Splitterbox Herd / Küchenanschlussbox – zwei Geräte an einer Herdanschlussdose
Zuletzt aktualisiert: April 2026 – auf aktuellen Stand gebracht.
In der modernen Küche sind autarke Geräte Standard: ein separates Kochfeld und ein eigenständiger Backofen. Doch oft ist in der vorhandenen Installation nur eine einzige Herdanschlussdose verbaut. Wie schließt man daran beide Geräte an, ohne die halbe Küche aufzustemmen? Eine Lösung ist die Splitterbox – auch Küchenanschlussbox oder Powersplitter genannt. Sie ist praktisch, hat aber klare Grenzen, die man als Laie kennen muss.
In diesem Artikel erkläre ich Ihnen aus über 30 Jahren Elektriker-Praxis, was eine Splitterbox ist, wie sie funktioniert, wann ihr Einsatz sinnvoll ist – und wo die sicherheitstechnischen Fallstricke liegen. So viel vorweg: Im Neubau gehört sie nicht hin.
Splitterbox Herd – Aufbau und Funktion
Eine Splitterbox (Powersplitter, Küchenanschlussbox) ist eine kleine Verteilerbox, die zwischen den vorhandenen Herdanschluss und die Geräte geschaltet wird. Sie verteilt den Strom aus der einen Herdanschlussdose auf mehrere Abgänge – typischerweise auf das Kochfeld und über eine Schuko-Steckdose auf den Backofen.
Im Inneren sitzen die Klemmen (meist Wago-Klemmen mit Lösehebel), über die die Adern sauber verteilt werden. Ein fertiges Set aus dem Handel hat in der Regel:
- eine fünfadrige Zuleitung (L1, L2, L3, N, PE) zur Herdanschlussdose,
- eine vieradrige Abgangsleitung zum Kochfeld (ein Induktionskochfeld braucht oft nur zwei Phasen),
- ein dreiadriges Abgangskabel mit fertiger Schuko-Steckdose für den Backofen.
Über die verschraubbaren Einführungen und die lösbaren Klemmen lassen sich bei Bedarf auch eigene Kabel einklemmen.

Anwendungsfall: autarker Backofen und separates Kochfeld
Das klassische Szenario: Sie haben einen freistehenden, autarken Backofen und ein separates Ceran- oder Induktionskochfeld – aber nur eine Herdanschlussdose. Beide Geräte sollen gleichzeitig mit Strom versorgt werden. Mit der einen Dose ließe sich normalerweise nur ein Gerät anschließen.
Die Splitterbox schafft hier Abhilfe, indem sie den Strom aus der Herdanschlussdose auf die Leitung zum Kochfeld und auf die Schuko-Steckdose für den Backofen verteilt. So spart man sich eine aufwendige Änderung an der bestehenden Elektroinstallation – genau dann, wenn eine neue Leitung baulich kaum oder nur mit großem Aufwand möglich ist.

Das müssen Sie zur Sicherheit wissen
Hier kommt der Teil, den viele Anbieter solcher Boxen verschweigen – und der aus Elektriker-Sicht entscheidend ist.
Ein zweites Problem sehe ich in der Praxis ständig: Über die Schuko-Steckdose der Box werden dann doch wieder Mehrfachsteckdosen gesteckt – und plötzlich hängen Kühlschrank, Dunstabzug oder sogar eine Waschmaschine mit dran. Das überlastet die Leitung und ist genau das, was man vermeiden will.
Kosten und Alternativen
Eine fertige Splitterbox kostet je nach Modell und Ausstattung etwa 50 bis 150 €, einfache Varianten gibt es schon ab rund 20 €. Der Preis hängt von der Zahl der Abgänge und der Qualität ab.
Die sauberste Alternative ist immer die eigene Zuleitung: Lässt sich – etwa im Zuge einer Renovierung – eine neue Leitung aus dem Verteiler legen, sollte man das tun (5×2,5 mm² fürs Kochfeld, eigene Zuleitung für den Backofen). Von Verlängerungs- und Mehrfachsteckdosen als Dauerlösung rate ich dagegen klar ab – sie sind die häufigste Ursache für Überlastung und Kabelbrände.
Splitterbox selber bauen?
Technisch lässt sich eine solche Box auch selbst zusammenstellen. Dazu braucht man im Kern:
- ein fünfadriges Herdanschlusskabel als Zuleitung,
- ein vieradriges Kabel als Abgang zum Kochfeld,
- ein dreiadriges Abgangskabel zum Backofen,
- eine Schuko-Kupplung,
- einen Klemmkasten (z. B. IP66),
- Wago-Klemmen zum Verklemmen.
Ehrlich gesagt: Wenn man alles zusammenrechnet, ist die fertig gekaufte Box meist günstiger und macht weniger Arbeit. Und unabhängig davon gilt: Der Anschluss an den Drehstromkreis und die Absicherung sind Sache der Elektrofachkraft – nicht des Heimwerkers.
Fazit – praktisch, aber nur im Bestand und mit Vorsicht
Als Elektriker sage ich klar: Splitterboxen sind grundsätzlich praktisch – aber sie sind eine Lösung für die vorhandene Installation, wenn keine neue Leitung verlegt werden kann oder das nur mit erheblichem Aufwand möglich ist. In jeder Neuinstallation gilt: Kochfeld und Backofen bekommen getrennte Leitungen und werden separat abgesichert.
Wer eine Splitterbox einsetzt, muss zwei Dinge im Blick behalten: die richtige Absicherung (Gefahr durch dünne Abgänge) und die Versuchung, weitere Geräte über Mehrfachstecker dranzuhängen. Lassen Sie die Installation im Zweifel von einer Elektrofachkraft prüfen. Mehr zum sauberen Geräteanschluss lesen Sie unter Herdanschluss und zur gesamten Küchenplanung unter Elektroinstallation Küche & Esszimmer.
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