die Türkommunikation gehört zu den oft vernachlässigten Themen im Neubau – dabei ist sie eine der ersten Berührungspunkte zwischen Bewohnern und Besuchern. Heute wird hier meist mehr verbaut als nur die klassische Klingel.
Welche Varianten gibt es?
- Klassische Klingelanlage – Klingeltaster außen, Gong im Haus, mit 8V-Klingeltrafo. Zuverlässig, wartungsarm. Mehr unter Klingel anschließen.
- Sprechanlage – mit Mikrofon und Lautsprecher, ermöglicht Kommunikation vor dem Öffnen
- Video-Sprechanlage – zusätzlich mit Kamera, sichtbar wer vor der Tür steht
- Smartphone-Anbindung – moderne Video-Türstationen senden das Bild aufs Smartphone, auch unterwegs
- Funkklingel – als Alternative, wenn keine Verkabelung möglich.
Was im Neubau einplanen
- Leerrohr von der Tür zum Technikraum – auch wenn jetzt nur eine einfache Klingel kommt
- Stromversorgung am Hauseingang – für später nachgerüstete Videoanlage
- Netzwerkanschluss bei moderner IP-basierter Anlage – z. B. Siedle Access oder Doorbird
- Mehrere Innenstationen bei größeren Häusern – im Wohnzimmer, in der Küche, in den Schlafzimmern
Die 13 Arbeitsschritte für die Unterputz-Elektroinstallation (Selbermacher-Checkliste)
Beim Neubau eines massiven Hauses können Sie viele leichte Tätigkeiten selbst erledigen. Nach einer intensiven Planung folgen einzelne Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge. Die folgenden Arbeiten sind im stromlosen Zustand erfolgt und stellen einen Großteil der Haus-Elektroinstallation dar – mit der Sie sich einen großen Teil der Arbeitskosten sparen können.
Bei der Unterputz-Elektroinstallation im Neubau können geschickte Heimwerker viele Arbeiten selbst übernehmen.
⚡ Der Reihenfolge nach: die 13 Arbeitsschritte für die Unterputz-Elektroinstallation im Neubau:
- Planung der Elektroinstallation – siehe Abschnitt 1 oben oder ausführlich unter Anleitung Planung Elektroinstallation
- Installationszonen festlegen – nach DIN 18015-3, mehr unter Installationszonen
- Unterputzdosen anzeichnen – Positionen markieren, mit Dosenbohrer Löcher bohren, prüfen ob UP-Dosen hineinpassen
- Schlitzgröße bestimmen und stemmen – mit Schlitzfräse ausfräsen oder mit Bohrhammer stemmen
- UP-Dosen vorbereiten – Löcher für Rohre und Kabel ausbrechen, Maueraussparung prüfen, gegebenenfalls mit Bleistift die Höhe und Senkrechte anzeichnen
- UP-Dosen setzen – mit geeignetem Mörtel (Tipp: Fertigputz eignet sich gut) oder Dosengips. Mit Wasserwaage putzbündig sowie waagrecht und senkrecht setzen. Mehr unter Unterputzdosen
- Leitungen oder Leerrohre verlegen – nach der Aushärtung der gesetzten Dosen
- Kabel einführen in die UP-Dose – die Kabel vorher abmanteln und deutlich beschriften (z. B. mit Isolierband). Mehr unter Kabel einziehen
- Nochmals Vollständigkeit prüfen – nach dem Verputzen ist Korrektur nur mit großem Aufwand möglich. Leitungen mit langen Drahtnägeln im Schlitz befestigen, sodass sie mauerbündig liegen
- Leitungen mit Mörtel oder Fertigputz fixieren – etwa alle 30 cm, um die Abzweigdosen bzw. Unterputzdosen ebenfalls gut zuspachteln
- UP-Dosen mit Putzdeckel verschließen – schützt vor Putz und Schmutz
- Nägel entfernen – alle Befestigungsnägel wieder herausziehen
- Verputzen lassen – die Wand kann nun zugemacht werden
Wichtig: Sämtliche Anschlussarbeiten an spannungsführenden Teilen darf nur die Elektrofachkraft ausführen – Schalter, Steckdosen, Verteiler, Inbetriebnahme. Mehr zu Selbermacher-Themen unter Elektroinstallation selber machen.
Praxistipp: Geräteabzweigdosen statt klassische Abzweigdosen
Früher wurde bei der Unterputz-Hauselektroinstallation viel mit Abzweigdosen gearbeitet, die putzbündig eingesetzt und einfach übertapeziert oder überstrichen wurden. Beim späteren Öffnen hinterließ das immer hässliche Spuren.
Heute empfehle ich, wenn möglich, Geräteabzweigdosen zu verwenden:
- Keine separaten Abzweigdosen mehr
- Die Leitungen werden in der breiten und tiefen Schalterdose verklemmt
- Geräteabzweigdosen haben seitlich genügend Platz für mehrere Leitungen hinter und neben dem eigentlichen UP-Geräteeinsatz
- Bei Prüfungen oder Änderungen von Schaltungen ist einfach der UP-Geräteeinsatz auszubauen – keine hässlichen Spuren an der Wand mehr
Material und Werkzeug
Hochwertiges Material verwenden
Sparen Sie nicht am falschen Ende. Wer minderwertige Installationsleerrohre verwendet, hat beim Einziehen der Leitungen nur Ärger und braucht die doppelte Zeit. Aus 30 Jahren Praxis: Hochwertiges Material zahlt sich immer aus:
- Installationsrohre, UP-Dosen und Kabel nicht im Baumarkt, sondern im Fachhandel kaufen
- Markenhersteller bei Schalterprogrammen: Busch-Jaeger, Jung, Gira
- Verteiler und Schutzgeräte: Hager, ABB, Siemens, Eaton
- Bevor Sie sich entscheiden, einen Blick auf Elektromaterial kaufen
Werkzeug-Grundausstattung
- Zweipoliger Spannungsprüfer – Pflicht (kein einfacher Phasenprüfer-Schraubendreher!)
- Bohrhammer mit Dosenbohrer und Schlitzfräse
- Wasserwaage
- Abisolierzange, Aderendhülsenzange, Seitenschneider
- Spachtel und Mörtelkelle für die UP-Dosen-Montage
Eine ausführliche Übersicht der Werkzeuge finden Sie unter Elektriker-Werkzeug.
Zusammenarbeit mit der Elektrofachkraft
Selbst wenn Sie viele Arbeiten selbst übernehmen – die Elektrofachkraft ist Ihr wichtigster Partner beim Neubau. Aus meiner Praxis ein paar Tipps für die gute Zusammenarbeit:
- Frühzeitig einbinden – nicht erst wenn die Wände stehen
- Aufgabenverteilung schriftlich festhalten – was machen Sie, was die Fachkraft
- Materialliste gemeinsam erstellen – die Fachkraft weiß, was nötig ist
- Aufsicht bei kritischen Schritten – z. B. beim ersten Stemmen
- Schriftliche Abnahme mit Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600
Häufige Fragen zur Elektroinstallation im Neubau (FAQ)
Wie früh sollte ich mit der Planung der Elektroinstallation beginnen?
Mindestens 6 Monate vor Baubeginn – idealerweise schon in der Architekturphase. Wenn die Wände stehen, ist es für die meisten Entscheidungen zu spät, und Änderungen werden teuer.
Wie viele Steckdosen pro Raum sind sinnvoll?
Als grobe Faustregel: Wohnzimmer 12–16, Schlafzimmer 6–10, Küche 10–14, Bad 3–5, Flur 2–4, Kinderzimmer 8–12. Lieber zu viele als zu wenige – nachträglich sind sie teuer.
Was kostet die Elektroinstallation in einem Neubau?
Bei mittlerer Ausstattung 90–120 €/m² oder 3–5 % der Baukosten. Bei einem 150-qm-Einfamilienhaus also typisch 15.000–25.000 €. Bei Smart-Home-Vollausstattung deutlich mehr. Mehr unter Kosten Elektroinstallation.
Was darf ich beim Hausbau selbst machen?
Einfache Tätigkeiten im stromlosen Zustand: Schlitze stemmen, UP-Dosen setzen, Leerrohre und Kabel verlegen, Verteilerschränke einbauen (ohne Anschluss!), Rahmen und Wippen montieren. Sämtliche Anschlussarbeiten gehören in Profi-Hände.
Welches Schalterprogramm soll ich wählen?
Markenhersteller wie Busch-Jaeger, Jung oder Gira – das hält 30 Jahre und länger. Bei der Designvariante kommt es auf den persönlichen Geschmack an.
Brauche ich Smart Home im Neubau?
Nicht zwingend – aber die Voraussetzungen sollten Sie schaffen. Tiefe Dosen, Buskabel parallel zur Stromleitung, ausreichend Netzwerk-Verkabelung. Dann lässt sich später jederzeit nachrüsten, ohne Stemmen.
Wie viel kann ich durch Eigenleistung sparen?
Bei einem Einfamilienhaus typisch 4.000–6.000 € reine Arbeitskosten plus 1.500–2.500 € Material durch Online-Einkauf – gesamt also 6.000–8.500 €.
Was ist die RAL-RG 678?
Eine Richtlinie für die Ausstattung von Elektroinstallationen in Wohngebäuden mit sechs Ausstattungswerten (1 / 2 / 3 jeweils auch als plus-Variante). Aus meiner Praxis empfehle ich Ausstattungswert 2plus als zukunftsfähigen Standard.
Brauche ich heute schon eine Wallbox-Vorbereitung?
Ja unbedingt, auch wenn Sie noch kein E-Auto haben. Mindestens ein Leerrohr zum geplanten Stellplatz legen, im Zählerschrank Platzreserve schaffen. Die spätere Nachrüstung kostet sonst ein Vielfaches.
Was ist der Unterschied zur Elektroinstallation im Altbau?
Im Neubau planen Sie von Grund auf neu – maximale Gestaltungsfreiheit. Im Altbau geht es um Modernisierung bestehender Anlagen mit allen Sicherheitsfragen.
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Fazit
Die Elektroinstallation im Neubau ist eines der wichtigsten Themen, das Sie aktiv mitplanen sollten – nicht nur dem Bauträger überlassen. Wer hier passiv bleibt, bekommt am Ende eine Standardinstallation mit zu wenigen Steckdosen, vergessenen Netzwerkanschlüssen und Schaltern an den falschen Stellen.
Mein Rat aus 30 Jahren Praxis: Beginnen Sie früh mit der Planung – mindestens 6 Monate vor Baubeginn. Decken Sie alle sieben Themen ab – Planung, Sicherheit, Energieeffizienz, Beleuchtung, Smart Home, Multimedia, Türkommunikation. Setzen Sie auf hochwertige Markenware – das hält 30 Jahre und länger. Planen Sie Leerrohre überall ein – sie ermöglichen jede spätere Nachrüstung ohne Stemmen. Und nutzen Sie die 13-Schritte-Checkliste, wenn Sie Teile der Unterputz-Installation selbst übernehmen wollen – das spart 6.000–8.500 € bei gleicher Qualität.
Wer ein bestehendes Haus modernisiert, findet die passenden Hinweise unter „Elektroinstallation Altbau“. Was die Elektroinstallation konkret kostet, lesen Sie unter Kosten Elektroinstallation.
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