Wechselschaltung anschließen – die komplette Anleitung vom Elektriker
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 – auf aktuellen Stand gebracht.
Die Wechselschaltung ist eine der am häufigsten eingesetzten Schaltungen bei der Elektroinstallation – und gleichzeitig diejenige, bei der Heimwerker die meisten Anschlussfehler machen. Drei Klemmen pro Schalter, korrespondierende Drähte, oft noch eine Steckdose dazu – da geht schnell etwas durcheinander. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen aus über 30 Jahren Elektriker-Praxis, wie eine Wechselschaltung funktioniert, wie Sie sie sauber anschließen, welche Fehler typisch sind und wie Sie sie selbst beheben.
Was ist eine Wechselschaltung?
Mit einer Wechselschaltung wird ein Verbraucher – meist eine Lampe – von zwei verschiedenen Stellen unabhängig „Ein“ oder „Aus“ geschaltet. Das Prinzip ist einfach: An der einen Schaltstelle wird das Licht eingeschaltet, an der anderen wieder ausgeschaltet. Und genau das ist die Stärke der Wechselschaltung – egal in welcher Stellung der jeweilige Schalter gerade steht: Das Licht kann von jeder der beiden Stellen jederzeit „ein“ oder „aus“ geschaltet werden. Sie sind also unabhängig voneinander.
Im Gegensatz zur normalen Ein-/Ausschaltung, bei der das Licht nur von einer Stelle geschaltet werden kann, bietet die Wechselschaltung zwei unabhängige Schaltstellen. Sie ist neben der Ausschaltung die in der Praxis am häufigsten eingesetzte Schaltung im privaten Wohnungsbau.
In welchen Räumen kommt die Wechselschaltung zum Einsatz?
Überall dort, wo eine zweite Schaltstelle praktisch ist:
- Schlafzimmer – Schalter an der Tür und am Bett
- Kinderzimmer – Tür und Bett
- Wohnzimmer mit zwei Eingangstüren
- Küche mit zwei Eingangstüren
- Diele, Flur, Treppenhaus
- Esszimmer
- Garage – Schalter an der Eingangstür und am Tor
Der Wechselschalter – Aufbau und Klemmen
Für eine Wechselschaltung brauchen Sie zwei Wechselschalter. Ein Wechselschalter ist ein Wippschalter mit zwei einrastenden Stellungen (im Gegensatz zum Taster, der nur einen Impuls gibt und in die Ausgangsstellung zurückspringt).
Er hat drei Anschlussklemmen (heute meist Steckklemmen, früher Schraubklemmen):
- Eingangsklemme „L“ oder „P“ – oft farblich gekennzeichnet (meist rot). Hier wird entweder die Phase (Zuleitung) oder der Draht zur Lampe angeschlossen.
- Zwei Pfeil-Klemmen „⇑ ⇑“ (manchmal als „K“ gekennzeichnet) – für die beiden korrespondierenden Drähte zum anderen Wechselschalter.
Zum Lösen einer Steckklemme drücken Sie die seitliche Lasche und ziehen den Draht unter leichtem Druck heraus.
Warum es heute fast nur noch Aus-/Wechselschalter gibt
Wer sich heute einen Lichtschalter im Elektrohandel kaufen will, bekommt fast nur noch sogenannte Aus-/Wechselschalter – reine Ausschalter mit nur zwei Klemmen sind im Handel selten geworden. Der Grund: Der Aus-/Wechselschalter ist universell einsetzbar – einmal als Ausschalter, einmal als Wechselschalter – und der Lagerbestand für Hersteller und Händler ist deutlich einfacher.
Wechselschalter als reinen Ausschalter verwenden
Wenn Sie nur eine einfache Ein-/Ausschaltung brauchen (Klassiker im Bad, WC oder Abstellraum), nehmen Sie einfach einen Wechselschalter und beschalten ihn so:
- Phase auf Klemme „L“ oder „P“
- Lampendraht auf einen der beiden Pfeil-Kontakte (egal welcher)
- Den zweiten Pfeil-Kontakt frei lassen
So funktioniert die Wechselschaltung – das Prinzip
Damit ein Verbraucher von zwei Stellen unabhängig geschaltet werden kann, braucht man die korrespondierenden Drähte – im Schaltplan unten die lilafarbenen Drähte. Diese verbinden die beiden Wechselschalter so, dass immer einer von beiden Korrespondierenden unter Spannung steht – egal in welcher Stellung die Schalter stehen. Genau das erlaubt es, die Lampe von jeder Stelle unabhängig zu schalten.

Funktionsprinzip der Wechselschaltung mit korrespondierenden Drähten (Bildquelle: Wikipedia)
Zusammengefasst:
- Am einen Wechselschalter wird die Zuleitung (Phase) auf „L“ geklemmt.
- Am anderen Wechselschalter wird der Draht zur Lampe auf „L“ geklemmt.
- Die zwei Pfeil-Klemmen ⇑ ⇑ beider Schalter werden mit zwei Drähten (Korrespondierende) verbunden.
Welcher Schalter die Phase bekommt und welcher den Lampendraht – das ist egal.
Welches Kabel und welche Adern brauchen Sie?
Damit die Wechselschaltung funktioniert, brauchen Sie mindestens drei Adern an jedem Wechselschalter: Zuleitung, eine Verbindung zum anderen Schalter und eine Leitung zur Lampe.
Standardverkabelung – reine Wechselschaltung:
- Zuleitung zum ersten Wechselschalter: NYM-J 3 × 1,5 mm² (Phase, Neutralleiter, Schutzleiter)
- Verbindung zwischen den beiden Wechselschaltern: NYM-J 5 × 1,5 mm² (zwei Korrespondierende = schwarz und grau, plus Neutralleiter blau und Schutzleiter grüngelb, plus braun = Phase oder Lampendraht je nach Schalter)
- Zur Lampe: NYM-J 3 × 1,5 mm² (geschalteter Lampendraht, Neutralleiter, Schutzleiter)
Sonderfall: Steckdose an BEIDEN Schaltstellen
Wenn Sie an beiden Wechselschaltern eine Steckdose installieren wollen, reicht ein 5-adriges Kabel nicht mehr aus. Der Grund: Im 5-adrigen Kabel ist braun entweder Phase ODER Lampendraht – es gibt keine zusätzliche Ader, um die Dauerphase zur zweiten Schaltstelle weiterzuführen.
Theoretisch bräuchten Sie 6 Adern:
- 1 × Phase (zur Weiterführung der Dauerspannung zur zweiten Steckdose)
- 1 × Lampendraht
- 2 × Korrespondierende
- 1 × Neutralleiter (blau)
- 1 × Schutzleiter (grüngelb)
In der Praxis wird dann ein NYM-J 7 × 1,5 mm² verwendet, wenn die Verdrahtung mit festem NYM-J-Kabel erfolgt (also ohne Leerrohr mit Einzeladern). Die siebente Ader dient als Reserve oder z. B. für eine spätere Erweiterung. 6-adriges NYM-J ist im Standard-Sortiment unüblich – der Sprung geht von 5 auf 7 Adern.
Wenn die Installation in Leerrohren mit Einzeladern erfolgt, ist das einfacher: Sie ziehen einfach eine zusätzliche Ader für die Phasen-Durchführung mit ein.
Theoretisch würde für die reine Wechselschaltung sogar ein 3-adriges Kabel reichen (Phase, Korres, Korres). In der Praxis nimmt man aber immer mindestens ein 5-adriges Kabel, weil:
- Die Farben Blau und Grüngelb sind nur für Neutralleiter und Schutzleiter reserviert – die müssen auf jeden Fall durchgeführt werden.
- Bei einer späteren Steckdose unter einem der Schalter brauchen Sie die zusätzlichen Adern.
Die Kabelfarben einer Wechselschaltung
Bei einem NYM-J 5 × 1,5 mm² werden die Adern heute üblicherweise so verwendet:
| Aderfarbe | Funktion |
|---|---|
| Braun | Phase (Außenleiter) – auf Klemme „L“ oder „P“ des Wechselschalters |
| Schwarz und Grau | Korrespondierende (zu den Pfeil-Klemmen ⇑ ⇑) |
| Blau | Neutralleiter – nur für Neutralleiter zu verwenden! |
| Grüngelb | Schutzleiter – ausnahmslos nur als Schutzleiter zu verwenden! |
Praxisbeispiel: Wechselschaltung mit Steckdosen anschließen
Aufgabenstellung: In einem Raum soll von zwei Schaltstellen aus eine Lampe unabhängig „Ein“/„Aus“ geschaltet werden. An jeder Schaltstelle soll zusätzlich eine Steckdose installiert werden.
Voraussetzung: Zwei tiefe UP-Schalterdosen (am besten Schalterabzweigdosen mit mehr Platz). Die Schaltstellen sind mit NYM-J 5 × 1,5 mm² verbunden. An Schaltstelle 1 kommt die Zuleitung NYM-J 3 × 1,5 mm² vom Unterverteiler an. An Schaltstelle 2 geht NYM-J 3 × 1,5 mm² zur Lampe.
Die 14 Arbeitsschritte
- Spannungsfreiheit prüfen mit dem zweipoligen Spannungsprüfer (kein Phasenprüfer!).
- Adern abisolieren ca. 1 cm mit der Abisolierzange.
- Schutzleiter (grüngelb) der Zuleitung und des Verbindungskabels auf die Schutzleiterklemme (Mitte) der Steckdose an Schaltstelle 1.
- Neutralleiter (blau) der Zuleitung und des Verbindungskabels auf eine Seite der Steckdose (links oder rechts ist egal).
- Phase (braun) der Zuleitung auf Klemme „L“ des Wechselschalters 1.
- Drahtbrücke (braun) von Klemme „L“ des Wechselschalters zur rechten Klemmstelle der Steckdose (Phase).
- Schwarzer und grauer Draht (Korrespondierende) des Verbindungskabels 5 × 1,5 auf die ⇑ ⇑ Klemmen des Wechselschalters 1.
- An Schaltstelle 2: Schutzleiter grüngelb (vom Verbindungskabel und vom Lampenkabel) auf die Schutzleiterklemme.
- Neutralleiter blau (beide) auf eine Seite der Steckdose – sofern hier eine Steckdose vorgesehen ist (siehe Kabelhinweis unten).
- Schwarzer und grauer Draht (Korrespondierende) des Verbindungskabels auf die ⇑ ⇑ Klemmen des Wechselschalter 2.
- Brauner Draht des Lampenkabels NYM-J 3 × 1,5 (Lampendraht) auf Klemme „L“ des Wechselschalter 2.
- Sichtprüfung: Sitzt jede Ader fest in den Steckklemmen? Sind keine blanken Drahtenden frei?
- An der Lampe: Schutzleiter grüngelb auf Schutzleiterklemme, Neutralleiter blau auf „N“, Lampendraht braun auf „L“.
- Funktionsprüfung: Zuleitung wieder einschalten, Lampe sollte sich von beiden Schaltern „Ein“ und „Aus“ schalten lassen – fertig!
Die häufigsten Fehler beim Anschluss – aus meiner Praxis
Über 30 Jahre als Elektriker haben mich gelehrt: Bei Wechselschaltungen sind es immer wieder dieselben Fehler, die Heimwerker frustrieren.
Fehler 1: Steckdose nachgerüstet – aber die Phase fehlt
⚡ Der häufigste Praxisfehler: Eine bestehende Wechselschaltung wurde nur mit einem 5-adrigen Kabel zwischen den Schaltern verlegt. Jetzt soll unter beiden Schaltern eine Steckdose nachgerüstet werden – und an einer Schaltstelle fehlt eine freie Phase, weil das 5-adrige Kabel keine zusätzliche Phasen-Durchführung vorsieht.
Vor der Steckdosen-Nachrüstung immer prüfen: An welchem Wechselschalter liegt überhaupt die Dauerphase an? Nur dort lässt sich problemlos eine Steckdose installieren. Die Korrespondierenden und der Lampendraht können nicht als Phase für die Steckdose herangezogen werden, da sie geschaltet sind.
Die Lösungen:
- Wenn die Verkabelung in Leerrohren liegt: eine zusätzliche Ader nachziehen.
- Bei fester Verlegung mit NYM-J: neues Kabel NYM-J 7 × 1,5 einziehen (wenn machbar).
- Eine Sparwechselschaltung kann die elegante Lösung sein – hier liegt an beiden Schaltern dieselbe Phase an, perfekt für Steckdosen an beiden Schaltstellen.
Fehler 2: Wechselschalter und Serienschalter verwechselt
🚫 Der Klassiker: Wechselschalter und Serienschalter haben beide drei Klemmen – und werden von Laien deshalb häufig verwechselt. Der entscheidende Unterschied:
- Wechselschalter: Eine Eingangsklemme (L oder P) und zwei Ausgangsklemmen (⇑ ⇑) für die Korrespondierenden zum anderen Schalter. Eine durchgängige Wippe.
- Serienschalter: Eine Eingangsklemme (L oder P) und zwei separate Ausgangsklemmen für zwei unabhängige Verbraucher. Geteilte Wippe.
Merksatz: Wechsel = Phase + 2 Korres. Serien = Phase + 2 separate Abgänge zu zwei Leuchten.
Optischer Schnellcheck: Wippe geteilt = Serienschalter. Wippe in einem Stück = Wechselschalter (oder Ausschalter).
Fehler 3: L und Pfeil-Klemmen vertauscht
Wenn beim Anschluss die Klemmen vertauscht werden, funktioniert die Schaltung in der Regel nicht oder nur teilweise – je nach Stellung der Schalter geht das Licht mal an und mal nicht. Kaputt geht dabei in der Regel nichts, aber die Schaltung ist unbrauchbar. Mit dem Durchgangsprüfer-Trick (siehe Praxis-Tipp oben) lässt sich die richtige Klemme jederzeit identifizieren.
Fehlersuche: Wechselschaltung funktioniert nicht – was tun?
Wenn nach dem Anschluss die Schaltung nicht funktioniert, gehen Sie systematisch vor:
- Spannungsfreiheit herstellen (Sicherung raus, mit Spannungsprüfer kontrollieren – kein Phasenprüfer!).
- Richtige Schaltertypen prüfen: Sind beides wirklich Wechselschalter? Nicht einer davon ein Serienschalter (geteilte Wippe → Serie)?
- An beiden Schaltern „L“-Klemme prüfen: Liegt am ersten Schalter wirklich die Phase auf „L“? Liegt am zweiten Schalter wirklich der Lampendraht auf „L“?
- Korrespondierende prüfen: Sind die Pfeil-Klemmen an beiden Schaltern korrekt verbunden? Im Zweifel mit Durchgangsprüfer testen, welche Adern wo ankommen.
- Lampe selbst prüfen: Funktioniert das Leuchtmittel? Wenn es eine LED-Lampe ist, mit Spannungsprüfer an den Anschlussklemmen messen, ob bei eingeschalteter Schaltung Spannung anliegt.
Wenn alle Punkte stimmen und es trotzdem nicht geht, kann es ein Verdrahtungsfehler im Kabel selbst sein (z. B. Beschädigung beim Einziehen ins Leerrohr). Dann mit Durchgangsprüfer Ader für Ader durchmessen.
Klemmdose oder Verklemmung in der Schalterdose?
Früher wurden die Wechselschaltungen meist über eine zusätzliche Abzweig-/Klemmdose verkabelt. Heute will man bei der Unterputz-Installation möglichst wenig sichtbare Abzweigdosen haben und verklemmt direkt in der Schalterdose. Voraussetzung: die richtige Dose.
Die drei Dosen-Typen unterscheiden
| Dosentyp | Platz | Einsatz |
|---|---|---|
| Normale Schalterdose | Nur 1 Kabel | Einzelne Steckdose oder einfacher Ausschalter |
| Tiefe Schalterdose | Hinten mehr Platz, bis 4 Kabel | Wechselschalter mit wenigen Kabeln, Standardlösung bei UP-Verklemmung |
| Schalterabzweigdose | Hinten deutlich breiter, bis ca. 5 Kabel | Wechselschaltung mit Steckdose, viele Kabel-Zusammenführungen |
Schalterabzweigdose – durch die breitere Bauweise nach hinten mehr Platz für mehrere Kabel und Klemmstellen.
Welche Variante wann?
| Variante | Sinnvoll, wenn … |
|---|---|
| Verklemmung in der Schalterdose | Bis 4 Kabel: tiefe Schalterdose. Bis 5 Kabel: Schalterabzweigdose. Optisch saubere UP-Lösung. |
| Eigene Klemmdose | Ab 5+ Kabel oder bei Aufputz-Installation. Übersichtlicher bei vielen Zusammenführungen. |
💡 Mein Praxis-Tipp zur Dosenwahl: Bei einem Kabel (z. B. einfache Steckdose) reicht eine normale Schalterdose. Bei 2–4 Kabeln nehme ich grundsätzlich eine tiefe Schalterdose – das macht das Arbeiten viel einfacher. Bei einer Wechselschaltung mit Steckdose, wo es schnell auf 5 Kabel hinausläuft, gehört eine Schalterabzweigdose verbaut – die ist hinten deutlich breiter und bietet den nötigen Platz für Klemmen und Adernreserve.
Achtung bei Nachrüstungen: Wenn später noch einmal in einer Klemmdose verklemmt werden muss, muss der Klemmdosendeckel geöffnet werden. Dabei kann der Putz oder die Tapete um den Rand wegplatzen – optisch nicht schön. In der Schalterdose entfällt dieses Risiko, weil dort ohnehin später der Schalter abmontiert wird.
Vor- und Nachteile der Wechselschaltung
Vorteile:
- Verbraucher von 2 Schaltstellen unabhängig schaltbar
- Günstig in der Umsetzung – kein Relais nötig
- Einfach und schnell zu installieren
- Wartungsarm, robust, jahrzehntelang zuverlässig
- Erweiterbar zur Wechselschaltung mit Dimmer – ein klassischer Wechselschalter wird durch einen Dimm-Wechselschalter ersetzt
Nachteile:
- Erweiterung auf 3+ Schaltstellen nur über zusätzliche Kreuzschalter möglich – wird unübersichtlich
- Bei mehr als 3 Schaltstellen ist eine Tasterschaltung mit Stromstoßrelais meist sinnvoller
Schaltsymbol des Wechselschalters
Auf einem Elektroplan wird der Wechselschalter mit folgendem Symbol dargestellt:
Übersicht der Lichtschalter bei der Elektroinstallation
Häufige Fragen zur Wechselschaltung (FAQ)
Welche Schalter braucht man für eine Wechselschaltung?
Zwei Wechselschalter (heute meist als „Aus-/Wechselschalter“ verkauft). Ein Wechselschalter hat drei Klemmen: einen Eingang „L“ oder „P“ und zwei Ausgänge mit Pfeil ⇑ ⇑ für die Korrespondierenden.
Welches Kabel brauche ich für eine Wechselschaltung?
Zuleitung NYM-J 3 × 1,5 mm² zum ersten Schalter. Verbindung zwischen den Schaltern NYM-J 5 × 1,5 mm² für die Standardvariante. Vom zweiten Schalter zur Lampe NYM-J 3 × 1,5 mm². Wichtig: Wenn Sie an beiden Schaltstellen eine Steckdose haben wollen, reicht das 5-adrige Kabel nicht – dann brauchen Sie zwischen den Schaltern ein NYM-J 7 × 1,5 mm² (theoretisch reichen 6 Adern, im Handel gibt es aber den Sprung von 5 auf 7) oder Sie installieren in Leerrohren und ziehen Einzeladern.
Kann ich einen Wechselschalter als normalen Ausschalter verwenden?
Ja, das ist heute sogar üblich, weil es reine Ausschalter im Handel kaum noch gibt. Phase auf „L“, Lampendraht auf einen der beiden Pfeil-Kontakte, der zweite Pfeil-Kontakt bleibt frei. Bei der Montage so anschließen, dass das Licht angeht, wenn die Wippe nach unten gedrückt wird.
Kann ein Serienschalter als Wechselschalter verwendet werden?
Nein. Ein Serienschalter schaltet zwei Verbraucher von einer Schaltstelle. Ein Wechselschalter schaltet einen Verbraucher von zwei Stellen. Trotz der gleichen Anzahl Klemmen sind die Funktionen grundverschieden – der Serienschalter hat eine geteilte Wippe, der Wechselschalter eine durchgängige.
Wechselschaltung funktioniert nicht – was prüfen?
Reihenfolge: 1. Richtige Schaltertypen (Wechsel, nicht Serie)? 2. Phase auf „L“ am ersten Schalter, Lampendraht auf „L“ am zweiten? 3. Korrespondierende richtig auf ⇑ ⇑? 4. Lampe und Leuchtmittel in Ordnung?
Geht etwas kaputt, wenn ich Klemmen vertausche?
In der Regel nein – die Schaltung funktioniert dann nicht oder nur teilweise (je nach Schalterstellung). Mit dem Durchgangsprüfer-Test (siehe Praxis-Tipp im Artikel) lässt sich die richtige Klemme schnell finden.
Kann ich an einer bestehenden Wechselschaltung eine Steckdose nachrüsten?
An einer Schaltstelle problemlos: nämlich dort, wo die Dauerphase über die Zuleitung anliegt. Für eine Steckdose an beiden Schaltstellen reicht das 5-adrige Kabel nicht – dann brauchen Sie ein 7-adriges Kabel oder eine Sparwechselschaltung. Wenn die Verkabelung in Leerrohren liegt, lässt sich eine zusätzliche Ader einfach nachziehen.
Welche Dose nehme ich für die Wechselschaltung?
Das hängt von der Kabelanzahl ab: Bei 1 Kabel reicht eine normale Schalterdose. Bei 2–4 Kabeln eine tiefe Schalterdose. Bei 5+ Kabeln (typisch für Wechselschaltung mit Steckdose) eine Schalterabzweigdose – die ist hinten deutlich breiter und bietet den nötigen Platz. Bei mehr als 5 Kabeln lieber eine eigene Klemmdose. Nicht mit der Elektronikdose verwechseln.
Verwandte Schaltungen
- Sparwechselschaltung – wenn an beiden Schaltern die gleiche Phase anliegen soll (für Steckdosen-Nachrüstung)
- Kreuzschaltung – wenn 3 oder mehr Schaltstellen gebraucht werden
- Tasterschaltung – bei beliebig vielen Schaltstellen über Stromstoßrelais
- Doppelwechselschaltung – zwei separate Wechselschaltungen in einem Schalter
- Wechselschaltung mit Steckdosen ohne Klemmdose – detaillierte Anleitung für die UP-Variante
Eine Gesamtübersicht aller Schaltungen finden Sie unter Schaltungen bei der Elektroinstallation.
Fazit
Die Wechselschaltung ist eine der nützlichsten Schaltungen im Wohnungsbau – einfach zu installieren, robust und überall dort sinnvoll, wo zwei Schaltstellen praktisch sind. Wer die drei Klemmen (L plus zwei Pfeile) versteht und die häufigsten Fehler kennt – Verwechslung mit Serienschalter, fehlende Phase bei nachträglicher Steckdose, vertauschte Klemmen – bekommt die Schaltung zuverlässig zum Laufen.
Mein Rat aus 30 Jahren Praxis: Beim Kabel nicht sparen – immer ein NYM-J 5 × 1,5 mm² zwischen den Schaltern verlegen, auch wenn ein 3-adriges theoretisch reichen würde. Wenn Sie an beiden Schaltstellen eine Steckdose planen, gleich ein 7 × 1,5 mm² verlegen – oder noch besser: in Leerrohren installieren, dann sind Sie für alles vorbereitet. Und: Bei der Dose richtig planen – bei 2–4 Kabeln eine tiefe Schalterdose, ab 5 Kabeln eine Schalterabzweigdose. Das macht das Arbeiten erheblich einfacher und das Ergebnis sauberer.
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