Serienschaltung anschließen – die komplette Anleitung vom Elektriker
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 – auf aktuellen Stand gebracht.
Sie wollen zwei verschiedene Leuchten von einer Schaltstelle aus unabhängig schalten – die Deckenleuchte über dem Esstisch separat von der Wandbeleuchtung, das Spiegellicht im Bad getrennt von der Deckenlampe? Dafür gibt es die Serienschaltung. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen aus über 30 Jahren Elektriker-Praxis Aufbau, Funktion, Anschluss und die typischen Fehler – inklusive einer Anekdote, die zeigt, was passiert, wenn man Serienschalter und Doppelwechselschalter verwechselt.
⚡ Das Wichtigste in Kürze:
- Die Serienschaltung schaltet zwei (oder drei) Leuchten unabhängig voneinander von einer Stelle aus.
- Der Serienschalter hat eine geteilte Wippe und drei Anschlussklemmen.
- Typische Einsatzorte: Bad (Decke + Spiegel oder Decke + Lüfter), Küche, Wohnzimmer mit getrennter Allgemein- und Wandbeleuchtung.
- Wichtig: Mindestens 4 Adern brauchen Sie zwischen Schalter und Leuchten – ein 3-adriges Kabel reicht nicht.
- Verwechslungsgefahr: Serienschalter (3 Klemmen) wird oft mit dem optisch identischen Doppelwechselschalter (auch zwei Wippen jedoch 6 Klemmen) verwechselt.
- Heute geltende Aderfarben: Braun = Phase, schwarz und grau = Lampendrähte.
Was ist eine Serienschaltung?
Bei der Serienschaltung in der Elektroinstallation handelt es sich technisch genau betrachtet um zwei zusammengefasste Ausschaltungen in einem einzigen Schaltergehäuse. Das heißt: Sie haben einen Schalter mit einer geteilten Wippe (zwei oder drei nebeneinanderliegende Tasten), und jede Wippe schaltet eine eigene Leuchte unabhängig.
Im Gegensatz zur Wechselschaltung (eine Leuchte von zwei Stellen) oder zur Kreuzschaltung (eine Leuchte von drei oder mehr Stellen) geht es bei der Serienschaltung also nicht um mehr Schaltstellen – sondern darum, von einer Stelle aus zwei verschiedene Verbraucher einzeln zu steuern.

💡 Hintergrund – woher kommt der Name „Serienschaltung“?
Der Begriff stammt aus der Zeit der Drehschalter. Damals hatten Serienschalter eine Drehscheibe mit vier Schaltstellungen, die man in Serie (nacheinander) durchdrehen konnte: Aus → Lampe 1 an → Lampe 1 und 2 an → Lampe 2 an. Heute werden statt Drehschaltern fast immer Wippschalter mit geteilten Wippen verwendet, die ein unabhängiges Schalten erlauben. Der Name „Serienschalter“ ist aber geblieben.
Wann ist eine Serienschaltung sinnvoll?
Überall, wo Sie zwei separate Beleuchtungsstränge in einem Raum bedienen wollen – von einer einzigen Stelle aus. Typische Anwendungsbeispiele aus meiner Praxis:
- Bad: Deckenleuchte + Spiegelleuchte oder Deckenleuchte + Lüfter (Räume ohne Fenster)
- WC: Deckenleuchte + Ventilator
- Küche: Allgemeinlicht an der Decke + Arbeitsplatten-Beleuchtung
- Wohnzimmer: Deckenleuchte + Wandleuchten oder Sitzgruppen-Beleuchtung
- Esszimmer: Allgemeinlicht + Esstisch-Hängelampe
- Werkstatt und Hobbyraum: Zwei Leuchtengruppen unabhängig schaltbar
- Garage: Hauptbeleuchtung + zweite Lichtgruppe
- Stromschiene mit mehreren Leuchten, die in zwei Gruppen geschaltet werden sollen
Aufbau und Funktion des Serienschalters
Ein Serienschalter mit zwei Wippen hat drei Anschlussklemmen:
- Klemme „L“ oder „P“: Eingang für die Phase (Außenleiter)
- Klemme ⇑ Pfeil 1: Ausgang zur ersten Leuchte
- Klemme ⇑ Pfeil 2: Ausgang zur zweiten Leuchte
Die Phase kommt also nur einmal in den Schalter und wird intern auf beide Wippen geführt. Jede Wippe kann unabhängig ihre Ausgangsklemme „ein“ oder „aus“ schalten.
Der Neutralleiter (blau) und der Schutzleiter (grüngelb) laufen nicht über den Schalter, sondern werden in der Schalterdose mit WAGO-Klemmen direkt zu den Leuchten durchgeschleift.
Serienschalter, Doppelwechselschalter, Jalousieschalter – die Verwechslungsfallen
Hier ist der häufigste Fallstrick beim Schalterkauf: Mindestens drei verschiedene Schaltertypen haben eine geteilte Wippe und sehen von vorne fast identisch aus. Der Unterschied zeigt sich erst auf der Rückseite an den Anschlussklemmen.
| Schaltertyp | Klemmen | Funktion |
|---|---|---|
| Serienschalter | 3 Klemmen | 2 Leuchten unabhängig von 1 Stelle |
| Doppelwechselschalter | 6 Klemmen | 2 Leuchten unabhängig von je 2 Stellen (zwei Wechselschaltungen in einem) |
| Jalousieschalter | 3 Klemmen | Auf/Ab-Steuerung für Rollladen oder Markise (Wippen gegeneinander verriegelt) |
| Doppeltaster | 2-4 Klemmen | 2 Impulse von 1 Stelle (für Tasterschaltung mit Relais) |
⚡ Beim Kauf darauf achten:
- Serienschalter erkennen: 3 Klemmen hinten, Wippen frei beweglich
- Doppelwechselschalter erkennen: 6 Klemmen hinten
- Jalousieschalter erkennen: 3 Klemmen, aber Wippen mechanisch gegeneinander verriegelt – kann immer nur eine gleichzeitig gedrückt sein
- Doppeltaster erkennen: Beide Wippen federn nach dem Drücken zurück
Links: Serienschalter (3 Klemmen). Rechts: Doppelwechselschalter (6 Klemmen). Optisch identisch von vorne, hinten der entscheidende Unterschied.
Welches Kabel und welche Adern brauchen Sie?
Eines vorweg: Ein 3-adriges Kabel reicht für eine Serienschaltung nicht aus. Sie brauchen mindestens 4 Adern (zwischen Schalter und Leuchten), denn:
- Phase (braun): kommt zum Schalter
- Lampendraht 1 (schwarz): geht zur ersten Leuchte
- Lampendraht 2 (grau): geht zur zweiten Leuchte
- Neutralleiter (blau): wird durchgeschleift
- Schutzleiter (grüngelb): wird durchgeschleift
Meine Praxisempfehlung zum Kabel
💡 Mein Praxis-Tipp aus 30 Jahren:
- Kabelinstallation mit NYM-J: Immer ein NYM-J 5 × 1,5 mm² als Zuleitung zum Schalter verlegen. In der Praxis ist neben der Tür am Schalter sehr häufig eine Steckdose vorgesehen – mit dem 5-adrigen Kabel ist diese Nachrüstung problemlos möglich.
- Leerrohr-Installation mit Einzelleitern: Wenn ohne Steckdose unter dem Schalter, dann bewährt sich: Braun für Phase, weiß für Lampendraht 1, lila für Lampendraht 2 plus Neutralleiter (blau) und Schutzleiter (grüngelb).
Sonderfall: Darf der blaue Draht als Schaltdraht verwendet werden?
Eine Frage, die in der Praxis immer wieder aufkommt – und bei der pauschale Antworten oft falsch sind. Die kurze Antwort lautet: Ja, unter bestimmten Bedingungen ist es zulässig. Die ausführliche Antwort liefert die VDE 0100-510, Abschnitt 514.3.Z4 „Verwendung eines blauen Leiters für bestimmte Zwecke“.
⚡ Was die VDE 0100-510 sagt:
Die blaue Ader darf als Außenleiter oder Schaltdraht verwendet werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Kein Neutralleiter in dieser Leitung benötigt wird (also kein N im Strang nötig)
- Eine Verwechslung ausgeschlossen ist (besonders bei der späteren Inspektion durch eine Fachkraft)
- Die Nutzung als Schutzleiter ist und bleibt strikt untersagt – grüngelb darf niemals zweckentfremdet werden
Die VDE ergänzt: „Dies könnte z. B. zutreffen zwischen Schaltern und zwischen einem Schalter und der nächsten Installationsdose.“
Was heißt das konkret für die Praxis?
Bei einer Serienschaltung ohne Steckdose unter dem Schalter, bei der nur ein 4-adriges Kabel zwischen Schalter und Leuchten liegt, dürfen Sie theoretisch die blaue Ader als zweiten Lampendraht verwenden:
- Braun = Phase
- Schwarz = Lampendraht 1
- Blau = Lampendraht 2 (Sonderfall nach VDE)
- Grüngelb = Schutzleiter (durchgeschleift)
Für eine Elektrofachkraft ist diese Nutzung beim späteren Öffnen einer Dose ohne Probleme erkennbar.
💡 Meine Empfehlung aus der Praxis: Auch wenn die VDE diese Nutzung erlaubt – ich verwende in der Neuinstallation grundsätzlich ein 5-adriges Kabel. Das hat drei Vorteile:
- Klarheit: Jede Ader hat ihre angestammte Funktion (braun = Phase, schwarz und grau = Lampendrähte, blau = N, grüngelb = PE)
- Erweiterbarkeit: Steckdose unter dem Schalter ist später ohne neue Stemmarbeiten machbar
- Wartungsfreundlich: Jeder Elektriker erkennt sofort, was wozu gehört – keine Diskussion nötig
Die VDE-Ausnahme ist nützlich bei Bestandsanlagen, wo bereits ein 4-adriges Kabel verlegt ist und keine Stemmarbeiten möglich sind. Bei Neuinstallationen klar 5-adrig arbeiten.
Wie verkabelt man zwischen Schalter und Leuchten?
Es gibt zwei sinnvolle Varianten – welche besser ist, hängt von der konkreten Verlegungssituation ab:
Variante 1: Ein 4-adriges Kabel zur ersten Leuchte, von dort weiter
Ein NYM-J 4 × 1,5 vom Schalter zur ersten Leuchte. An der ersten Leuchte werden Phase und Neutralleiter für Leuchte 1 abgegriffen. Der zweite Lampendraht (für Leuchte 2) wird in der Lampendose der ersten Leuchte durchgeklemmt (geschleift) und weiter zur zweiten Leuchte geführt. Vorteil: Weniger Kabel im Raum. Nachteil: Etwas komplexer in der Verklemmung.
Variante 2: Pro Leuchte ein eigenes 3-adriges Kabel
Vom Schalter aus je ein NYM-J 3 × 1,5 zur jeweiligen Leuchte. Vorteil: Übersichtlich, sauber dokumentierbar – am besten beschriften (Lampe 1 / Lampe 2). Nachteil: Mehr Kabel zu verlegen.
In aufwändigen Verlegungssituationen (Stemmarbeiten, lange Wege) ist Variante 1 oft die praktischere Lösung. Bei einfacher Verlegung bevorzuge ich Variante 2 mit klarer Beschriftung – das macht spätere Reparaturen erheblich einfacher.
Welche Dose für den Serienschalter?
Bei der Dosenwahl gilt aus meiner Praxis folgende Faustregel:
| Anzahl Kabel in der Dose | Empfohlene Dose |
|---|---|
| Bis 3 Kabel (z. B. Zuleitung + Kabel zu Lampe 1 + Kabel zu Lampe 2) | Tiefe Schalterdose ausreichend |
| 4-5 Kabel (z. B. mit zusätzlicher Steckdose unter dem Schalter) | Schalterabzweigdose (hinten breiter) |
| Mehr als 5 Kabel | Separate Klemmdose im Raum – besonders wenn weitere Steckdosen oder Räume mitversorgt werden |
Aufputz oder Unterputz – beide Varianten möglich
In Innenräumen wird der Serienschalter heute fast immer unterputz verbaut – das ist optisch sauberer und weniger anfällig für Beschädigungen. Eine Aufputz-Variante macht in folgenden Situationen Sinn:
- Nutzräume: Keller, Garagen, Werkstätten
- Feuchträume mit Spritzwasser: Aufputz-Schalter sind spritzwassergeschützt (IP44 oder höher)
- Nachträgliche Installation, wenn keine Unterputzdose vorhanden ist
- Industrie- oder Außenbereiche
Die Anschluss-Logik bleibt bei Auf- und Unterputz dieselbe – nur die Bauform ist anders.
Kontrollschalter als Sondervariante
Eine besondere Form ist der Serien-Kontrollschalter. Er funktioniert wie ein normaler Serienschalter, hat aber zusätzlich eine eingebaute Glimmlampe oder LED, die anzeigt, wenn das jeweilige Licht angeschaltet ist.
Typische Einsatzorte aus der Praxis:
- Bad mit Schalter außerhalb: Man sieht von außen, ob im Bad noch Licht oder Lüfter laufen
- Dachboden: Schalter unten, Beleuchtung oben – Kontrolle, ob das Licht aus ist
- Außenbeleuchtung vom Hauseingang aus geschaltet
Der Kontrollschalter braucht eine zusätzliche N-Klemme für den Neutralleiter (für die Glimmlampe).
Dreifach-Serienschalter – die Drei-Wippen-Variante
Ein Dreifach-Serienschalter hat in einer einzigen Unterputzdose drei schmale Wippen, die jeweils unabhängig drei Lichtquellen steuern. Er kommt überall dort zum Einsatz, wo wenig Platz an der Wand ist, aber drei Beleuchtungsstränge unabhängig bedient werden sollen.
Typische Anwendungen aus meiner Praxis:
- Badezimmer: Wippe 1 = Hauptlicht, Wippe 2 = Spiegelbeleuchtung, Wippe 3 = Badlüfter (sehr beliebt im Neubau)
- Küche / offener Wohnbereich: Wippe 1 = LED-Spots Arbeitsplatte, Wippe 2 = Esstischlampe, Wippe 3 = Allgemeinbeleuchtung
- Eingangsbereich: Wippe 1 = Außenlicht, Wippe 2 = Flurlicht, Wippe 3 = Kellerlicht – alles von einem Punkt aus
Serienschalter anschließen – Schritt für Schritt
Vor jeder Arbeit: Spannungsfreiheit mit dem zweipoligen Spannungsprüfer prüfen und die 5 Sicherheitsregeln einhalten.
Voraussetzung: Eine Schalterdose mit ausreichend Platz, ein NYM-J 5 × 1,5 mm² als Zuleitung und je ein NYM-J 3 × 1,5 zu jeder Leuchte.
Schaltstelle: Serienschalter anschließen
- Adern abisolieren: Mit der Abisolierzange auf exakt 11 mm. Achtung: Keine Einkerbung in die Ader verursachen – sonst bricht sie später.
- Schutzleiter (grüngelb) der Zuleitung und beider Lampenkabel mit einer WAGO-Klemme verbinden – läuft nicht über den Schalter.
- Neutralleiter (blau) der Zuleitung und beider Lampenkabel mit einer zweiten WAGO-Klemme verbinden – auch nicht über den Schalter.
- Phase (braun) der Zuleitung auf Klemme „L“ oder „P“ des Serienschalters.
- Lampendraht 1 (schwarz oder das Kabel zur ersten Leuchte) auf die erste Pfeil-Klemme.
- Lampendraht 2 (grau oder das Kabel zur zweiten Leuchte) auf die zweite Pfeil-Klemme.
- Sicherstellen, dass die linke Wippe auch die linke Leuchte schaltet – sonst die Lampendrähte tauschen.
An den Leuchten anschließen
- An jeder Leuchte: Schutzleiter (grüngelb) auf Schutzleiterklemme.
- Neutralleiter (blau) auf Klemme „N“.
- Lampendraht (kommt vom Serienschalter) auf Klemme „L“.
Abschluss und Funktionsprüfung
- Schalter in die Dose einsetzen, festschrauben.
- Wippe und Rahmen aufsetzen.
- Sicherung wieder einschalten.
- Funktionsprüfung: Wippe 1 schaltet Lampe 1, Wippe 2 schaltet Lampe 2 – beide unabhängig voneinander.
💡 Wichtige Praxis-Tipps:
- Aderlänge: Mindestens 20 cm Aderlänge in der Schalterdose lassen – das spart bei späteren Reparaturen viel Mühe.
- WAGO-Klemmen: Aktuelle Schalter haben pro Klemme max. 2 Steckanschlüsse. Bei mehr Adern WAGO-Klemmen in der Dose verwenden.
- Schalter-Programme: Markenhersteller wie Busch-Jaeger, Jung, Gira, Berker, Merten, Siemens – die halten 30 Jahre und länger.
Die häufigsten Fehler bei der Serienschaltung
🚫 Aus 30 Jahren Praxis – die typischen Fehler:
- Phase mit Lampendraht verwechselt: Der häufigste Fehler überhaupt. Vor allem in Altbauten, wo die Kabelfarben nicht mehr stimmen, wird oft blind auf die Farben vertraut. Goldene Regel: Erst mit dem Spannungsprüfer messen, welcher Draht die Phase ist – dann auf „L“ klemmen.
- Verwechslung Serienschalter / Doppelwechselschalter / Jalousieschalter: Optisch alle ähnlich, hinten aber andere Klemmenzahl. Beim Kauf immer die Klemmen auf der Rückseite zählen.
- Lampendrähte vertauscht: Die linke Wippe schaltet die rechte Lampe und umgekehrt. Lösung: Lampendrähte am Schalter tauschen.
- Wippe falsch herum montiert: Licht geht an, wenn die Wippe nach oben gedrückt wird statt nach unten. Wippe abnehmen, um 180° drehen, wieder einsetzen.
- Mehrere Adern auf eine Schalterklemme gezwängt: Aktuelle Schalter haben max. 2 Steckanschlüsse pro Klemme. Bei mehr Adern WAGO-Klemmen in der Dose verwenden.
- 3-adriges Kabel als Schalterzuleitung verwendet: Reicht für eine vollständige Verkabelung nicht aus. Grüngelb darf niemals als Lampendraht zweckentfremdet werden – lebensgefährlich. Beim blauen Draht gibt es laut VDE einen klaren Sonderfall (siehe Hinweis weiter unten), in der Praxis empfehle ich aber: ab 4 Adern aufwärts arbeiten und Blau dem Neutralleiter vorbehalten.
Aus meiner Praxis: Die in Reihe geschaltete Wohnzimmerbeleuchtung
🚫 Echte Geschichte – Lampen mit halber Kraft:
Bei einer Kundin im Wohnzimmer brannten nach dem Schaltertausch durch ihren Schwiegersohn beide Lampen nur noch mit halber Kraft und flackerten. Sie rief mich an, weil sie befürchtete, dass etwas Größeres kaputt sei.
Bei der Fehlersuche zeigte sich schnell: Der Schwiegersohn hatte die beiden Lampen versehentlich in Reihe statt parallel geschaltet. Der Strom floss quasi erst durch die Deckenleuchte und dann weiter durch die Wandleuchte – jede Lampe bekam nur die halbe Spannung.
Wie kam es dazu? Laien verwechseln beim Kauf im Baumarkt oft den Serienschalter (zwei getrennte Wippen für einen Ort, 3 Klemmen) mit einem Doppelwechselschalter (sieht optisch identisch aus, hat aber hinten 6 Klemmen für eine Wechselschaltung von zwei verschiedenen Orten aus). Wer da ohne Schaltplan und Messgerät drauf losklemmt, erzeugt unweigerlich ein unvorhersehbares Lichtspiel.
Lehre: Bei einem Schaltertausch immer fotografieren, wie die alten Drähte saßen, bevor man sie löst. Und im Zweifel den Schaltplan zu Rate ziehen. Selbst bei optisch identischen Schaltern können die Klemmenzahl und die Funktion komplett anders sein.
LED-Beleuchtung in der Serienschaltung – Probleme?
Im Gegensatz zur Tasterschaltung (wo Glimmlampen-Reststrom moderne LEDs zum Flackern bringt) ist die Serienschaltung mit LED-Leuchten eher unkritisch. Der Lichtschalter unterbricht den Stromfluss vollständig, es gibt keine Reststromphänomene wie bei der Tasterschaltung.
Wenn LEDs in der Serienschaltung doch flackern, liegt es meist an:
- Defekten oder ungeeigneten LED-Treibern
- Dimmbaren LEDs in einem nicht-dimmenden Stromkreis (Inkompatibilität)
- Schlechten Kontakten an Klemmstellen (Übergangswiderstand)
- Schwankenden Netzspannungen
Werkzeug und Material – Übersicht
- Zweipoliger Spannungsprüfer (kein Phasenprüfer-Schraubendreher!)
- Abisolierzange auf 11 mm eingestellt
- Elektriker-Schraubendreher (isoliert)
- Seitenschneider
- WAGO-Steckklemmen für Verbindungen in der Dose
- Serienschalter Ihrer Wahl (Markenhersteller empfohlen)
- NYM-J 5 × 1,5 mm² zum Serienschalter
- NYM-J 3 × 1,5 mm² oder 4 × 1,5 zu den Leuchten
Häufige Fragen zur Serienschaltung (FAQ)
Was ist eine Serienschaltung in der Elektroinstallation?
Eine Schaltung, mit der zwei (oder bei der Dreifach-Variante drei) Leuchten unabhängig voneinander von einer einzigen Stelle aus geschaltet werden können. Technisch gesehen sind das zwei (oder drei) zusammengefasste Ausschaltungen in einem Schaltergehäuse mit geteilter Wippe.
Wie erkenne ich einen Serienschalter?
An der geteilten Wippe und an 3 Anschlussklemmen auf der Rückseite (1 Eingang „L“, 2 Ausgänge mit Pfeil). Wichtig: Vor dem Kauf die Klemmenzahl zählen, weil Doppelwechselschalter (6 Klemmen) und Jalousieschalter (3 Klemmen, aber verriegelt) optisch ähnlich aussehen.
Welches Kabel brauche ich für eine Serienschaltung?
Ein 3-adriges Kabel reicht nicht aus. Mindestens NYM-J 4 × 1,5 mm² zwischen Schalter und Leuchten. In der Praxis empfehle ich NYM-J 5 × 1,5 als Zuleitung zum Schalter, weil dann auch noch eine Steckdose unter dem Schalter nachgerüstet werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen Serienschalter und Doppelwechselschalter?
Der Serienschalter (3 Klemmen) schaltet 2 Leuchten von 1 Stelle. Der Doppelwechselschalter (6 Klemmen) schaltet 2 Leuchten von je 2 Stellen – das sind zwei Wechselschaltungen in einem Schaltergehäuse. Optisch sind beide ähnlich, der Unterschied zeigt sich auf der Rückseite.
Was ist der Unterschied zwischen Serien- und Jalousieschalter?
Beide haben 3 Klemmen und geteilte Wippen. Beim Jalousieschalter sind die Wippen aber gegeneinander mechanisch verriegelt – es kann immer nur eine gleichzeitig betätigt werden. Beim Serienschalter sind beide unabhängig.
Darf der blaue Draht als Schaltdraht verwendet werden?
Ja, unter bestimmten Bedingungen. Die VDE 0100-510 (Abschnitt 514.3.Z4) erlaubt die Nutzung des blauen Leiters als Außenleiter oder Schaltdraht, wenn kein Neutralleiter in der Leitung nötig ist und eine Verwechslung ausgeschlossen werden kann. Die Nutzung als Schutzleiter ist immer untersagt. In der Neuinstallation empfehle ich trotzdem ein 5-adriges Kabel, damit jede Ader ihre angestammte Funktion hat. Der Sonderfall ist vor allem bei Bestandsanlagen mit bereits verlegten 4-adrigen Kabeln relevant.
Welche Aderfarbe ist heute die Phase?
Heute Standard nach DIN VDE 0293: Braun ist die Phase (Außenleiter). In Altbauten können noch andere Farben (schwarz, grau) vorkommen – im Zweifel immer mit dem zweipoligen Spannungsprüfer messen.
Kann ich unter einem Serienschalter eine Steckdose nachrüsten?
Ja, wenn die Zuleitung mindestens 5-adrig ist – sonst fehlt die Dauerphase für die Steckdose. Bei reiner 4-adriger Zuleitung müsste ein neues Kabel eingezogen werden.
Welche Dose brauche ich für einen Serienschalter?
Bei 3 Kabeln in der Dose reicht eine tiefe Schalterdose. Bei 4-5 Kabeln (z. B. mit zusätzlicher Steckdose) brauchen Sie eine Schalterabzweigdose (hinten breiter). Bei mehr als 5 Kabeln eine separate Klemmdose im Raum.
Welche Leuchten lassen sich an einem Serienschalter anschließen?
Alle gängigen Beleuchtungstypen: LED-Leuchten, klassische Glühlampen, Halogenleuchten, Leuchtstoffröhren. Auch Mischbetrieb ist möglich – Lampe 1 LED, Lampe 2 Halogen geht problemlos.
Was kostet ein Serienschalter?
Ein kompletter Serienschalter (Einsatz, Wippe, Rahmen) bei Markenherstellern wie Busch-Jaeger, Jung oder Gira kostet zwischen 10 und 30 Euro. Bei Designprogrammen oder Sonderfarben deutlich mehr.
Verwandte Schaltungen und Themen
- Elektroschaltungen – die 5 Grundschaltungen (Übersicht aller Schaltungen)
- Lichtschalter anschließen – komplette Anleitung
- Wechselschaltung anschließen
- Doppelwechselschaltung
- Kreuzschaltung anschließen
- Lampe anschließen
Fazit
Die Serienschaltung ist eine der häufigsten Schaltungen im privaten Wohnungsbau – immer dann, wenn man zwei Leuchten unabhängig voneinander von einer Stelle aus schalten will. Der Anschluss ist mit der richtigen Vorbereitung und einem passenden 5-adrigen Kabel kein Hexenwerk.
Mein Rat aus 30 Jahren Praxis: Beim Schalterkauf genau hinsehen – Serienschalter (3 Klemmen) und Doppelwechselschalter (6 Klemmen) sehen optisch identisch aus, sind aber technisch komplett verschieden. Wer hier ohne Schaltplan loslegt, kann eine ungewollte Reihenschaltung produzieren. Im Zweifel messen, statt blind auf Aderfarben zu vertrauen – das ist die goldene Regel jedes Elektrikers. Und: Auf Markenschalter setzen – die halten 30 Jahre und mehr.
⚠ Rechtlicher Hinweis und Haftungsausschluss
Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größter Sorgfalt aus über 30 Jahren Berufserfahrung erstellt und dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Eine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit kann nicht übernommen werden.
Arbeiten an elektrischen Anlagen sind nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) und DIN VDE 0100 ausschließlich eingetragenen Elektrofachkräften vorbehalten und können bei unsachgemäßer Ausführung lebensgefährlich sein. Diese Anleitung ersetzt keine fachgerechte Installation durch einen Elektrofachbetrieb.
Jegliche Umsetzung der hier beschriebenen Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung und Gefahr. Für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, die durch die Anwendung der hier gegebenen Informationen entstehen, wird vom Autor und Betreiber dieses Blogs keinerlei Haftung übernommen. Im Zweifel: Elektrofachbetrieb beauftragen.
