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Schaltungen bei der Elektroinstallation

12. April 2026 by Dein Elektriker

4.8/5 - (15 votes)

Elektroschaltungen – die 5 wichtigsten Grundschaltungen einfach erklärt

Zuletzt aktualisiert: April 2026 – auf aktuellen Stand gebracht.

INHALTSVERZEICHNIS

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  • Elektroschaltungen – die 5 wichtigsten Grundschaltungen einfach erklärt
    • Die 5 Grundschaltungen im Überblick
    • Lichtschalter und Taster – der entscheidende Unterschied
    • 1. Die Ausschaltung – einfach & klassisch
    • 2. Die Serienschaltung – zwei Leuchten von einer Stelle
    • 3. Die Wechselschaltung – eine Leuchte von zwei Stellen
    • 4. Die Kreuzschaltung – eine Leuchte von drei Stellen
    • 5. Die Tasterschaltung – beliebig viele Schaltstellen
    • Wann Kreuzschaltung, wann Tasterschaltung?
    • Weitere wichtige Schaltungen im Einfamilienhaus
    • Welche Schaltung für welchen Raum? – Praxis-Übersicht
    • Die häufigsten Verwechslungen beim Schalterkauf
    • Was darf der Heimwerker selbst machen?
    • Häufige Fragen zu Elektroschaltungen (FAQ)
    • Fazit
    • Ähnliche Beiträge:

Bei der Elektroinstallation kommen verschiedene Grundschaltungen zum Einsatz, je nachdem, wie eine Beleuchtung im Raum geschaltet werden soll. Mal genügt ein einfacher Schalter an der Tür, mal sind drei oder mehr Schaltstellen für eine Leuchte nötig, mal sollen zwei Leuchten unabhängig voneinander von einem Schalter aus gesteuert werden. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen aus über 30 Jahren Elektriker-Praxis die fünf wichtigsten Elektroschaltungen, wann sie zum Einsatz kommen, wo die typischen Fehler lauern und welche Schaltung sich für welchen Raum am besten eignet.
Schaltungen bei der Elektroinstallation – Übersicht der Grundschaltungen

⚡ Wichtig vorab: Die fünf Grundschaltungen sind Ausschaltung, Serienschaltung, Wechselschaltung, Kreuzschaltung und Tasterschaltung. Wer ihre Funktion versteht, kann jede Beleuchtungssituation im Eigenheim richtig planen. Die konkreten Anschluss-Anleitungen finden Sie jeweils in den verlinkten Spezialartikeln.

Die 5 Grundschaltungen im Überblick

Schaltung Wofür? Typischer Einsatzort
Ausschaltung 1 Leuchte von 1 Stelle Abstellraum, WC, Keller
Serienschaltung 2 Leuchten von 1 Stelle (getrennt) Bad (Spiegel + Decke), Küche, Bad
Wechselschaltung 1 Leuchte von 2 Stellen Schlafzimmer (Tür/Bett), Räume mit 2 Türen
Kreuzschaltung 1 Leuchte von 3 Stellen Räume mit 3 Eingängen, kurze Flure
Tasterschaltung 1 Leuchte von beliebig vielen Stellen Treppenhaus, langer Flur, ab 3 Schaltstellen

Übersicht der wichtigsten Lichtschalter und Elektroschaltungen

Lichtschalter und Taster – der entscheidende Unterschied

Bevor wir zu den einzelnen Schaltungen kommen, ein wichtiger Grundsatz: Es gibt zwei verschiedene Bauarten von Schaltgeräten.

Wippschalter

Der Wippschalter hat eine Wippe, die nach dem Betätigen in der Stellung bleibt. Erst beim erneuten Drücken springt sie um. Beispiele: Ausschalter, Wechselschalter, Kreuzschalter, Serienschalter.

→ Wippschalter werden direkt für die Lichtschaltung verwendet

Taster

Der Taster hat eine federbelastete Wippe, die nach dem Loslassen sofort in die Ausgangsposition zurückspringt. Beim Drücken gibt er nur einen Impuls – er steuert nicht die Leuchte direkt, sondern ein Relais (Stromstoßschalter), das dann das Licht ein- oder ausschaltet.

→ Taster werden für die Tasterschaltung mit Relais verwendet

🚫 Häufiger Fehler: Heimwerker bauen versehentlich einen Taster in eine Ausschaltung ein – das Licht geht nur kurz an, solange der Taster gedrückt wird. Oder umgekehrt: Ein Wippschalter wird in einer Tasterschaltung verbaut – das Relais wird dauerhaft mit Spannung versorgt und funktioniert nicht. Vor dem Kauf darauf achten: Soll die Wippe einrasten oder zurückspringen?

1. Die Ausschaltung – einfach & klassisch

Die Ausschaltung ist die einfachste und am häufigsten eingesetzte Schaltung. Ein Schalter, eine Leuchte, eine Schaltstelle – fertig. Sie wird überall dort verwendet, wo das Licht nur von einer Stelle aus geschaltet werden muss.

Wann zum Einsatz?

  • Abstellraum
  • WC
  • Kellerräume
  • Hauswirtschaftsraum
  • Räume mit nur einer Eingangstür
💡 Praxis-Tipp – Aus-/Wechselschalter statt reiner Ausschalter: Heute werden für die einfache Ausschaltung fast immer Aus-/Wechselschalter verwendet, weil reine Ausschalter mit nur zwei Klemmen bei den gängigen Schalterherstellern kaum noch im Programm sind. Sie finden sie noch im Handel, aber meist nur bei älteren oder Standard-Schalterprogrammen. Beim Aus-/Wechselschalter klemmen Sie die Phase auf „L“ und den Lampendraht auf einen der beiden Pfeil-Kontakte – der zweite Pfeil bleibt frei. Mein Tipp: Den Lampendraht so klemmen, dass das Licht angeht, wenn die Wippe nach unten gedrückt wird.

Was kann man falsch machen?

Bei der Ausschaltung kann man eigentlich nicht viel falsch machen – außer:

  • Den falschen Schaltertyp verwenden: Wer versehentlich einen Taster greift, hat das Licht nur, solange er den Schalter drückt.
  • Lampendraht falsch geklemmt beim Aus-/Wechselschalter – Licht geht an, wenn die Wippe nach oben gedrückt wird statt nach unten.

Detaillierte Anschluss-Anleitung: Lichtschalter anschließen

2. Die Serienschaltung – zwei Leuchten von einer Stelle

Die Serienschaltung schaltet zwei Leuchten unabhängig voneinander von einer einzigen Schaltstelle. Sie hat eine geteilte Wippe, mit der jede der beiden Leuchten einzeln „Ein“ oder „Aus“ geschaltet werden kann.

Wann zum Einsatz?

  • Bad: Deckenleuchte + Spiegelleuchte separat schalten
  • Bad: Beleuchtung + Lüfter
  • Küche: Allgemeinlicht + Arbeitslicht
  • Esszimmer: Allgemeinlicht + Esstischlampe
  • Werkstatt / Hobbyraum: zwei Leuchtengruppen
  • Büro: Deckenleuchte + Wandbeleuchtung

🚫 Häufige Verwechslung: Serienschalter und Wechselschalter werden oft verwechselt – beide haben drei Klemmen. Manche Serienschalter haben sogar Pfeil-Symbole an den Klemmen, was die Verwechslung noch verschärft. Der entscheidende Unterschied:

  • Serienschalter: geteilte Wippe, schaltet 2 Leuchten von 1 Stelle
  • Wechselschalter: durchgehende Wippe, schaltet 1 Leuchte von 2 Stellen

Beim Kauf immer auf die Wippe achten, nicht auf die Klemmenbeschriftung allein.

Detaillierte Anschluss-Anleitung: Serienschaltung anschließen

3. Die Wechselschaltung – eine Leuchte von zwei Stellen

Die Wechselschaltung ist die zweithäufigste Schaltung im Wohnungsbau. Sie schaltet eine Leuchte von zwei unabhängigen Stellen. Egal in welcher Stellung der eine Schalter steht – am anderen lässt sich das Licht jederzeit ein- oder ausschalten.

Wann zum Einsatz?

  • Schlafzimmer: Schalter an Tür + Bett
  • Kinderzimmer: Tür + Bett
  • Räume mit zwei Türen (Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, Garage)
  • Durchgangsflure
  • Dachboden mit Schalter unten und oben (oft mit Kontrollfunktion)

Für die Wechselschaltung werden zwei Wechselschalter benötigt. Jeder hat drei Klemmen: einen Eingang „L“ oder „P“ und zwei Pfeil-Klemmen für die Korrespondierenden.

💡 Praxis-Tipp zur Verkabelung: Zwischen den beiden Wechselschaltern immer ein 5-adriges NYM-J 5 × 1,5 verlegen, auch wenn ein 3-adriges Kabel theoretisch reichen würde. So haben Sie Reserve für eine spätere Steckdose unter einem der Schalter. Wenn Sie an beiden Schaltstellen eine Steckdose wollen, brauchen Sie sogar 7 Adern (NYM-J 7 × 1,5) – das hat 5-adrig nicht.

Was kann man falsch machen?

  • Verwechslung mit Serienschalter (siehe oben)
  • L-Klemme und Pfeil-Klemmen vertauscht – Schaltung funktioniert dann nur teilweise oder gar nicht
  • Grüngelb als Phase zweckentfremdet – lebensgefährlich, niemals

Detaillierte Anschluss-Anleitung: Wechselschaltung anschließen

4. Die Kreuzschaltung – eine Leuchte von drei Stellen

Wenn drei oder mehr Schaltstellen für eine Leuchte gebraucht werden, kann die Wechselschaltung um einen oder mehrere Kreuzschalter erweitert werden. Bei drei Stellen verwendet man zwei Wechselschalter und einen Kreuzschalter dazwischen. Bei vier Stellen zwei Wechsel- und zwei Kreuzschalter, und so weiter.

Wann zum Einsatz?

  • Räume mit drei oder mehr Türen
  • Lange Flure mit mehreren Eingängen
  • Wohnzimmer mit drei Schaltstellen (Tür, Sitzgruppe, Esstisch)
💡 Mein Praxis-Tipp: Die Kreuzschaltung ist bei drei Schaltstellen noch machbar – aber ab vier Schaltstellen wird sie sehr unübersichtlich. Mehr Adern, mehr Klemmen, mehr Fehlerquellen. Schon bei drei Schaltstellen ist häufig die Tasterschaltung mit Stromstoßrelais die bessere Wahl – die Verdrahtung ist einfacher und Sie können beliebig viele weitere Schaltstellen nachrüsten.

Was kann man falsch machen?

  • Korrespondierende verwechselt: Eingänge und Ausgänge am Kreuzschalter falsch angeschlossen – Schaltung funktioniert dann nicht in allen Stellungs-Kombinationen
  • Zu viele Schaltstellen über Kreuzschaltung versuchen – ab 4 Stellen praktisch unübersichtlich

Detaillierte Anschluss-Anleitung: Kreuzschaltung anschließen

5. Die Tasterschaltung – beliebig viele Schaltstellen

Die Tasterschaltung ist die flexibelste aller Grundschaltungen. Statt eines direkten Schalters werden Taster verwendet, die einen Impuls an ein Stromstoßrelais (Eltako) im Verteiler senden. Das Relais schaltet dann die Leuchte. Vorteil: Beliebig viele Schaltstellen lassen sich problemlos nachrüsten.

Wann zum Einsatz?

  • Treppenhaus mit mehreren Etagen
  • Lange Flure mit mehreren Schaltstellen
  • Räume mit 4+ Schaltstellen
  • Wo später weitere Schaltstellen nachgerüstet werden könnten
⚡ Wichtig zu wissen: Die Tasterschaltung braucht zwingend ein Stromstoßrelais (auch Eltako-Relais oder Stromstoßschalter genannt), das im Verteiler montiert wird. Der Taster gibt nur einen Impuls ans Relais – das Licht selbst wird über das Relais geschaltet. Wer hier einen Wippschalter statt eines Tasters einbaut, hat eine Schaltung, die nicht funktioniert.

Was kann man falsch machen?

  • Wippschalter statt Taster verbaut – Relais wird permanent geschaltet, Schaltung funktioniert nicht
  • Stromstoßrelais vergessen – ohne Relais kein Licht
  • Falscher Querschnitt bei der Steuerleitung – für die dünneren Tasterleitungen reichen oft 0,75 mm² oder 1,5 mm², die Lastleitung zur Leuchte muss aber dem Verbraucher entsprechen

Detaillierte Anschluss-Anleitung: Tasterschaltung anschließen

Wann Kreuzschaltung, wann Tasterschaltung?

Bei drei Schaltstellen haben Sie die Wahl zwischen Kreuzschaltung und Tasterschaltung. Aus meiner Praxis die klare Empfehlung:

Situation Empfehlung
Genau 3 Schaltstellen, kein Ausbau geplant Kreuzschaltung möglich, aber Tasterschaltung einfacher
Ab 3 Schaltstellen, evtl. Erweiterung möglich Tasterschaltung – klare Empfehlung
4+ Schaltstellen Immer Tasterschaltung

Der Hauptvorteil der Tasterschaltung: Sie können jederzeit weitere Taster nachrüsten, ohne die bestehende Verkabelung zu ändern. Bei der Kreuzschaltung müssten Sie für jede zusätzliche Stelle einen weiteren Kreuzschalter einbauen und neue Korrespondierende verlegen.

Weitere wichtige Schaltungen im Einfamilienhaus

Neben den fünf Grundschaltungen gibt es Spezialschaltungen, die in bestimmten Situationen sinnvoll sind:

Kontroll-Wechselschaltung

Eine Wechselschaltung mit zusätzlicher Glimmlampe im Schalter. Sie zeigt von außen an, ob das Licht eingeschaltet ist. Aus meiner Praxis besonders sinnvoll:

  • Badbeleuchtung mit Schalter außerhalb – man sieht von außen, ob jemand das Licht angelassen hat
  • Dachboden-Beleuchtung mit Schalter unten – Kontrolle, ob oben noch Licht brennt
  • Kellerräume, deren Beleuchtung leicht vergessen wird

Der Kontroll-Wechselschalter hat zusätzlich eine N-Klemme für den Neutralleiter (für die Glimmlampe).

Doppelwechselschaltung

Zwei Wechselschaltungen in einem Schalter zusammengefasst – schaltet zwei Leuchten von zwei Stellen unabhängig. Praktisch, wenn der Platz für eine zweite UP-Dose fehlt. Aus meiner Praxis: Doppelwechselschalter werden eingesetzt, wenn man Platz sparen will – statt zwei separaten Wechselschaltern in zwei Dosen ein einziger Doppelwechselschalter in einer Dose.
Mehr zur Doppelwechselschaltung

Sparwechselschaltung

Eine besondere Form der Wechselschaltung, bei der an beiden Wechselschaltern dieselbe Phase anliegt. Vorteil: An beiden Schaltstellen lässt sich problemlos eine Steckdose mit Dauerphase nachrüsten, ohne ein 7-adriges Kabel verlegen zu müssen.
Mehr zur Sparwechselschaltung

Jalousieschaltung

Spezielle Wippschalter mit zwei Tast-Positionen für Auf/Ab und einer Mittelposition zum Anhalten. Aus meiner Praxis: Wer keine zentrale Jalousiesteuerung haben möchte, ist mit einzelnen Jalousieschaltern bestens bedient.

💡 Mein Praxis-Tipp zur Jalousiesteuerung: In meinem eigenen Haus habe ich es so gelöst, dass immer zwei Fenster auf einen Jalousieschalter geklemmt sind. Das ist deutlich günstiger als eine zentrale Jalousiesteuerung und flexibler im Alltag. Der Jalousieschalter kann zwei Fenster auf und zu fahren – und auch in der Mitte anhalten. Für mich praktischer als eine Zentralsteuerung, die in der Anschaffung viel teurer ist und mehr Verkabelung braucht.

Bewegungsmelder als Schalter-Ersatz

Bewegungsmelder ersetzen den Schalter komplett – das Licht geht automatisch an, wenn jemand den Raum betritt. Besonders sinnvoll in Flur, Treppenhaus, Eingang, Gäste-WC, Garage und Garten. Energiespar-Effekt: Das Licht brennt nur bei Bedarf.
Lampe mit Bewegungsmelder anschließen – Beispielschaltung
Lampe mit Bewegungsmelder anschließen

Welche Schaltung für welchen Raum? – Praxis-Übersicht

Aus meiner Erfahrung aus 30 Jahren die typische Schaltungs-Kombination in einem Einfamilienhaus:

Raum Empfohlene Schaltung
Abstellraum, Keller, WC, Hauswirtschaftsraum Ausschaltung
Schlafzimmer, Kinderzimmer Wechselschaltung (Tür/Bett)
Wohnzimmer (2 Türen) Wechselschaltung
Wohnzimmer mit getrenntem Allgemeinlicht + Akzentlicht Serienschaltung
Bad Serienschaltung (Decke + Spiegel oder Decke + Lüfter)
Bad-Schalter außerhalb Kontroll-Wechselschaltung
Küche Serienschaltung oder Wechselschaltung
Flur (kurz, 2 Stellen) Wechselschaltung
Flur, Treppenhaus (3+ Stellen) Tasterschaltung
Dachboden mit Schalter unten Kontroll-Wechselschaltung
Garage (mit Tor + Eingang) Wechselschaltung
Eingangsbereich, Außenbereich Bewegungsmelder

Die häufigsten Verwechslungen beim Schalterkauf

Wer Schalter selbst kauft, sollte die typischen Verwechslungsfallen kennen:

🚫 Die häufigsten Verwechslungen:

  • Wechselschalter ↔ Serienschalter: Beide haben 3 Klemmen – Erkennung an der Wippe. Durchgehende Wippe = Wechselschalter, geteilte Wippe = Serienschalter.
  • Taster ↔ Wippschalter: Wenn die Wippe federbelastet zurückspringt = Taster. Wer beim Kauf nicht aufpasst, hat eine nicht funktionierende Schaltung.
  • Aus-/Wechselschalter ↔ reiner Ausschalter: Der Aus-/Wechselschalter hat 3 Klemmen und kann beides – der reine Ausschalter nur 2 Klemmen. Heute ist fast immer der universelle Aus-/Wechselschalter verbaut.
  • Doppelwechselschalter ↔ Serienschalter: Beide haben geteilte Wippen, aber der Doppelwechselschalter hat 6 Klemmen statt 3 – er kann zwei Leuchten von zwei Stellen schalten.

Was darf der Heimwerker selbst machen?

Lichtschalter zu installieren ist offiziell meisterpflichtig – darf also nur durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb erfolgen. In der Praxis tauschen geübte Heimwerker im stromlosen Zustand ihre Schalter selbst aus oder schließen einfache Schaltungen an. Wichtig dabei:

  • Spannungsfreiheit prüfen mit dem zweipoligen Spannungsprüfer (kein Phasenprüfer)
  • Die 5 Sicherheitsregeln einhalten
  • Bei Unsicherheit eine Elektrofachkraft hinzuziehen
  • Größere Installationen immer im Vorfeld mit dem Fachbetrieb absprechen

Mehr dazu: Elektroinstallation selber machen – was Heimwerker dürfen

Häufige Fragen zu Elektroschaltungen (FAQ)

Was sind die 5 Grundschaltungen in der Elektroinstallation?

Ausschaltung (1 Leuchte, 1 Stelle), Serienschaltung (2 Leuchten, 1 Stelle), Wechselschaltung (1 Leuchte, 2 Stellen), Kreuzschaltung (1 Leuchte, 3+ Stellen) und Tasterschaltung (1 Leuchte, beliebig viele Stellen).

Was ist der Unterschied zwischen Lichtschalter und Taster?

Der Lichtschalter ist ein Wippschalter – die Wippe bleibt nach dem Betätigen in der Position. Der Taster hat eine Feder und springt nach dem Drücken zurück, er gibt nur einen Impuls. Taster werden in Verbindung mit einem Stromstoßrelais für die Tasterschaltung verwendet.

Wann nehme ich Kreuzschaltung, wann Tasterschaltung?

Bei genau 3 Schaltstellen geht beides – ich empfehle aber meistens die Tasterschaltung, weil die Verdrahtung einfacher ist und sie sich beliebig erweitern lässt. Ab 4 Schaltstellen ist die Tasterschaltung Pflicht.

Wie erkenne ich, ob ein Schalter ein Wechselschalter oder Serienschalter ist?

An der Wippe: Durchgehende Wippe = Wechselschalter (1 Leuchte, 2 Stellen). Geteilte Wippe = Serienschalter (2 Leuchten, 1 Stelle). Beide haben 3 Klemmen, deshalb ist der Wippen-Check entscheidend.

Welche Schaltung wird im Wohnzimmer typischerweise verwendet?

Bei zwei Eingangstüren: Wechselschaltung. Wer Hauptlicht und Akzentlicht (z. B. Wandleuchten) separat schalten will: zusätzlich Serienschaltung. Bei drei oder mehr Schaltstellen: Tasterschaltung mit Stromstoßrelais.

Welche Schaltung im Bad ist sinnvoll?

Eine Serienschaltung für Deckenleuchte + Spiegelleuchte oder Deckenleuchte + Lüfter. Wenn der Schalter außerhalb des Bads sitzt: eine Kontroll-Wechselschaltung mit Glimmlampe, damit man von außen sieht, ob das Licht noch brennt.

Kann ich eine Wechselschaltung später auf eine Kreuzschaltung erweitern?

Ja, eine vorhandene Wechselschaltung lässt sich durch Einfügen eines Kreuzschalters auf 3 Schaltstellen erweitern. Voraussetzung: Es liegt ein ausreichendes Kabel (mindestens 5-adrig) zwischen den Schaltstellen.

Welche Aderfarben werden bei den Schaltungen verwendet?

Heute Standard: Braun = Phase, Schwarz und Grau = Korrespondierende, Blau = Neutralleiter (immer!), Grüngelb = Schutzleiter (immer!). In Altbauten können die Farben abweichen – im Zweifel mit dem zweipoligen Spannungsprüfer messen.

Fazit

Die fünf Grundschaltungen bei der Elektroinstallation – Ausschaltung, Serienschaltung, Wechselschaltung, Kreuzschaltung, Tasterschaltung – decken alle typischen Beleuchtungssituationen im Eigenheim ab. Ergänzt durch Kontroll-Wechselschaltung, Doppelwechselschaltung, Sparwechselschaltung und Bewegungsmelder hat man für jeden Raum die passende Lösung.

Mein Rat aus 30 Jahren Praxis: Planen Sie früh, welche Schaltung in welchem Raum sinnvoll ist. Was im Plan steht, lässt sich leicht ändern – was schon in der Wand steckt, nur teuer. Und beim Schalterkauf: Genau hinsehen, ob die Wippe einrastet oder zurückspringt, ob sie durchgehend oder geteilt ist – und nur Qualitätsschalter von etablierten Herstellern (Busch-Jaeger, Jung, Gira, Berker) verwenden. Die halten 30 Jahre und länger.

Praxis-Ratgeber vom Elektriker

Sie wollen alle Schaltungen Ihrer Hauselektrik wirklich verstehen und selbst installieren? In meinem 297-seitigen Praxis-Ratgeber zeige ich Ihnen aus 30 Jahren Praxis jeden Schritt – von der Wechselschaltung über Kreuz-, Tast- und Serienschaltung bis zur Spar- und Doppelwechselschaltung. Alle Schaltungen 1:1 an einer Holztafel aufgebaut, praxisnah und top verständlich erklärt.

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